Wulf Architekten

deutsches Architekturbüro From Wikipedia, the free encyclopedia

Wulf Architekten ist ein deutsches Architekturbüro mit Hauptsitz in Stuttgart. 2015 wurden sie mit dem Hugo-Häring-Landespreis ausgezeichnet.

Schnelle Fakten
wulf architekten gmbh
Rechtsform GmbH
Gründung 1987
Sitz Stuttgart, Deutschland
Leitung Tobias Wulf, Jan-Michael-Kallfaß, Ingmar Menzer, Steffen Vogt, Gabriel Wulf[1]
Mitarbeiterzahl 150[2]
Branche Architektur
Website wulfarchitekten.com
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Büro

Das Büro geht aus dem 1987 von Tobias Wulf gegründeten Architekturbüro hervor und wird heute von Tobias Wulf, Jan-Michael Kallfaß, Ingmar Menzer, Steffen Vogt und Gabriel Wulf geleitet. Von 1996 bis 2018 waren Kai Bierich und Alexander Vohl als Partner von Tobias Wulf bei wulf architekten tätig. Das Büro hat Niederlassungen in Berlin, Basel und der Schweiz.

Derzeit (2026) beschäftigt das Büro etwa 150 Mitarbeiter, davon fünf als Teamleiter und neun als Leitende Architekten. Die Geschäftsführer engagieren sich über ihre Bürotätigkeit hinaus auch in der Lehre, in Gestaltungsbeiräten und bei Preisgerichten.

Die Schwerpunkte der Bauaufgaben liegen auf öffentlichen Bauten in den Bereichen Kultur, Bildung und Forschung sowie Büro, Gewerbe und Soziales, mitunter auch für private Auftraggeber. Insbesondere seit der Jahrtausendwende gehören Bauen im Bestand, innovative Energiekonzepte und infrastrukturelle Großprojekte wie Messen und Kulturbauten zum Repertoire des Architekturbüros.

Ein Großteil[3] der Projektaufträge erfolgt über Wettbewerbserfolge wie zum Beispiel der Campus-Neubau der Berner Fachhochschule (1. Preis, 2019)[4], die Deutsche Botschaft in Tiflis, Georgien (1. Preis, 2014)[5], das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn (1. Preis, 2011), das Landesamt für Finanzen in Landshut (1. Preis, 2006), das adidas factory outlet in Herzogenaurach (1. Preis, 2002) und die Neue Messe Stuttgart (1. Preis, 2000). Seit der Bürogründung 1987 wurden rund fünfhundert Wettbewerbe bearbeitet, 65 davon wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet.[6]

Im denkmalgeschützten Sanierungsbereich planten Wulf 2008 die Generaloberst-Beck-Kaserne (ehemalige Ordensburg) in Sonthofen.[7]

Nach Vorgabe des Münchener Stadtrates basiert der Entwurf für die Vier Grundschulen auf dem pädagogischen Konzept des „Münchener Lernhauses“. Dieses berücksichtigt architektonische, pädagogische wie schulorganisatorische Aspekte, ermöglicht zeitgemäßes Lernen und gewährleistet somit eine hohe Qualität der Bildung und Lehre. Das Projekt nimmt eine Vorreiterrolle im deutschen Schulbau ein, da es als Pilotprojekt für modulare Bauweise entstand.[8]

Das Projekt DZNE in Bonn ist bundesweit das erste Laborgebäude, das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat die nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) vergebene Zertifizierung in „Gold“ erhält.[9][10][11]

Die 2007 fertiggestellte Neue Messe Stuttgart betont mit ihren geschwungenen Dächern und Glasfassaden den Bezug zur umgebenden Landschaft. In diesem Großprojekt, das 7 Messehallen, ein Kongresszentrum sowie eine Veranstaltungshalle umfasst, dokumentiert sich die intensive Auseinandersetzung mit den Besonderheiten eines Ortes. Tobias Wulf erläutert hierzu: „Unser Entwurf folgt nicht ausschließlich funktionalen Erfordernissen – diese zu erfüllen muss selbstverständlich sein –, sondern er entstand im Wesentlichen aus übergeordneten Kriterien der Landschaft und der Wahrnehmung von Raum.“[12] Im Januar 2018 erfolgte die Fertigstellung der im Wettbewerbsentwurf bereits gezeichneten zehnten Halle, die von 68 Meter langen Holzleimbindern überspannt wird.[13] In Planung befinden sich u. a. eine weitere Ausstellungshalle, ein zweites Kongresszentrum sowie ein weiteres Großparkhaus.

Projektfotos

Wettbewerbserfolge (Auswahl)

  • 1991: Landesamt für Umweltschutz, Karlsruhe, 1. Preis
  • 1997: Kongresszentrum via triumphalis, Karlsruhe, 1. Preis
  • 2000: Neue Messe, Stuttgart, 1. Preis
  • 2008: Messe Chongqing, China, 1. Preis
  • 2009: Neubau Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (Stammsitz), Überarbeitung, 1. Rang
  • 2009: Schulzentrum Dialog, Köln, 1. Preis
  • 2011: Ernst & Young Hauptverwaltung, Stuttgart, 1. Preis
  • 2013:
    • Forschungs- und Lehrgebäude der Universität Mannheim, 1. Preis
    • Vier Grundschulen in modularer Bauweise an vier Standorten in München, 1. Preis
  • 2014: Deutsche Botschaft in Tiflis, Georgien, 1. Preis
  • 2015:
  • 2016: Erweiterung der Christuskirche in Sandhausen, 1. Preis
  • 2017:
    • Erweiterung der Anne-Frank-Schule in Karlsruhe, 1. Preis[15]
    • Sanierung und Erweiterung der Realschule in Gerlingen, 1. Preis[16]
    • Entwurf eines Neubaus und Sanierung der historischen Oberamteistraße in Reutlingen, 1. Preis[17]
  • 2018:
    • Neubau Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen, 1. Preis[18]
    • Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Freien Universität Berlin, 1. Preis[19]
    • Generalsanierung des Kulturzentrums Gasteig in München, ein 1. Preis, Überarbeitung[20]
    • Ersatzneubau Campus Deutz, Gebäude A der TH Köln, 1. Preis[21]
  • 2019: Campus-Neubau der Berner Fachhochschule (Schweiz), 1. Preis[22]

Bauten (Auswahl)

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2006: Renault Traffic Design Award für das adidas factory outlet, Herzogenaurach
  • 2007:
  • 2008:
    • Auszeichnung Deutscher Stahlbaupreis für das Parkhaus Neue Messe, Stuttgart
    • Antonio-Petrini-Preis-Auszeichnung für das Deutschhaus-Gymnasium, Würzburg
  • 2010: Prämierung Thomas-Wechs-Preis für das Bildungszentrum des Fleischerhandwerks, Augsburg
  • 2011: best architects award 12 für das Landesamt für Finanzen, Landshut
  • 2012:
    • Fritz-Bender-Preis für die Betriebs-Kita steelcase, Rosenheim
    • best architects award 13 für die Fassadensanierung Parkhaus Kaufhof, Stuttgart
  • 2013: best architects award 14 für die Evangelische Grundschule mit Sporthalle, Karlsruhe
  • 2015: Hugo-Häring-Landespreis für die Evangelische Grundschule mit Sporthalle, Karlsruhe
  • 2016: Best Architects 17 für das Schulzentrum Nord, Stuttgart und das Corporate Center der GFT AG, Stuttgart-Fasanenhof
  • 2017:
    • BDA-Auszeichnung für die IHK Region Stuttgart, das Corporate Center der GFT AG, Stuttgart-Fasanenhof und das Schulzentrum Nord, Stuttgart
    • Auszeichnung „Vorbildlicher Bauten im Land Hessen“[23] für die Hessenwaldschule, Weiterstadt
    • Auszeichnung „Winner Gold“ beim Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur[24] für die Hessenwaldschule, Weiterstadt
  • 2018: Joseph-Maria-Olbrich-Plakette des BDA Hessen[25] für die Hessenwaldschule, Weiterstadt
  • 2019: DAM Preis Shortlist für die Vier Grundschulen in modularer Bauweise, München[26]

Literatur

  • wulf architekten: Struktur und Typus. Basel: Birkhäuser 2025, ISBN 978-3-0356-2912-5
  • wulf architekten: Rhythmus und Melodie, mit einer Einführung von Hubertus Adam. Sulgen (CH): niggli Verlag 2014, ISBN 978-3-7212-0900-6
  • Wulf & Partner: Wulf & Partner selected works 2003–2010. Wiesbaden: Nelte Verlag 2010, ISBN 3-932509-53-6
  • Falk Jaeger: Wulf & Partner – Monografie. Berlin: Jovis Verlag 2007, ISBN 978-3-939633-55-6
  • Falk Jaeger: Unter schwingenden Dächern, Die Neue Messe Stuttgart. Ludwigsburg: avedition Verlag 2007, ISBN 978-3-89986-091-7
  • Wulf & Partner: Adidas Factory Outlet – Architektur und Design. Ludwigsburg: avedition Verlag 2005; ISBN 3-89986-041-1
  • Wulf & Partner: inbewegung, Ausstellungskatalog. Berlin: aedes Verlag 2004, ISBN 3-937093-38-9

Einzelnachweise

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