Wolfgang

männlicher Vorname From Wikipedia, the free encyclopedia

Wolfgang ist ein deutscher männlicher Vorname.

Herkunft und Bedeutung

Wolfgang setzt sich zusammen aus althochdeutsch wolfWolf“ und ganc „Gang, Gehen, Waffengang, Streit“ und bedeutet in etwa „der mit dem Wolf [in den Kampf] geht“.[1][2]

Jacob Grimm versteht den Wolf hier als magisches, heiliges (und von Wotan geschätztes) Tier, das den Sieg im Kampf weissagt, und entsprechend Wolfgang (latinisiert Lupambulus) als „Heldenname“ mit der Bedeutung ‚Held, dem der Wolf des Sieges vorangeht‘.[3]

Die Germanen fürchteten und verehrten gleichermaßen den Wolf als starken und mutigen Kämpfer. „In ein vernichtendes Raubtier fühlte sich der Mann verwandelt, wenn er in die Schlacht eintrat; dann wurde er ‚selbst zum Wolf’“.[4] Möglicherweise zog sich ein Krieger dazu einen Wolfspelz über, in dem Glauben, die Kraft und Gefährlichkeit des Tieres übertrügen sich dadurch auf ihn.[5] Vielleicht hatte er aber auch eine dem Wolf eigentümliche Art des Gehens oder Schleichens.

In der germanischen Mythologie begleiten die beiden Wölfe Geri und Freki den obersten Gott Odin; das hatte sicher Einfluss auf die Namensgebung. Als ursprüngliches Namensgebungsmotiv vermutet der Namenforscher Adolf Bach jedoch den Wunsch der Eltern für ihr Kind, „dass ihm durch einen Namenzauber die bewunderten Eigenschaften des Tieres […] zuteil werden möchten“.[6]

Verbreitung

Die frühesten Belege (Vulfgang) stammen aus dem 8. Jahrhundert.[7] Ebenfalls findet sich im Reichenauer Verbrüderungsbuch (in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts begonnen) ein früher Beleg für den Namen in der oberdeutschen Schreibweise Vuolfkanc.[8] Doch erst durch den Kult des heiligen Wolfgang von Regensburg (10. Jahrhundert) fand der Name weite Verbreitung. Zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert avancierte Wolfgang v. a. in Süddeutschland und Österreich zu einem der beliebtesten Jungennamen; später wurde er häufig gegeben im Andenken an Wolfgang Amadeus Mozart (oder aber Johann Wolfgang von Goethe). Im 20. Jahrhundert kam der Name noch einmal in Mode, der Höhepunkt lag um 1960.

Der Vorname Wolfgang gehörte in Deutschland von den 1890er bis zu den 1970er Jahren zu den beliebten Jungennamen.[9] Besonders beliebt war er mit Rang 5 in den 1940er[10] und Rang 6 in den 1950er Jahren[11]. Ab Mitte der 1970er Jahre ging seine Beliebtheit stetig zurück. In den letzten 10 Jahren wurde er etwa 660 Mal vergeben.[12] In Österreich lag der Name von 1984 bis 1988 in den Top-30 und bis 2001 in den Top-100. Seitdem ist er nur noch mäßig beliebt.[13] Von 1984 bis 2023 wurde er etwa 4.600 Mal gewählt. In der Schweiz wurde der Name zwischen 1930 und Ende der 1960er Jahre häufiger bei der Namenswahl berücksichtigt. Danach nur noch in einem geringen Volumen. Seit der Jahrtausendwende wird er hin und wieder vergeben.[12]

In Frankreich gehörte der Name Anfang des 20. Jahrhunderts und nach 1940 kurzzeitig zu den Top-500.[14] Der Name tauchte in Tschechien von 1935 bis 1945 ab und zu in den Top-200 auf.[15] Der Name wurde in Dänemark, Schweden und Norwegen vorwiegend zwischen 1930 und 1950 vergeben.[16] Der Name kommt in den Niederlanden seit 1930 fast alljährlich in den Vornamenscharts vor, aber in einem geringen Umfang. In den USA befindet sich der Name seit den 1950er Jahren fast alljährlich in den Hitlisten. In den letzten 10 Jahren wurde er rund 1.300 Mal vergeben.[12]

Namenstag

Namenstag ist der 31. Oktober, bezeichnet als „(Sankt-)Wolfgangs-Tag“, nach dem heiligen Bischof Wolfgang von Regensburg.

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Sonstige

Ähnliche Vornamen

Varianten

  • Farkas (ungarisch)
  • Farkaš (ungarisch, alternative Schreibweise)
  • Lope (spanisch)
  • Loup (französisch)
  • Lupo (italienisch)
  • Lupus (lateinisch)
  • Lupambulus (lateinisch)

Einzelnachweise

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