Willy Stamm
deutscher Architekt und Stadtplaner
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Willy Alex Stamm (* 14. Dezember 1905 in Dessau; † 4. Dezember 1973 in Peine) war ein deutscher Architekt und Stadtplaner.
Leben
Nach einer Maurerlehre in seiner Heimatstadt besuchte Willy Stamm die Staatliche Baugewerbeschule Breslau sowie die Kunstgewerbe- und Handwerksschule Dessau. Anschließend studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg und war dort Meisterschüler bei Heinrich Tessenow.[1]
In den Jahren 1931 bis 1932 war Stamm Hospitant bei Ludwig Mies van der Rohe am Bauhaus Dessau. Bis 1944 arbeitete er als Architekt in Paris, Thionville und Dessau. Ab 1936 führte er in Dessau ein eigenes Architekturbüro und bearbeitete Aufträge für die Rüstungsindustrie.[2] Zugleich entwarf er mehrere Einfamilienhäuser, darunter sein eigenes Wohnhaus in Dessau.
Während des Zweiten Weltkriegs leistete Stamm 1944–1945 Kriegsdienst. Nach seiner Rückkehr nach Dessau arbeitete er 1945–1946 für die Landesplanungsbehörde Sachsen-Anhalt an Dorfplanungen.
In den Jahren 1948–1949 war Stamm am Wiederaufbau des Theaters Dessau und des Rathauses beteiligt. Von 1949 bis 1953 wirkte er als Hauptarchitekt und Leiter der Entwurfsabteilung des VEB (Z) Projektierung Dessau. 1954 leitete er das Entwurfsbüro für Hochbau Dessau[3].
Zu seinen Arbeiten zählen Bauprojekte in Dessau – insbesondere an der Zerbster Straße, Poststraße, Diagonalstraße, Stalinstraße und Friedrich-Engels-Straße – sowie Projekte in Zerbst, Roßlau, Bernburg und Aschersleben.
1954 wurde Stamm zum Leiter der Meisterwerkstatt Architektur an der Deutschen Bauakademie in Berlin berufen. 1955–1961 war er Chefarchitekt der Stadt Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt).[4]
Ab 1961 arbeitete Stamm als freier Architekt in Berlin-West und später in Kassel, Mülheim an der Ruhr, Krefeld, Solingen und Peine, wo er 1973 verstarb.
Wichtige Bauten und Projekte (Auswahl)
- Wohn- und Geschäftsbauten in Dessau: Zerbster Straße, Poststraße, Diagonalstraße, Stalinstraße, Friedrich-Engels-Straße (1949–1953)
- Planungen in Zerbst, Roßlau, Bernburg und Aschersleben (um 1950)
- Stadtplanung in Stalinstadt/Eisenhüttenstadt (ab 1955)
- Hotel Lunik, Eisenhüttenstadt[5]
Literatur
- Dietrich Fürst et al.: Vom Baukünstler zum Komplexprojektanten. Architekten in der DDR. Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung. Erkner, 2000, ISBN 3-934669-00-X.