Winzelbürg
Wüstung im Gemeindegebiet von Nürnberg
From Wikipedia, the free encyclopedia
Winzelbürg ist eine Wüstung im Gemeindegebiet der kreisfreien Stadt Nürnberg.
Geographie
Die Einöde lag auf freier Flur auf einer Höhe von 329 m ü. NHN. 0,4 km nordwestlich lag Schoppershof, 0,2 km nordöstlich Weigelshof, 0,25 km südlich Rechenberg und 0,2 km westlich Schübelsberg.[1] Heute befindet sich an ihrer Stelle die Lützowstraße. Die weiter südlich verlaufende Winzelbürgstraße hingegen befindet sich dort, wo der Weiler Rechenberg war.
Geschichte
1467 wurde der Ort als „Hoff hinter dem Kwperg“ erstmals schriftlich erwähnt. 1508 lautete die Schreibweise „Wynsselpurg“. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ‚Winsel‘ (Frühneuhochdeutsch für Weindrossel), einer Vogelart, die hier vorzufinden war, was das Vorhandensein eines Weinberges voraussetzt, da die Weindrossel sich bevorzugt von Weintrauben ernährt. Eventuell erfolgte die Übertragung auf einen solchen Menschen, in dem Falle wäre Winsel ein Übername.[2]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Winzelbürg aus einem Anwesen. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Nürnberg aus, was aber vom brandenburg-bayreuthischen Oberamt Baiersdorf bestritten wurde. Der Nürnberger Eigenherr von Behaim war Grundherr des Gutes.[3]
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Erlangen. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Winzelbürg dem 1813 gebildeten Steuerdistrikt Erlenstegen und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Erlenstegen zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Winzelbürg in die neu gebildete Ruralgemeinde Rennweg umgemeindet. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand 1 Anwesen von 1823 bis 1835 dem Patrimonialgericht Leyh. Mit der Eingliederung des Ortes Rennweg in die Stadt Nürnberg im Jahr 1865 hieß die Ruralgemeinde Schoppershof. 1899 wurde diese nach Nürnberg eingemeindet.[4]
Einwohnerentwicklung
Religion
Winzelbürg war seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jobst (Nürnberg) gepfarrt.[3][11]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Winzelbürg. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 267 (Digitalisat).
- Dorothea Fastnacht: Nürnberg : ehemaliger Stadtkreis (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 9). Michael Laßleben, Kallmünz 2022, ISBN 978-3-7696-6594-9, S. 464–470.
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 190 (Digitalisat). Ebd. S. 242–243 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Winzelbürg. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 548 (Digitalisat).
Weblinks
- Wünzelbürg in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 12. Mai 2023.
- Winzelbürg im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 30. Juli 2025.