Wippenbach

Stadtteil von Ortenberg (Hessen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Wippenbach ist nach der Einwohnerzahl der kleinste Stadtteil von Ortenberg im südhessischen Wetteraukreis.

Schnelle Fakten Stadt Ortenberg ...
Wippenbach
Stadt Ortenberg
Koordinaten: 50° 21′ N,  3′ O
Höhe: 195 (138–220) m ü. NN
Fläche: 2,12 km²[1]
Einwohner: 424 (2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 63683
Vorwahl: 06046
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Geografische Lage

Wippenbach liegt westlich direkt anschließend an den Ortskern von Ortenberg auf einer Höhe von 195 m ü. NN, westlich von Ortenberg an der Nidder, 6,5 km südöstlich von Nidda. Durch den Ort führt die Landesstraße 3184.

Geschichte

Mittelalter

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung von Wippenbach stammt vom 29. Juni 1212.[3]

Wippenbach gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde.

Frühe Neuzeit

Da alle drei Herren des Kondominats sich der Reformation zuwandten, wurde auch Wippenbach zunächst lutherisch. 1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei das Dorf Wippenbach an die Grafschaft Hanau-Münzenberg, ab 1642: Grafschaft Hanau, fiel. Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg verfolgte aber ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik. Er machte vom Jus reformandi, seinem Recht als Landesherr Gebrauch, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, und setzte dies für die Grafschaft Hanau-Münzenberg weitgehend als verbindlich durch. Die Grafschaft Hanau wiederum fiel 1736 beim Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., aufgrund eines Erbvertrages an die Landgrafschaft Hessen-Kassel und damit auch Wippenbach.

Neuzeit

Das Hanauer, später hessische „Amt Ortenberg“ gehörte ab 1810 zum Großherzogtum Hessen und war hier dem Dominialamt Ortenberg zugeordnet. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, in den auch alle Teile des ehemaligen Amtes Ortenberg verschmolzen und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kamen die Gebiete des ehemaligen Amtes Ortenberg zum Landkreis Büdingen, der mit der Gebietsreform in Hessen 1972 im Wetteraukreis aufging.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Die bis dahin selbständige Gemeinde Wippenbach wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. Juli 1971 mit den Städten Ortenberg und Lißberg sowie vier weiterer kleinerer umliegender Gemeinden auf freiwilliger Basis zu erweiterten Stadt Ortenberg zusammengeschlossen.[4] Für Wippenbach wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Ortenberg, ein Ortsbezirk gebildet.[5]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Wippenbach angehört(e):[1][6][7]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wippenbach 294 Einwohner. Darunter waren 9 (3,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 48 Einwohner unter 18 Jahren, 141 zwischen 18 und 49, 63 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter.[11] Die Einwohner lebten in 117 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 48 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 84 Haushaltungen lebten keine Senioren.[11]

Einwohnerentwicklung
Wippenbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2022
Jahr  Einwohner
1834
 
140
1840
 
159
1846
 
168
1852
 
111
1858
 
105
1864
 
114
1871
 
106
1875
 
108
1885
 
100
1895
 
95
1905
 
104
1910
 
101
1925
 
123
1939
 
113
1946
 
196
1950
 
165
1956
 
179
1961
 
185
1967
 
181
1970
 
183
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2008
 
309
2010
 
310
2011
 
294
2014
 
334
2018
 
390
2022
 
424
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Stadt Ortenberg:[12][13]; Zensus 2011[11]; 2022[2]
Historische Religionszugehörigkeit
 1961:168 evangelische (= 90,81 %), 15 katholische (= 8,11 %) Einwohner[1]

Politik

Für Wippenbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Wippenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[5] Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 61,44 %. Alle Kandidaten gehörten der „Unabhängige Wählervereinigung Wippenbach“ an.[14] Der Ortsbeirat wählte Hans-Werner Goldstein zum Ortsvorsteher.[15]

Kulturdenkmäler

Literatur

  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 216.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis I. Stuttgart 1999, S. 418–419.
  • Webauftritt der Stadt Ortenberg.
  • Wippenbach. In: Webauftritt. Stadt Ortenberg, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. April 2016;.
  • Wippenbach, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).

Anmerkungen und Einzelnachweise

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