World Press Photo
Organisation für Fotojournalismus
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Die World Press Photo Foundation ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation, die 1955 in den Niederlanden gegründet wurde. Schirmherr der Organisation ist derzeit Prinz Constantijn von Oranien-Nassau.
Das Hauptziel besteht darin, die Arbeit professioneller Pressefotografen zu unterstützen. Im Laufe der Jahre hat sich World Press Photo zu einer unabhängigen, international renommierten Plattform für Fotojournalismus entwickelt. Zum Erreichen seiner Ziele veranstaltet World Press Photo alljährlich den weltweit größten Wettbewerb für Pressefotografie. Die preisgekrönten Fotos werden in einer Wanderausstellung gezeigt, die in mehr als 80 Städten auf der ganzen Welt von über einer Million Besuchern gesehen wird. Begleitend wird ein Jahrbuch mit allen preisgekrönten Einsendungen in sechs Sprachen veröffentlicht.
Neben dem Ausstellungsprogramm befasst sich World Press Photo mit aktuellen Entwicklungen im Fotojournalismus. Förderprojekte spielen eine immer größere Rolle: So werden unter anderem sieben Mal im Jahr in Entwicklungsländern Seminare für Fotografen, Fotoagenturen und Bildredakteure veranstaltet.
Wettbewerb
Beim jährlich von der Stiftung durchgeführten Foto-Wettbewerb wird das Pressefoto des Jahres gewählt. Die Wahl zum Pressefoto des Jahres gilt als weltweit höchste Auszeichnung unter Fotojournalisten.
Dieser Wettbewerb ist der einzige dieser Art, an dem Fotografen aus der ganzen Welt teilnehmen. Jedes Jahr treffen zum Einsendeschluss Ende Januar Zehntausende von Pressefotos freier Pressefotografen, Presseagenturen, von Zeitungen und Magazinen bei World Press Photo in Amsterdam ein. Die Einsendungen umfassen alle wichtigen nachrichtenbezogenen Ereignisse des Vorjahres. Insofern ist der Wettbewerb immer auch ein Resümee des aktuellen Weltgeschehens.
Von Beginn an war der Wettbewerb in unterschiedliche Themen eingeteilt, die das Spektrum der Pressefotografie wiedergaben. Diese Kategorien unterlagen im Lauf der Jahrzehnte einem Wandel, der auch den Zeitgeschmack, das Œuvre der Pressebilder in Zeitschriften und neueren Medien und auch die politische bzw. weltanschauliche Ausrichtung des Wettbewerbs widerspiegelt. Beispielsweise gab es 1970 nur diese sechs Kategorien für je 3 Preisträger: Features, Nachrichtenfotos, Porträts, Sport, Bildstrecken und Fotoreporter des Jahres. Ein Blick auf 1994 zeigt dagegen folgende 8 preiswürdigen Sparten: Harte Fakten, Menschen in den Schlagzeilen, Kunst, Alltagsleben, Wissenschaft, Natur und Umwelt, Sport und Reportagen; diese Einteilung wandelte sich bis zu über 15 Kategorien, wobei in manchen nur ein oder zwei Preise vergeben wurden; 1983 beispielsweise gab es insgesamt 43 Preisträger. Im Jahr 2020 wurden 45 Preise in 8 Kapiteln vergeben, die zusätzlich nach Einzelfotos und Fotoserien getrennt beurteilt wurden.
Mit dem Wettbewerb 2021 wurden die bis dahin ausgeschriebenen Wertungskategorien nach Themen abgeschafft und durch ein Regionalmodell ersetzt, das grob nach Erdteilen gegliedert ist. Bevor eine Jury – nun nicht mehr weltweit dieselbe, sondern nach Region eine unterschiedlich zusammengesetzte – die Sieger in den Kategorien „World Press Photo of the Year“, „World Press Photo Story of the Year“, „World Press Photo Long Term Project“ und „World Press Photo Open Format“ ermittelt, werden zunächst die besten Bilder bzw. Bildstrecken in den 6 Regionen Afrika / West-, Zentral- und Südasien / Europa / Nord- und Mittelamerika / Südamerika / Asien-Pazifik und Ozeanien (incl. Australien) benannt. Je Region werden drei Einzelfotos, drei Fotoserien und ein Langzeitprojekt prämiert. Dazu kommen sozusagen „die Besten der Besten“ in weltweiten Kategorien, so dass sich etwa 45 Preisträger herausschälen; üblicherweise ziert dann das Siegerfoto als „Pressefoto des Jahres“ den Titel des veröffentlichten Jahrbuches.
In manchen Jahren wurden auch Sonderpreise ausgelobt, wie der Leica-Oskar-Barnack-Preis, ein Budapestpreis für Fotoserien für die beste Visualisierung positiver zwischenmenschlicher Beziehungen oder auch ein Kinder-Pressefoto des Jahres, ausgewählt von einer Jury aus Kindern.
Zudem können besondere Beiträge, die bei der Preisvergabe nicht berücksichtigt wurden, eine „Honorable Mention“ oder eine „Special Mention“, also eine ehrenvolle oder besondere Erwähnung erhalten.
Joop Swart Masterclass
Die Joop Swart Masterclass ist ein bekanntes Bildungsprogramm von World Press Photo für Fotografen mit 5 bis 10 Jahren Berufserfahrung in den Sparten Dokumentarfotografie, Fotojournalismus und visuelles Storytelling. Es besteht seit 1994. Es werden jährlich 12 Fotografen aus aller Welt ausgewählt, um ein fotografisches Projekt zu entwickeln und Kenntnisse zu erwerben, die eine nachhaltige Karriere im Fotojournalismus und Dokumentarfotografie ermöglichen. Die Teilnehmer werden von Branchenexperten betreut.[1]
Weblinks
- World Press Photo
- World Press Photo Archiv
- Alexander Godulla: Ein Jahr, ein Bild? Traditionslinien in der Wirklichkeitskonstruktion von World Press Photo, in: Visual-History, 9. Februar 2015