Witno

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Witno (deutsch Wittenfelde, Kreis Greifenberg) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und gehört zur Gmina Gryfice (Greifenberg) im Powiat Gryficki (Kreis Greifenberg).

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Witno
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Witno (Polen)
Witno (Polen)
Witno
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Gryfice
Gmina: Gryfice
Geographische Lage: 53° 57′ N, 15° 4′ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZGY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 105: Świerzno–Gryfice
Eisenbahn: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
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Geographische Lage

Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, etwa zehn Kilomter nordwestlich von Gryfice (Greifenberg i. Pom.) und vier Kilometer nordnordwestlich des Dorfs Rybokarty (Ribbekardt).

Die Ostseeküste bei Pobierowo (Poberow) im Nordnordwesten ist 18 Kilometer entfernt.

Geschichte

Wittenfelde war im 18. Jahrhundert ein Bauerndorf mit einer Mutterkirche, das die beiden Familien v. Witten und v. Edling als Lehen besaßen und das um 1780 insgesamt dreizehn Feuerstellen (Haushaltungen) hatte.[1]

Anfang der 1930er hatte die Gemarkung der Landgemeinde Wittenfelde einen Flächeninhalt von 2,5 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen zusammen 15 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnplätzen:

  1. Mühle
  2. Wittenfelde

Wittenfelde war bis 1945 ein Dorf im Landkreis Greifenberg i. Pom. im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Es gehörte zum Amts- und Standesamtsbezirk Ribbekardt.

Im Jahre 1905 lebten hier 105 Menschen, deren Zahl mit 110 im Jahre 1933 und 104 im Jahre 1939 nahezu gleich blieb.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Wittenfelde zusammen mit ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Der Ortsname Wittenfelde wurde zu ‚Witno‘ polonisiert. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Wittenfelde vertrieben.

Seit 1945 ist Wittenfelde unter dem Namen Witno ein Ortsteil der Gmina Gryfice (Stadt- und Landgemeinde Greifenberg) in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Stettin).

Kirche

Dorfkirche

Die ehemals evangelische Wittenfelder Kirche gehörte vor 1945 zu den ansehnlichsten Kirchen im Landkreis Greifenberg i. Pom. Das aus dem 15./16. Jahrhundert stammende Gotteshaus beeindruckte durch sein wertvolles Interieur.

Das Kircheninnere überspannt eine bunte Balkendecke, von der ein Taufengel von 1698 herabschwebt.

Der Altar ist mit üppigem Akanthus versehen. Neben der gemalten Kreuzigung befinden sich zwei manieristische Gestalten des Matthäus und Markus. Als Bekrönung der auferstandene Christus mit der Fahne. Zwei reiche Altarschranken zeigen Engel mit Marterwerkzeugen.

Der Altar ist das Werk des Bildhauers Rosenberg aus Stettin, dessen Schwiegersohn Erhard Löffler der Schöpfer des 23 Meter hohen Altars der Stettiner Jacobi-Kirche war.

Dss Kirchengebäude wurde nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet und trägt heute den Namen Kościół św. Stanisław Kostka (Hl. Stanisław Kostka).

Kirchspiel

Der kleine Ort Wittenfelde war vor 1945 überwiegend von evangelischen Kirchengliedern bewohnt. Der Ort war Pfarrdorf für das Kirchspiel Wittenfelde, dem die Kirchengemeinde Stuchow, Kreis Cammin i. Pom., zugeordnet war. Eingepfarrt waren außerdem die Orte Kambz, Lüttkenhagen, Medewitz, Neuhöfe und Staarz.

Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel 1268 Gemeindeglieder, von denen je die Hälfte im Pfarrort bzw. im Filialdorf lebten. Damals gehörte das Kirchspiel zum Kirchenkreis Greifenberg im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1678 zurück.[2]

Das katholische Kirchspiel war in Greifenberg i. Pom. Das Standesamt befand sich in Ribbekardt.

Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Bevölkerung ist überwiegend katholischer Konfession. Das Dorf ist nicht mehr Pfarrsitz, sondern gehört als Filialgemeinde zur Pfarrei Stuchowo (Stuchow), die zum Dekanat Kamień Pomorski (Cammin) im Erzbistum Stettin-Cammin der Katholischen Kirche in Polen gehört. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören jetzt zur Pfarrei Stettin in der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Kirchort ist Trzebiatów (Treptow an der Rega), wo die Johannes-Kirche (vor 1945 altlutherisch) jetzt das evangelische Gotteshaus ist.

Pfarrer bis 1945

Seit der Reformation und bis zur Vertreibung amtierten in Wittenfeld 22 evangelische Geistliche:

  1. Bernhard Pokefitz, bis 1574
  2. Georg Vollmar, 1575–1611
  3. Joachim Zülich, 1611–1653
  4. Joachim Graskrüger, 1654–1678
  5. Samuel Hoppe, 1679–1700
  6. Petrus Rudolphi, 1701–1708
  7. Joachim Ulrich, 1709–1715
  8. Daniel Spies, 1716–1719
  9. Thomas Hoppe, 1719–1761
  10. Lorenz Johann Paul Händel, 1761
  11. Gotthilf Daniel Friedrich Schutzius, 1761–1772
  12. Paul Gottfried Munkel, 1773–1778
  13. Johann Peter Ludwig Munkel (Bruder von 12.), 1779–1785
  14. Georg Theodor August Crohn, 1786–1833
  15. Ernst Eduard Meyer, 1833–1856
  16. Johann Wilhelm Krause, 1857–1875
  17. Karl Paul Johannes Schönberg, 1875–1878
  18. Ernst Hans Ludwig von Winterfeld, 1878–1892
  19. Gustav Anton Ruff, 1892–1911
  20. Rudolf Klar, 1912–1927
  21. Alfred Pfitzner, 1928–1932
  22. Wolfgang Schaeffer, 1938–1945

Verkehr

Witno liegt drei Kilometer nördlich der Woiwodschaftsstraße 105 von Świerzno (Schwirsen) nach Gryfice (Greifenberg) und ist über den Abzweig Stuchowo (Stuchow) zu erreichen.

Eine Bahnanbindung besteht seit Aufgabe der Bahnstrecke Greifenberg-Horst-Treptow der Greifenberger Kleinbahn mit der Bahnstation Medewitz (heute polnisch: Niedźwiedziska) durch die Polnische Staatsbahn nicht mehr.

Literatur

  • Wittenfelde, Dorf, Kreis Greifenberg, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Wittenfelde (meyersgaz.org).
  • Heinrich Schulz, Pommersche Dorfkirchen östlich der Oder, Herford 1963.
  • Hans Moderow, Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, Teil 1, Stettin 1903.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Teil II: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 6: Kreise Kamin und Greifenberg, Anklam 1870, S. 1001–1003 (Google Books).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, 1. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise, Stettin 1784, S. 453–454, Ziffer 97 (Google Books).

Einzelnachweise

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