Willi Pinthus
deutsch-schweizerischer Spieleverleger (1889–1956)
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Willi Pinthus (* 27. Mai 1889 in Erfurt;[1] † 23. August 1956 in Zürich,[2] auch Willy[3] oder Wilhelm[4] genannt) war ein deutsch-schweizerischer Verleger von Spielen und Bilderbüchern. Er gründete 1919 in Deutschland den Spiele- und Bilderbuchverlag Tietz & Pinthus und nach der Emigration 1938/39 den Verlag Edition Carlit in der Schweiz.
Leben
Pinthus wurde am 27. Mai 1889 in Erfurt als Sohn von Louis Pinthus (1852–1912) und Bertha Rosenthal (1864–1934) geboren; er wuchs in einer bürgerlichen Kaufmannsfamilie auf.[5] Sein Vater hatte ab 1882[6] ein Textilgeschäft in Erfurt, später zog die Familie nach Magdeburg. Willi Pinthus hatte einen älteren Bruder, den Schriftsteller Kurt Pinthus (1886–1975), sowie eine jüngere Schwester Else Albrecht (1899–1982).
Nach dem Ersten Weltkrieg gründete Pinthus mit Richard Tietz in Magdeburg den Spieleverlag Tietz & Pinthus. Von Mai 1919 bis 1923 sowie ab 1933 führte Pinthus den Verlag allein. 1922 verlegte er den Firmensitz nach Nürnberg.
Pinthus war dreimal verheiratet.[1] Seine erste Frau Lotte Schultze heiratete er 1922; sie starb 1925.[7] 1926 heiratete er Käte Meyer, mit der er den 1928[8] geborenen Sohn Herbert Pinthus hatte; sie wurden 1930 geschieden. Im selben Jahr heiratete er Herta Vogt, mit der er die 1931 geborene Tochter Brigitte hatte.
Aufgrund der nationalsozialistischen Rassenpolitik musste er 1938 den Verlag verkaufen (Arisierung), weil er als Jude galt, und emigrierte mit der Familie in die Schweiz, wo er 1938/39 in Zürich den Spiele- und Bilderbuchverlag Edition Carlit gründete.
Pinthus starb am 23. August 1956 in Zürich an einer Herzkrise.[2]