Willi Kramer
deutscher Archäologe
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Willi Kramer (* 1. April 1949 in Neuenburg am Rhein) ist ein deutscher Archäologe, der mit Schwerpunkten in der Mittelalter-, Unterwasser- und Neuzeitarchäologie in der archäologischen Denkmalpflege des Landes Schleswig-Holstein gearbeitet hat.
Leben und beruflicher Werdegang
Willi Kramer besuchte vom 10. April 1959 bis zum 20. Juni 1968 das von Jesuiten geleitete Internat Kolleg St. Blasien im Schwarzwald.[1] Er studierte Frühgeschichtliche, Provinzialrömische und Urgeschichtliche Archäologie in Freiburg im Breisgau, München und Zürich. Nach dem Magisterexamen 1978 promovierte er 1979 bei Wolfgang Hübener mit einer Dissertation über das Merowingische Reihengräberfeld von Bourogne bei Belfort. Während der Studienzeit arbeitete Kramer in Werkverträgen für das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
Vom 1. August 1979 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2012 war Kramer Dezernent am Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein. Von 1984 bis 2004 war er vom Land Schleswig-Holstein benanntes Mitglied (von zweien) des Verbandes der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland, dabei u. a. Vorsitzender der Kommission „Unterwasserarchäologie“.[2][3] Zusammen mit Hugo Borger, Renate Eichholz (WDR) und Joachim Reichstein war er Mitbegründer und -herausgeber der Zeitschrift Archäologie in Deutschland (1984 bis 1996).[4]
Willi Kramer ist verheiratet mit Anke Feiler-Kramer. Das Paar hat zwei Kinder (* 1996 und * 1999). Drei weitere Kinder (* 1977, * 1980 und * 1984) entstammen einer ersten Ehe.
Archäologische Arbeiten
Von 1979 bis 1992 war Willi Kramer im Archäologischen Landesamt für die Archäologie des Mittelalters zuständig. Von 1992 bis 2004 verantwortete er die Unterwasserarchäologie in Nord- und Ostsee, danach war er Gebietsdezernent für die vier nordöstlichen Kreise Schleswig-Holsteins, und von 2009 bis 2012 hatte er die Zuständigkeit für den Denkmalschutz inne.
Mittelalterarchäologie
Unterwasserarchäologie
- Seesperrwerk in der Ostseeförde Schlei:
- Bergung zweier Lastkähne des 18. Jahrhunderts aus der Weser bei Rohrsen: Im Jahre 1999 barg Kramer, unterstützt von dem polnischen Archäologen Robert Domzal (später Direktor des Nationalen Maritimen Museums in Danzig), im Auftrag des Weserrenaissance-Museums (Lemgo) zwei Lastkähne aus der Weser.[11][12]
- Schleswig-Tegelnoor-Wracks:

Archäologie des 20. Jahrhunderts
- 2011: Freilegung eines Panzergraben-Teilstücks für die KZ-Gedenkstätte Ladelund
- 2009: Archäologische Dokumentationen auf dem Gelände des ehemaligen Stammlager X Az Heidkaten („Erweitertes Krankenrevier Heidkaten“) bei Kaltenkirchen
- SMS Kleiner Kreuzer Dresden (1908)
- Dokumentation des Wracks von MS Wilhelm Gustloff
- Dokumentation der unterirdischen Anlagen von Mittelbau-Dora: Kramer nannte diese Arbeiten „Archäologie des Terrors“.[13]
- Bergung der Überreste einer Gloster Meteor:
Multimediale Ausstellung "Sliesthorp-Haithabu-Schleswig" im Schleswiger Stadtmuseum

Gemeinsam mit Anke Feiler–Kramer erstellte er in den Jahren 2003/04 für das Stadtmuseum Schleswig die multimediale Ausstellung "Sliesthorp-Haithabu-Schleswig".[14]
Veröffentlichungen
In den Regesta Imperii der Akademie der Wissenschaften und der Literatur sind 38 wissenschaftliche Beiträge gelistet.[15]