William Hall Jr.
US-amerikanischer Schauspieler
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William „Bill“ Hall Jr. (* 3. Oktober 1946 in Rendville, Ohio; † 14. Februar 2025 in Bellevue, Washington) war ein US-amerikanischer Schauspieler.[1][2][3][4]
Leben
Hall war der älteste Sohn von Colonel William Hall und Captain Allie Marie Summers Hall; er wuchs mit sieben Geschwistern in einer Militärfamilie auf. Seine Kindheit war durch häufige Umzüge der Familie innerhalb der Vereinigten Staaten und ins Ausland geprägt. So kam er früh mit unterschiedlichen Kulturen in Berührung. Nach Abschluss der High School trat Hall im Alter von 18 Jahren selbst den United States Marine Corps bei und er diente nach seiner Grundausbildung während seiner vierjährigen Dienstzeit in zwei Einsätzen während des Vietnamkriegs.[5]
Nach seiner ehrenhaften Entlassung im Rang eines Corporals im Jahr 1969 engagierte er sich unmittelbar im Programm von „Volunteers in Service to America“ (VISTA), wo seine Arbeit im Gemeinwesen sein Interesse an darstellender Kunst weckte. Er blieb der sozialen Arbeit sein Leben lang treu.[5]
Hall starb im Alter von 78 Jahren und wurde von seiner Schwester Lisa sowie zahlreichen Neffen und Nichten überlebt. Er fand seine letzte Ruhe im Sunset Hills Memorial Park in Bellevue.[6]
Karriere
In den frühen 1970er‑Jahren begann er in Seattle seine Theaterlaufbahn und war 1978 Mitbegründer des Seattle Group Theatre, einer der ersten multiethnischen Theatergruppen der Vereinigten Staaten. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich zu einer festen Größe der Theaterszene der Stadt und spielte in zahlreichen Produktionen regionaler und nationaler Bühnen, darunter das Seattle Repertory Theatre, Intiman Theatre, A Contemporary Theatre (ACT) und auf internationalen Tourneen in Ländern wie Russland und China. Er war auch in Produktionen am Broadway als auch Off-Broadway in New York City zu sehen.[7][8]
Parallel dazu übernahm Hall ab Mitte der 1980er‑Jahre auch Film‑ und Fernsehrollen. Sein Durchbruch gelang ihm 1989 mit der Rolle des Mechanikers Oscar in dem mit dem Oscar‑prämierten Film Miss Daisy und ihr Chauffeur. Es folgten weitere Auftritte, etwa im Thriller Darkdrive – Verschollen in der Matrix (1997) und in der Indie‑Komödie Journey of Love – Das wahre Abenteuer ist die Liebe (2012). Zudem wirkte er in Fernsehproduktionen wie Rape – Die Vergewaltigung des Richard Beck (1985) und Fernsehserien wie All My Children und Wolf (1989) mit. Er lieh seine Stimme als Synchronsprecher auch Computerspielen wie Majestic (2001) und Hoyle Card Games (2003). 2020 trat er im Kurzfilm An Unkindness of Ravens auf, bei dem er zugleich als ausführender Produzent fungierte – eine seiner letzten Arbeiten vor der Kamera. Neben der Arbeit auf der Bühne, als Sprecher und vor der Kamera arbeitete er auch in der Werbung und wirkte in Promotionsvideos mit, unter anderem für KIRO.[1]
Im deutschen Sprachraum wurde Hall unter anderem von Dieter Memel und Tilo Schmitz synchronisiert.[9]
Auszeichnungen
- 2006: Footlight Award der Seattle Times als „Anerkennung für seine langjährige künstlerische Wirkung und Präsenz in der Theaterszene von Seattle“
- 2018: Nominierung für den Gypsy Rose Lee Award in der Kategorie „Excellence in Seattle Theater“ für herausragende Leistung in regionalen Theaterproduktionen, insbesondere im Ensemble‑Drama Two Trains Running (Seattle Repertory Theatre / Arena Stage)
Filmografie (Auswahl)
- 1983: Radio World
- 1985: Trouble in Mind
- 1985: Rape – Die Vergewaltigung des Richard Beck (Fernsehfilm)
- 1989: Wolf (Fernsehserie)
- 1989: Miss Daisy und ihr Chauffeur
- 1995: Shockwave 2: Beyond the Gate (Computerspiel)
- 1997: Darkdrive – Verschollen in der Matrix
- 2001: Majestic (Computerspiel)
- 2002: Farewell to Harry
- 2003: Hoyle Card Games (Computerspiel)
- 2006: Boy Culture – Sex Pays. Love costs
- 2012: Journey of Love – Das wahre Abenteuer ist die Liebe
- 2020: An Unkindness of Ravens (Kurzfilm)
Theater (Auswahl)
- 1973: Steambath
- 1974: Huckleberry Finn
- 1980: A Lesson from Aloes (Seattle Group Theatre, Seattle)
- 1980: Another Part of the Forest (Seattle Repertory Theatre, Seattle)
- 1985: I’m Not Rappaport (Booth Theatre, Broadway, New York City)[10]
- 1985: I’m Not Rappaport (Black Box Theatre, Off-Broadway, New York City)
- 1988: Driving Miss Daisy
- 1993: Unquestioned Integrity
- 1996: I'm Not Rappaport (Seattle Repertory Theatre, Seattle)
- 2003: Driving Miss Daisy (Regionaltheater-Tournee)
- 2007: Gem of the Ocean (Seattle Repertory Theatre, Seattle)
- 2007: To Kill a Mockingbird (Intiman Theatre, Seattle)
- 2008: Language Rooms (ACT – A Contemporary Theatre, Seattle)
- 2014: To Kill a Mockingbird (Thalia’s Umbrella, Seattle)
- 2018: Two Trains Running (Seattle Repertory Theatre, Seattle und Arena Stage, Washington, D.C.)
- 2022: Europe (Thalia’s Umbrella, Seattle)
Er war außerdem in Stücken wie To Be Young, Gifted & Black, Sunset & Glories und The Island zu sehen.
Weblinks
- William Hall Jr. bei IMDb
- William Hall Jr. in The Movie Database
- William Hall Jr. in der Internet Broadway Database (englisch)