Wilko Möller

deutscher Politiker (AfD), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Wilko Möller (* 10. November 1966 in Hannover) ist ein rechtsextremer deutscher Politiker (AfD). Er ist seit 2019 Mitglied im Landtag Brandenburg.

Leben

Möller wurde in Hannover geboren und verbrachte dort seine Kindheit, ehe er in das nordrhein-westfälische Erftstadt zog, wo er seine Schulausbildung mit dem Fachabitur beendete und eine Berufsausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolvierte. Im Jahr 1989 begann er eine Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten im mittleren Dienst beim Bundesgrenzschutz. Möller ist verheiratet und hat fünf Kinder.[1]

Politik

Möller war in der Jungen Union (JU) politisch aktiv[1] und gehörte von 2008 bis 2012 der Freien Demokratischen Partei (FDP) an, ehe er 2013 der AfD beitrat. Für diese zog er bei der Kommunalwahl 2014 in die Stadtverordnetenversammlung in Frankfurt (Oder) ein und gehörte zunächst dort der AfD-Fraktion an.[2] 2017 postete Möller auf Facebook ein Bild von sich mit Stahlhelm und dem unter Neonazis beliebten Spruch „Klagt nicht, kämpft!“. In der Folge wurde Möller von der Bundespolizei von seinen bisherigen Aufgaben als Beamter entbunden und Disziplinarverfahren eingeleitet, welches allerdings später wieder eingestellt wurde.[3][4] Der Landtagsabgeordnete René Wilke bezeichnete die Äußerung auf Twitter als „Wehrmachtsspruch“. Möller reichte daraufhin Klage gegen Wilke ein, um eine Löschung des Kommentars zu erwirken, unterlag aber vor Gericht.[5]

Möller kandidierte 2018 für das Amt des Oberbürgermeisters in Frankfurt, wobei er in der ersten Runde mit rund 17 Prozent der abgegebenen Stimmen den dritten Platz belegte und sich somit nicht für die Stichwahl zwischen René Wilke (Die Linke) und dem parteilosen Martin Wilke qualifizieren konnte.[2] 2025 kandidierte er erneut bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt.[6]

Bei der Landtagswahl in Brandenburg 2019 wurde Möller über das Direktmandat im Landtagswahlkreis Frankfurt (Oder) in den Landtag Brandenburgs gewählt.[7] Er war im 7. Landtag in den Ausschüssen für Inneres und Kommunales, für Europaangelegenheiten und Entwicklungspolitik, sowie im Rechtsausschuss Mitglied. Bei der Landtagswahl 2024 zog er erneut über das Direktmandat im Wahlkreis Frankfurt (Oder) in den Landtag ein.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt (Oder) am 21. September 2025 zog Möller in die Stichwahl ein. In dieser erhielt er 30,2 Prozent der Stimmen und unterlag dem parteilosen Axel Strasser.[8][9][10][11] Wegen eines 2024 in Frankfurt gezeigten Wahlplakats, das einen Mann mit erhobenem rechten Arm zeigt und einen Hitlergruß darzustellen scheint, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Abgeordneten und einen Werbegrafiker. Möllers Antrag auf parlamentarische Immunität wurde vom Landtag im Januar 2026 abgelehnt.[12] Möller sprach daraufhin von einem „politischen Schauprozess“ und bezeichnete den Tatvorwurf als absurd. Die Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke wies ihn darauf hin, dass „Schauprozess“ ein Begriff aus Diktaturen sei.[13] Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilte Möller im Februar 2026 zu einer Geldstrafe von 11.600 Euro wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.[14] Ein mitangeklagter Grafiker wurde freigesprochen.[15] Möller kündigte an, gegen das Urteil in Revision gehen zu wollen.[16]

Einzelnachweise

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