William Safran

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William Safran – ursprünglich Bezalel Wolf Safran – (geboren am 8. März 1930 in Dresden; gestorben am 22. Januar 2026 in Palo Alto) überlebte als Junge den Holocaust in mehreren deutschen Konzentrationslagern. Er emigrierte 1946 in die Vereinigten Staaten und wurde ordentlicher Professor für Politikwissenschaft an der University of Colorado Boulder.

Leben

William Safran war der Sohn eines Dresdner Rabbiners. 1942 wurde er mit seiner Familie ins Ghetto Riga, anschließend in das KZ Kaiserwald und dann 1944 in das KZ Stutthof bei Danzig deportiert, wo sein Vater und ein Bruder 1945 starben. Wie die von ihm getrennte Mutter und seine Schwester überlebte er. Nach der Befreiung durch die Rote Armee und nach Aufenthalten in deutschen DP-Lagern konnten sie 1946 in die Vereinigten Staaten auswandern.[1]

Im Jahr 1955 schloss er sein Masterstudium in International Relations an der City University of New York ab. 1964 promovierte er an der Colombia University im Fach Öffentliches Recht und Verwaltung. Von 1973 bis 2003 war er Professor für Politikwissenschaft an der University of Colorado in Boulder. Die Schwerpunkte seiner Veröffentlichungen bezogen sich auf die vergleichende europäische und insbesondere französische Politik sowie auf Themen der Ethnizität und des Nationalismus (Staatsbürgerschaft, Multikulturalismus, Identität, Diaspora, Einwanderung, Sprache und Religion). Gastprofessuren hatte er an der Hebrew University in Jerusalem und an den Universitäten in Nizza, Grenoble, Bordeaux und Santiago de Compostela.[2]

Er heiratete 1961 Marian Folk, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat. 2020 erlitt er einen Schlaganfall und zog mit seiner Frau nach Kalifornien. Er verstarb am 22. Januar 2026 in Palo Alto im Alter von 95 Jahren.[1]

Publikationen (Auswahl)

  • Veto-group Politics: The Case of Health-insurance Reform in West Germany. Chander Publishing, 1967
  • The French Polity, diverse Ausgaben
  • Ideology And Politics: The Socialist Party Of France, Westview Press. 1979, ISBN 978-0891581826 (mit George A. Codding)
  • Politics in Europe. Mitherausgeber diverser Ausgaben
  • Language, Ethnic Identity and the State. Routledge, 2005, ISBN 0-415-37122-8 (Mitherausgeber)
  • Transnational Migrations: The Indian Diaspora. Routledge, 2009, ISBN 9780367176327 (Mitherausgeber)
  • Nationalism and Ethnic Politics. (Gründungsherausgeber)
  • Routledge Studies in Nationalism and Ethnicity. (Gründungsherausgeber)

Einzelnachweise

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