Yu Min (Physiker)
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Yu Min (chinesisch 于敏; * 16. August 1926 in Tianjin; † 16. Januar 2019 in Peking)[1][2][3] war ein führender chinesischer Kernphysiker, der im chinesischen Kernwaffenprogramm entscheidende Beiträge zu den thermonuklearen Reaktionen lieferte. Yu wird nachgesagt, der „Vater der chinesischen Wasserstoffbombe“ zu sein.[4] Er selbst dementierte diesen Titel jedoch und wies darauf hin, dass der Erfolg der Verdienst einer großen Gruppe von Menschen sei.[5]

Biographie
Yu Min wurde im August 1926 in Tianjin geboren und war für seine hervorragenden Leistungen an der Yaohua-Oberschule bekannt. Später wurde er an der Fakultät für Elektrotechnik der Universität-Peking aufgenommen, wechselte jedoch aufgrund seiner Leidenschaft für physikalische Theorien zur Fakultät für Physik, um dort theoretische Forschung zu betreiben.
Ab 1949 begann Yu seine Promotionsforschung an der Fakultät für Physik der Universität Peking und war gleichzeitig als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 1951 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter und später assoziierter Forscher am Institut für Moderne Physik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) und begann unter der Leitung von Peng Huanwu seine kernphysikalische Forschung. Im selben Jahr trat er dem Institut für Atomenergie (Institut 401) bei.[6]
Anfang 1958 zogen Yu und seine Kollegen, darunter Deng Jiaxian und Sun Yuzhang, im Rahmen eines chinesisch-sowjetischen Rüstungsvertrags[7] in die Fabrik Nr. 221 bei Xihai, Haibei, östlich des Qinghai-Sees. Dort baute die VR China ihr Programm „Zwei Bomben, ein Stern“ (两弹一星功勋奖章) auf.[8]
Die Basis 221 (die Stadt auch bekannt als „Atomic City“[9]) war für Forschung, Entwicklung und Produktion aufgebaut worden. Es war die erste von drei Stationen des chinesischen Kernwaffenprogramms. Die Basis für die Tests war mehrere hundert Kilometer weit westlich, in der Wüste Lop Nor. Dort wurde die Basis Malan aufgebaut, welche nördlich des Bosten-Sees liegt.

Ab Ende 1960 war Yu in die theoretische Forschung zu Kernwaffen eingebunden. 1961 trat er der von Peng im Vorjahr gegründeten Arbeitsgruppe zur Theorie leichter Atomkerne bei. Die Arbeitsgruppe fusionierte 1965 mit der 9. Akademie, der Expertengruppe für Kernwaffen.
Zu Yus wichtigsten Beiträgen zählten die Lösungen für eine Reihe grundlegender und kritischer theoretischer Probleme der Kernwaffenforschung, die zum Durchbruch bei der Entwicklung der Wasserstoffbombe führten. Bis 1978 hatte Yu einen Ansatz für die Entwicklung einer Neutronenbombe entworfen, basierend auf Informationen aus Zeitungsberichten. Er schlug vor, die Neutronenbombe in drei Schritten zu entwickeln.[10]
1980 wurde Yu stellvertretender Direktor der 9. Akademie für Forschung und Entwicklung von Kernwaffen und dessen Direktor. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die 9. Akademie am Standort Liangdancheng im Kreis Zitong. Erst ab 1992 erfolgte die Verlegung zur China Academy of Engineering Physics (CAEP) nach Mianyang.
Yus Beteiligung am chinesischen Atomwaffenprogramm blieb bis zu seiner Pensionierung 1988 geheim.[11] Im Januar 2015 wurde ihm der höchste nationale Wissenschaftspreis verliehen. Mit dem Preisgeld von 5 Millionen Yuan[12] gründete Yu die Yu Min Foundation zur Förderung der wissenschaftlichen Entwicklung in der VR China. Im darauffolgenden Jahr wurde er von der Zeitschrift Asian Scientist in die Liste der 100 bedeutendsten asiatischen Wissenschaftler aufgenommen.
Er war verheiratet mit 孙玉芹 Sun Yuqin und hat einen Sohn, 于辛 Yu Xin und eine Tochter, 于元 Yu Yuan.
Yu starb am 16. Januar 2019 in Beijing.