World Snowboarding Federation

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Die World Snowboarding Federation oder WSF ist eine weltweite Dachorganisation für Snowboardverbände. Sie führt die offiziellen Wertungen der Ticket to Ride World Snowboard Tour (TTR), verwaltet einen Stamm von mittlerweile über 60.000 Mitgliedern und organisiert Veranstaltungen rund um die Welt.

Geschichte

Nach dem Konkurs der International Snowboarding Federation (ISF) im Juni 2002 fanden sich mehrere Vertreter verschiedener Verbände in München zusammen, um die Zukunft des professionellen Snowboardsports zu diskutieren. Am 10. August 2002 wurde daher unter Leitung von Verbänden aus Japan und Norwegen die World Snowboarding Federation gegründet, welche nach einer letzten Sitzung im November 2002 in Wien ihre Arbeit aufnahm. Nach dem Vorbild der ISF setzte man es sich als Aufgabe, die ursprüngliche Entwicklung des Sports fortzusetzen und entsprechende Interessen zu vertreten.[1] Bald schloss sich die WSF mit der TTR zusammen, eine Liga, welche sich nach dem Zusammenbruch der ISF entwickelte und als direkte Konkurrenz zu Bewerben von der FIS gesehen werden kann, welche maßgeblich an der Schließung der ISF beteiligt war.

Die Organisation wurde 2002 in Prag gegründet. 2017 wurde der Hauptsitz nach Innsbruck verlegt.[2]

2017 fusionierten WSF und TTR aufgrund der tiefgreifenden Veränderungen im Finanzumfeld des Sports zu einer einzigen Organisation. 2012 bemerkte die TTR, dass der nationale Sportverband begann, Gelder zur Unterstützung nationaler Athleten bereitzustellen, und die ersten national gut finanzierten Veranstaltungen auf der Tour stattfanden. Dies geschah zeitgleich mit dem Niedergang der wichtigsten Marken, die den Wettkampf-Snowboardsport finanziert hatten. Da sich die Finanzierung von Veranstaltungen von primär Sponsoring hin zur aktuellen Situation verlagerte, in der der nationale Sportverband den Großteil der Athleten und Veranstaltungen finanziert, war die Fusion mit der WSF notwendig. Die WSF ist ein mitgliederbasierter internationaler Verband, während die TTR im Besitz privater Veranstaltungsteilnehmer war. Die Fusion zwischen WSF und TTR erfolgte 2017 durch Verschmelzung mittels Absorption. Die WSF wurde als übernehmende Organisation durch die Fusion zur Rechtsnachfolgerin der fusionierten Organisationen.[3]

Im Jahr 2019 erzielten der Internationale Skiverband (FIS) und der Welt-Snowboardverband (WSF) eine Einigung zur globalen Vereinheitlichung des Wettkampf-Snowboardens und zur zukünftigen Führung der Welt-Snowboard-Punkteliste (WSPL). Die Vereinbarung definiert die Verantwortlichkeiten für den Snowboard-Wettkampfsport von der Basis bis zu den Olympischen Winterspielen. Die Welt-Snowboard-Punkteliste (WSPL) gilt als umfassendste und aussagekräftigste Rangliste internationaler Snowboard-Athleten in den Disziplinen Halfpipe, Big Air und Slopestyle. Die Führung der WSPL wurde an die FIS übertragen.[3]

Aufgaben

In erster Linie verbindet die WSF die nationalen und regionalen Dachverbände weltweit und arbeitet mit diesen gemeinsam an der Weiterentwicklung des Sports, speziell in den Punkten Wettbewerbe, Shaping (Erstellen von Hindernissen und Sprüngen), Bildung (Lawinenkurse, Fremdsprachen & Medientraining für Nachwuchsfahrer etc.) und Einbindung der Fahrer, Trainer und Verbände in Entscheidungen.

Die WSF selbst ist stark involviert in der Förderung junger Talente, hierfür wird seit 2003 jährlich eine Tour veranstaltet, für welche sich jeder Fahrer unter 18 anmelden kann – es werden keine Sponsoren oder ähnliches benötigt, um daran teilnehmen zu können. Die besten Fahrer können nach entsprechenden Ergebnissen an renommierten Bewerben der TTR teilnehmen und damit auch Punkte sammeln. Der vierfache TTR-Gesamtsieger Peetu Piiroinen war beispielsweise Teilnehmer und auch Sieger dieses Programms (World Rookie Tour).[4]

Eine ebenso wichtige Aufgabe der WSF ist auch die Förderung und Entwicklung einer Liga für behinderte Snowboarder (Adaptive Snowboarding). Es werden Camps und Bewerbe veranstaltet und auch die technologische Entwicklung wird gefördert, welche in Kooperation mit nationalen Verbänden und diversen Firmen vorangetrieben wird.[5]

Siehe auch

Einzelnachweise

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