Zastawno
Siedlung in Polen
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Zastawno (deutsch Schönberg) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Preußisch Holland) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing).

| Zastawno | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Gmina: | Młynary | |
| Geographische Lage: | 54° 11′ N, 19° 38′ O | |
| Einwohner: | 178 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-420 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 509: Elbląg (S 22)–Pomorska Wieś ↔ Młynary–Wilczęta–Klusajny/DW 513 (–Orneta) | |
| Sąpy/DW 505 → Zastawno Kamiennik Wielki → Zastawno Sokolnik → Zastawno | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Geographische Lage
Zastawno liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 13 Kilometer nördlich der früheren Kreisstadt Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) bzw. 14 Kilometer östlich der heutigen Kreismetropole Elbląg (deutsch Elbing).
Geschichte
Das Kirchdorf Schonnenberg wurde 1336 als Holländersiedlung gegründet und hieß nach 1336 Schoneberg, nach 1465 Schöneberg und vor 1785 Schönberg.[2] Im Jahre 1820 zählte der Ort 145 Einwohner.[3]
Als im Jahre 1874 der Amtsbezirk Sumpf (polnisch Sąpy) im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland, Regierungsbezirk Königsberg, errichtet wurde,[4] gehörte Schönberg von Anfang an dazu. 252 Einwohner waren im Jahre 1885 in Schönberg registriert.[3]
Der Amtsbezirk Sumpf wurde im Jahre 1905 aufgelöst. Schönberg wurde in den Ortspolizeibezirk/Stadt Mühlhausen i. Ostpr. umgegliedert.[4] Die Einwohnerzahl des Dorfs stieg bis 1933 auf 270 und blieb 1939 bei dieser Zahl.[5]
Aufgrund der Abtretung des gesamten südlichen Ostpreußen in Kriegsfolge 1945 an Polen erhielt Schönberg die polnische Namensform „Zastawno“. Das Dorf ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Młynary (Stadt-und-Land-Gemeinde Mühlhausen i. Ostpr.) im Powiat Elbląski (Kreis Elbing), von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 zählte Zastawno 178 Einwohner.[1]
Religion
Kirchengebäude
Der rote Ziegelbau in gotischem Stil und mit schlankem Turm wurde am 16. September 1879 eingeweiht.[6] Den Innenraum überzog eine Balkendecke. Die Ausstattung war einfach.
An alten Gegenständen blieb nur ein Kruzifix aus der Mitte der 17. Jahrhunderts erhalten. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde aus Schöneberg (Weichsel) (polnisch Ostaszewo) eine Orgel erworben.[6]
Die Kirche, die bis 1945 ein evangelisches Gotteshaus war, wurde römisch-katholischer Sitte entsprechend benannt und trägt die Bezeichnung „Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa“ (Heiligstes Herz Jesu).[7]
Kirchengeschichte
Bereits im 14. Jahrhundert bestand in Schönberg eine Kirche. Mit der Reformation hielt die lutherische Lehre hier Einzug.
Evangelische Kirche
Im 16. Jahrhundert waren die evangelischen Kirchenglieder in der Region Schönberg nach Mühlhausen i.Ostpr. (Młynary) eingepfarrt.[8] Im Jahre 1599 erfolgte hier dann die Gründung einer eigenen Kirchengemeinde,[9] die schon 1620 mit der Kirchengemeinde in Münsterberg (polnisch Stare Monasterzysko) bis in das 21. Jahrhundert hinein verbunden war. Zur Pfarrkirche gehörte ein größeres Kirchspiel, das aus sechs Orten bestand.[9] 1.244 Gemeindeglieder wurden hier im Jahre 1925 gezählt.
Die Kirchengemeinde Schönberg war Teil des Kirchenkreises Preußisch Holland (polnisch Pasłęk) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung konnte die evangelische Kirchengemeinde nicht mehr bestehen. Heute hier lebende Kirchenglieder orientieren sich zu der kleinen Gemeinde in der Stadt Młynary.
Zur evangelischen Kirchengemeinde in Schönberg gehörten bis 1945 die Kirchspielorte:[9]
| Deutscher Name | Polnischer Name | Deutscher Name | Polnischer Name | |
|---|---|---|---|---|
| Adlig Blumenau, 1928 bis 1945: Blumenau | Kwietnik | Judendorf, 1936 bis 1945: Hermannswalde | Warszewo | |
| Falkhorst | Sokolnik | Neu Münsterberg | Nowe Monasterzysko | |
| Greulsberg | Podgórze | Schönberg | Zastawno |
Zwischen 1589 und 1945 amtierten an der Schönberger Kirche als evangelische Pfarrer:[8]
- Christoph Klein, 1589–1600
- Michael Weißmann, ab 1600
- Johann Agricola, 1620–1626
- Theophilus Wegner, 1660–1665
- Johann Hahn, 1665–1705
- Heinrich Kahnert, ab 1705
- Johann Bockelmann, 1726
- Martin Gottfried Gnifcke, 1739–1757
- Christoph Wilhelm Schiemann, 1757–1778
- Feege, Johann Albrecht, 1778–1793
- Carl Ludwig Pietwald, 1793–1807
- Carl Theodor Chr. Brasche, 1807–1810
- Karl Chr. Kowalewski, 1810–1814
- Joh. Friedrich Kuschinski, 1814–1833
- Ernst Martin Schwatlo, 1833–1837
- Carl Ludwig Keßler, 1837–1839
- August Wilhelm Schweichler, 1839–1885
- Carl Wilhelm Reddies, 1885–1890
- Friedrich Wilhelm Th. Prieß, 1890–1905
- Willy Behnke, 1905–1926
- Waldemar Ammon, 1927–1945
Römisch-katholische Kirche
Die Kirche in Zastawno ist heute ein römisch-katholisches Gotteshaus. Sie ist eine Filialkirche der Apostel-Petrus-Pfarrei in Młynary und gehört zum Dekanat Pasłęk I im Bistum Elbląg.[7]
Verkehr
Zastawno liegt an der Woiwodschaftsstraße 509, die von Elbląg (Elbing) bis nach Orneta (Wormditt) führt. Nebenstraßen von Sąpy (Sumpf), Kamiennnik Wielki (Groß Stoboy/Groß Stoboi) bzw. Sokolnik (Falkhorst) kommend enden in Zastawno. Eine Bahnanbindung besteht nicht.
