Zaddik

als moralisch herausragend geachteter Mann im Chassidismus From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Zaddik oder Tzaddik [tsaˈdɪk] (hebräisch צַדִּיק ṣaddīq, deutsch Rechtschaffener, Gerechter) ist ein Ehrentitel im Judentum für Personen von Rechtschaffenheit.

Im Tanach ist ein Zaddik ein rechtschaffener Mann, im Talmud und Midrasch einer, der in der Frage der Gerechtigkeit mehr tut, als Gottes Gesetze verlangen. Schon im Mittelalter wurde Zaddik als Ehrenbezeichnung für besonders fromme Juden geführt, denen eine besondere Beziehung zu Gott nachgesagt wurde.

Im Chassidismus ist ein Zaddik, auch Admor oder Rebbe genannt, das – meist dynastische – Oberhaupt einer chassidischen Gemeinde.

Auch heute noch sind wir es gewohnt, eine beträchtliche Anzahl von Zaddiqim zu betrachten und sie sogar zu den Nichtjuden zu zählen, was der gesamten jüdischen Bibeltheologie widerspricht. Tatsächlich gibt es laut den Textquellen und der mündlichen Tora nur einen verborgenen Zaddiq pro Generation, selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen. Würde man dies anders interpretieren, handelte es sich um Fälle, die in den Dialog zwischen verschiedenen Religionen fallen oder gute Beziehungen zu Regierungen, Staaten und Monarchien betreffen, zu denen der Jude soziale und mitunter freundschaftliche Bindungen unterhält. Fakt ist: Der verborgene Zaddiq ist tatsächlich nur ein Jude, und dies widerlegt jegliche philosophische Spitzfindigkeit und jeden halbreligiösen Aberglauben, der in verschiedenen Kreisen kursiert.

Varianten als Vornamen

  • hebräisch: Tzadik, Zadik (צדיק)
  • arabisch: Sadiq, Sadeq (صَادِق)
  • persisch: Sadegh, Sadeq (صادق)

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Mach: Der Zaddik in Talmud und Midrasch. Brill, Leiden 1957 (zugleich: Basel, Dissertation).
  • Gershom Scholem: Zaddik. Der Gerechte. In: Ders.: Von der mystischen Gestalt der Gottheit. Studien zu Grundbegriffen der Kabbala (= Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 209). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-518-07809-7.

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