Yvan Mainini

ehemaliger Basketballfunktionär (Präsident der FIBA, Präsident der FIBA Europa) From Wikipedia, the free encyclopedia

Yvan Germain Gabriel Mainini (geb. 26. Dezember 1944 in Bayeux; gest. 11. Mai 2018 in Perpignan)[1] war ein französischer Basketballfunktionär. Er war Präsident der FIBA, Präsident der FIBA Europa und Präsident des französischen Basketballverbandes Fédération Française de Basketball.

Yvan Mainini
Yvan Mainini

Kindheit, Studium, Arbeit als Lehrer und Gemeindemitarbeiter

Yvan Mainini wurde am 26. Dezember 1944, also während des Zweiten Weltkrieges, in Bayeux im Department Calvados in der Normandie (Frankreich) geboren.[2] Im Jahr 1977 schloss er sein Geographisches Studium an der Universität in Caen ab.[2] 1993 legte er noch einen Master in den Fächern Sportökonomie und Sportrecht in Limoges erfolgreich ab.[2] Zuerst arbeitete er an mehreren Schulen als Lehrer für das Fach Sport.[2] Später wurde er bei der Gemeindeverwaltung in Mondeville zum Direktor der Abteilung für Sport, Kultur und Kommunikation berufen.[2]

Vom Beginn des Interesses am Basketballsport bis zum internationalen Basketballschiedsrichter

Mainini begann mit 13 Jahren mit dem Basketballsport. Bereits im Alter von 16 Jahren (ca. 1960/61) wurde er Cheftrainer der örtlichen Basketballmannschaft.[2] Dieses Amt hatte er 17 Jahre lang. Als er 17 Jahre alt war, begann er seine langjährige Schiedsrichterkarriere, die bis zum Ende der 80er Jahre dauern sollte. Insgesamt hat er mehr als 1.000 Spiele auf höchstem Niveau gepfiffen. Alleine zwischen 1973 und 1988 leitete mehr als 300 Internationale Basketballspiele.[2] Sein Weg führte unter anderem zu 3 Weltmeisterschaften und zu 3 Olympischen Spielen.[1] Bei Olympia pfiff er auch das Spiel um Platz 3 (Männer) bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul zwischen den USA und Australien.[1] Höhepunkte seiner Laufbahn waren aber seine beiden WM-Finals 1982 und 1986.[2] 1989 beendete er seine nationale und internationale Laufbahn als Schiedsrichter.

Die Entwicklung vom Basketballmanager bis Präsidenten der FIBA

Basketballmanager

1989, nach dem Ende seiner Schiedsrichter Tätigkeit, arbeitete er, als Generalmanager, für kurze Zeit für den Basketballverein ASVEL Villeurbanne. Der damalige Präsident entließ ihn schon nach wenigen Wochen. Als Gründe wurden nicht-realistische und unfinanzierbare Änderungsvorschläge und Ideen genannt.

Präsident der Fédération Française de Basketball

Im Jahr 1992 wurde er zum Nachfolger von René David zum Präsidenten des Französischen Basketballverbandes Fédération Française de Basketball gewählt.[2] Er blieb bis zum Jahr 2010 im Amt und wurde 4-mal wiedergewählt.[3] Zu Beginn seiner Präsidentschaft hat er folgende Ziele formuliert:

  1. Steigerung der Mitgliederzahl des Verbandes auf 800.000 bis zum Jahr 2000
  2. Die Sportart Basketball soll die Sportart des Jahres 2000 werden in Frankreich

Die Steigerung der Mitgliederzahl auf 800.000 bis zum Jahr 2000 wurde nicht erreicht. Auch das zweite Ziel wurde verfehlt. 2010, nach 18 Jahren im Amt, wurden hauptsächlich sein Mangel an Visionen für den Basketballsport und teilweise seine demagogischen Standpunkte kritisiert. Insgesamt litt das Ansehen des Basketballsports in Frankreich unter seiner Führung. Auch als altmodisch wurde der Verband und der Basketballsport in Frankreich bezeichnet. 2010 übergab er das Amt an Jean-Pierre Siutat.

FIBA Central Board

1994 wurde er Mitglied im FIBA Central Board. Von 1998 bis 2002 war er dessen Vizepräsident.[2]

Präsident der FIBA Europa

Neben seiner Präsidentschaft des französischen Basketballverbandes war er zwischen 1998 und 2001 Präsident der FIBA Europa mit Sitz in München.[2] Seine 3-jährige Amtszeit war hauptsächlich durch einen Konflikt zwischen der FIBA und der ULEB dominiert. Diese Unstimmigkeiten führten im Jahr 2000 zur Einführung zweier sich konkurrierenden Wettbewerbe. Zum einen war es die EuroLeague (ULEB) und der zweite Wettbewerb war die SuproLeague der FIBA.

Präsident der FIBA und seine Verdienste

Im September 2010 wurde er in der Türkei auf dem Weltkongress als Nachfolger von Bob Elphinston (Australien) zum neuen Präsidenten der FIBA gewählt.[4][5] Die Wahl erfolgte sogar einstimmig. Nach Robert Busnel war er der 2. Französische Präsident der FIBA. Während seiner Präsidentschaft konnte er einige wichtige Entwicklungen des Basketballsports initiieren und umsetzen (siehe Verdienste). Nach 4 Jahren im Amt übergab er 2014 das Amt an seinen Nachfolger Horacio Muratore.

Verdienste

  1. Während seiner Amtszeit fiel der Bau und Eröffnung (2013) des House of Basketball, dem neuen FIBA-Hauptsitz in der Schweiz.[2]
  2. Reform der FIBA Führungsstruktur die im März 2014 beschlossen wurde[2]
  3. Förderung der 3x3 Spielvariante, die 2017 den olympischen Status erhielt[2]
  4. Einleitung der Überarbeitung des Wettkampfsystems der FIBA inklusive Änderungen des Qualifikationsmodus[2]

Nach der FIBA-Präsidentschaft bis zum Tod

Als seine Amtszeit endete wählten ihn die Delegierten zum Ehrenpräsidenten der FIBA.[4] Ebenfalls gleich nach der Amtsübergabe an Horacio Muratore wurde er zum Präsidenten/Vorstand der International Basketball Foundation (FIBA Foundation) ernannt.[4] Ende 2017 musste er aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurücktreten. Im Mai 2018 ist er in Perpignan verstorben.[4]

Privates und Sonstiges

Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.[2] Mainini führte die Organisationen, denen er Vorstand, mit leicht autoritärer Art. Mitarbeiter eines Verbandes nannten ihn mit vorgehaltener Hand „Gott“. Neben dem Basketball engagierte er sich in der olympischen Bewegung. Unter anderem arbeitete er als Sonderberater für den Präsidenten des NOKs von Frankreich.

Auszeichnungen, Ehrungen und besondere Anlässe

Commons: Yvan Mainini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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