Willy Real

deutscher Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Willy Real (* 25. Oktober 1911 in Osternienburg im Herzogtum Anhalt; † 23. April 2004 in Bonn) war ein deutscher Historiker. Real war Professor für Geschichte und Didaktik der Geschichte an der Universität zu Köln. Er verfasste insbesondere Abhandlungen der deutschen Geschichte.

Leben

Er wurde am 25. Oktober 1911 in Osternienburg (heute in Sachsen-Anhalt) als Sohn von Anna Real, geborener Funke, und des Bautechnikers Wilhelm Real geboren. Nach dem Abitur im März 1930 in Köthen studierte er an den Universitäten Halle, Münster und Köln Geschichte, Germanistik und Philosophie. Mit einer Untersuchung über Die deutsche Verfassungsfrage am Ausgang der napoleonischen Herrschaft bis zum Beginn des Wiener Kongresses wurde er 1935 an der Universität Münster bei Hermann Wätjen zum Dr. phil. promoviert. Von 1936 bis 1969 war er im Höheren Schuldienst tätig, zunächst an der Hindenburgschule in Düsseldorf.[1] Er unterrichtete von 1945 bis 1971 als Lehrer für Deutsch und Geschichte am Gymnasium in Waldbröl, danach am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. 1977 wurde er in den Ruhestand versetzt. Er lebte zuletzt in Bonn.

Nach seiner Habilitation 1970 an der PH Rheinland, Abteilung Bonn, war er ab 1971 wissenschaftlicher Rat und Professor an der PH Rheinland, Abteilung Köln, seit 1980 Professor für neue deutsche Geschichte an der Universität Köln. Er war unter anderem Mitglied der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Sein Buch Die Revolution in Baden 1848/49 (1983) widmete er der Erinnerung an seinen „verehrten Lehrer Hans Herzfeld“.

Willy Real war katholisch und ab 1939 war mit Marianne Real, geborener Müller, verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Heinz Jürgen, Michael Alexander und Monika Christiane. Sein Sohn Heinz Jürgen wurde ebenfalls Historiker: Er promovierte bei Johannes Spörl und arbeitete später am Bundesarchiv Koblenz.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Von Potsdam nach Basel. 1958.
  • Der deutsche Reformverein: großdeutsche Stimmen und Kräfte zwischen Villafranca und Königgrätz. Matthiesen, Lübeck 1966.
  • Der hannoversche Verfassungskonflikt von 1837/1839. 1972.
  • Karl Friedrich von Savigny: 1814–1875; ein preußisches Diplomatenleben im Jahrhundert der Reichsgründung (= Historische Forschungen. Band 43). 2 Bände. Duncker & Humblot, Berlin 1982; Neuauflage 1990, ISBN 3-428-06963-3.
  • Die Revolution in Baden 1848/49. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-007921-2.
  • Das Großherzogtum Baden zwischen Revolution und Restauration (1849–1851).' 1983.
  • Zwischen Zuversicht und Entartung: Erinnerungen an ein Studium der Geisteswissenschaften in den Jahren vor und nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1930–1935. 3., erweiterte Auflage. Kovač, Hamburg 2000, ISBN 3-86064-529-3.
  • als Hrsg.: Aus den Lebenserinnerungen / Hans Herzfeld. De Gruyter, Berlin (u. a.) 1992, ISBN 3-11-013520-5.

Quellen

  • Lebenslauf in: Die deutsche Verfassungsfrage am Ausgang der napoleonischen Herrschaft bis zum Beginn des Wiener Kongresses. (Diss.)
  • Real, Willy. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 983.
  • Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who (1996)

Einzelnachweise

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