You Know My Name

Lied von Chris Cornell From Wikipedia, the free encyclopedia

You Know My Name ist das Titellied zum 21. offiziellen James-Bond-Film Casino Royale, gesungen von Chris Cornell, Frontmann der Alternative-Rock-Gruppen Soundgarden und Audioslave. Geschrieben und komponiert wurde es zusammen mit dem Komponisten des Filmsoundtracks David Arnold.

Veröffentlichung13. Nov. 2006 Download
01. Dez. 2006 CD-Single DE
11. Dez. 2006 CD-Single GB
Länge4:03 Main Version
4:02 Pop Mix
Autor(en)Chris Cornell & David Arnold
Schnelle Fakten Chris Cornell, Veröffentlichung ...
You Know My Name
Chris Cornell
Veröffentlichung 13. Nov. 2006 Download
01. Dez. 2006 CD-Single DE
11. Dez. 2006 CD-Single GB
Länge 4:03 Main Version
4:02 Pop Mix
Genre(s) Rock, Filmmusik
Autor(en) Chris Cornell & David Arnold
Album Carry On
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Beschreibung

Der Liedtext verweist auf Glücksspiele wie Roulette.

Mit Casino Royale sollte die Filmreihe neu ausgerichtet werden, was sich auch im Titelsong niederschlug: Das ungewohnt schnelle You Know My Name rückt verzerrte Gitarren in den Mittelpunkt[1] und wird oft mit Live and Let Die von Paul McCartney und den Wings verglichen[2] – auch von Cornell selbst. Bei der engen Zusammenarbeit mit Arnold versuchte er, alles Bond-Typische zu vermeiden. Trotzdem sollte das Lied schlussendlich die „Essenz“ davon verkörpern.[3]

You Know My Name folgt dem klassischen Liedschema. Wie bereits bei On Her Majesty’s Secret Service folgt auf ein hartes, staccatoartiges Instrumental-Intro eine ruhigere Passage, woraufhin sich das Lied bis zum Schluss weiter intensiviert; so ergänzen ab der zweiten Strophe Bläser und Streicher das Arrangement. Beim Film Im Geheimdienst Ihrer Majestät sah sich der Komponist erstmals außer Stande, den Filmtitel in den Liedtext einzubauen. Daraufhin entstand ein Instrumentalstück.

Arnold wollte die Figur James Bond in dem Mittelpunkt stellen und entschied sich deshalb bewusst dagegen, den Filmtitel Casino Royale auch für das Titellied zu übernehmen.[4] Dessen Text warnt vor den Folgen und Entbehrungen des Agentendaseins wie Verrat („The odds will betray you“) oder Gefühlskälte („Forget how to feel“) und ist durchsetzt von Glücksspiel-Metaphern – ein zentrales Element im Film. So wird ein sich drehendes Rad („Life is gone with just a spin of the wheel“) oder eine versteckte Hand („Try to hide your hand“) erwähnt.[5]

Musikvideo

Das Musikvideo feierte am 31. Oktober 2006 in MTVs Making the Video Premiere. Es besteht aus Szenen mit Cornell, der das Lied auf einer Akustik-Gitarre vor einer Scheinwerferwand begleitet, verschiedenen teilweise vorher unveröffentlichten Szenen aus Casino Royale zusammen mit einer Handlung rund um Cornell: Er checkt in ein Flugzeug ein und entdeckt dabei eine Frau. Im Flugzeug muss er seine Aufregung bekämpfen. Als Nächstes sieht man ihn in einem Auto mit dieser Frau. Er kommt unter Begleitung in ein Hotel, wo er sie schließlich vor einem Fenster stehend antrifft. Diese Sequenzen sind mit den Casino-Royale-Szenen so verknüpft, dass es den Anschein hat, als ob Bond auch immer in der Nähe ist. So sieht Cornell im startenden Flugzeug aus dem Fenster und entdeckt dort Bond über die Dächer rennend (aus der Verfolgungsjagd in Madagaskar). Parallel zu den Autoszenen mit Cornell sieht man Bond in seinem Aston Martin DBS die Entführer Vesper Lynds verfolgen und die Kontrolle über den Wagen verlieren.

Das Video wurde unter Regie von Michael Hausmann am 10. und 11. Oktober 2006 in Los Angeles gedreht. Die verwendete Version war der erstmals hier veröffentlichte Pop Mix.

Entstehung

Chris Cornell bekam den Zuschlag für das Titellied.

Im Vorfeld kursierten viele Vermutungen zum Interpreten. So wurden unter anderem Tony Christie, Robbie Williams[6], U2 und auch Tina Turner[7], die schon zum Bond-Film GoldenEye den gleichnamigen Titelsong beisteuerte, als Kandidaten gehandelt. Öffentlich im Gespräch war die britische Band Goldfrapp[8] und traf sich auch früh mit dem befreundeten David Arnold, Komponist des Films. Doch mit der Neuausrichtung der Filmreihe wollte dieser einen männlichen Interpreten.[9] Schließlich dementierte Arnold eine Zusammenarbeit und kündigte dabei auch die baldige Bekanntgabe des bereits festgelegten Künstlers an.[10]

Auf Vorschlag von Sony Pictures Musikchefin Lia Vollack hatte Chris Cornell das Filmset in Prag besucht und sich daraufhin mit Arnold besprochen. Beide sammelten getrennt voneinander Ideen, die sich beim nächsten Treffen in London gut verbinden ließen. So stand die Melodie früh genug fest, damit Arnold sie gleich seinem Vorgänger John Barry im restlichen Soundtrack einarbeiten konnte. Dort bildete sie ein zentrales Thema, da Arnold das ikonische James Bond Theme für den „vollwertigen“ Bond am Filmende aufsparen wollte.[11]

Am 20. Juli 2006 bestätigte Cornell in der finnischen Zeitung Ilta-Sanomat seine Beteiligung.[12] Kurz darauf, am 26. Juli, wurde auch der Titel You Know My Name sowie die kompositorische Mitarbeit von David Arnold offiziell bekanntgegeben.[13] Es ist seit The Living Daylights von a-ha der erste James-Bond-Titelsong von einem männlichen Sänger und mit Rita Coolidges All Time High aus dem Film Octopussy erst der bis dato Zweite, der den Filmtitel im Text nicht nennt.

Veröffentlichung und Versionen

Weitere Informationen #, Titel ...
Titelliste der CD-Single
# Titel Länge
1 You Know My Name (Main Version) 4:03
2 You Know My Name (Pop Mix) 4:02
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Am 20. September 2006, zwei Monate nach Ankündigung des Songs, waren in einem Trailer erste Auszüge zu hören. Währenddessen kursierte bereits eine mp3-Datei des vollständigen Liedes im Internet. Auf der Single ist sie als Main Version vertreten. Eine andere Version mit größerer Orchesterbesetzung wurde für das Musikvideo verwendet. Diese Version war kurz zuvor auch schon auf dem offiziellen Myspace-Profil von Chris Cornell zu hören. Sie ist die vorrangig im Radio gespielte und wird auf der Single als Pop Mix bezeichnet. Sie war die von Cornell bevorzugte.[3]

Die Version im Filmvorspann ist wiederum anders arrangiert: Hier liegt der Schwerpunkt klar auf Bond-typischen Blechbläser, die den Großteil der Gitarren (insbesondere im komplett durch Hörner gespielten Intro) ersetzen. Sie ist aufgrund der Länge des Vorspanns rund eine Minute kürzer. Diese Variante wird im Abspann auch noch einmal in weiter gekürzter Version gespielt.

Eine vierte Version mit leicht entschlackter Instrumentalisierung ohne Streicher und mit sehr viel weniger Blechbläsern ist im offiziellen MySpace von Casino Royale zu hören. Alle Versionen unterscheiden sich auch in Intonation voneinander. So wird im Pop Mix „I´ve seen this diamond“ gesungen, während alle Anderen „I´ve seen diamonds“ beinhalten.

Am 13. November 2006 wurde die Main Version zunächst im iTunes Store verfügbar gemacht. You Know My Name wurde in Deutschland am 1. Dezember 2006 als Single veröffentlicht, jedoch in Großbritannien erst am 11. und den USA am 14. Dezember 2006. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte das Lied die Top 20, in Großbritannien rückte es bis auf Platz sieben der Charts vor.

Auf der offiziellen Soundtrack-CD ist dieses Lied als erstes in der Bond-Film-Geschichte nicht enthalten. Das Lied entstand inmitten der Arbeiten zu Cornells zweitem Soloalbum Carry On, welches im Juni 2007 erschien. Aus diesem Grund bestand Cornell darauf, es stattdessen als Teil seines Albums zu veröffentlichen.[14]

Kritik

Nach dem weithgehend unbeliebten Vorgänger Die Another Day von Madonna wurde You Know My Name wohlwollend aufgenommen. Dorian Lynskey sprach im Guardian vom „ersten Bond-Song in Jahren, der die richtige Balance zwischen frisch und vertraut findet“.[15] James Berardinelli lobte, er „klingt unheimlich nach Barry“.[16] Die „Frischzellenkur“[17] der Bond-Traditionen fand weiten Anklang,[1][18] während die Komposition teilweise auch als vertane Chance gesehen wurde.[19] Sassan Niasseri zählte es im Rolling Stone trotzdem zu den „besseren Stücke[n], die Cornell ausserhalb von Soundgarden veröffentlichte.“[20]

“His tune might have gotten more respect than it has if it’d been produced at a more reasoned, ultimately more resonant pace.”

„Sein Stück hätte vielleicht mehr Respekt bekommen, wenn es mit bedachterem, letztlich ergreifenderem Tempo produziert worden wäre.“

Chris Willman: Variety[5]

You Know My Name polarisierte auch noch Jahre später[5] So listet ihn Digital Spy 2021 als zweitbesten[2], Esquire demgegenüber 2024 als schlechtesten[21] Bond-Song.

Belege

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