Zebraamadine
Art der Gattung Taeniopygia
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Die Zebraamadine (Taeniopygia castanotisi), auch Zebrafink genannt, ist eine Art aus der artenreichen Familie der Prachtfinken (Estrildidae). Mit Ausnahme einiger küstennaher Gebiete im Norden, Osten und Süden Australiens kommt die Zebraamadine fast in ganz Australien vor.
| Zebraamadine | ||||||||||||
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Zebraamadinen, Männchen (links) und Weibchen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Taeniopygia castanotisi | ||||||||||||
| (Gould, 1837) |
Merkmale

Die Zebraamadine erreicht eine Gesamtlänge von etwa 10,5 cm und ein Gewicht von 9,4 bis 15,7 g. Die Iris ist dunkel rot-orange, die Beine sind orange bis rosa, der Schwanz ist schwarz-weiß gestreift. Weibchen sind überwiegend grau gefärbt, der Bauch ist weiß. Der Schnabel ist orange bis hellrot. Männchen haben orangefarbene bis hell kastanienbraune Ohrdecken. Ihre Kehle und der obere Bereich der Brust sind grau mit feinen schwärzlichen Streifen, darunter befindet sich ein schwarzes Brustband. Die Flanken sind kastanienbraun mit weißen Flecken. Jungvögel sind wie die Weibchen gefärbt, ihre Schnäbel sind schwarz und werden erst nach etwa 35 Tagen orange.[1]
Lebensraum und Lebensweise

Die Zebraamadine kommt vorwiegend in ariden Zonen vor, ist in semiariden Zonen lokal häufig, aber selten in subhumiden Zonen. Sie lebt in Steppen mit vereinzelten Bäumen und Sträuchern, in offenen Hartlaubwäldern und offenen Buschlandschaften. Meist hält sie sich in der Nähe von offenen Wasserstellen auf. Zebraamadinen ernähren sich vor allem von reifen und unreifen Grassamen, weniger wichtig sind Triebspitzen von Grassprossen und Insekten, z. B. Termiten. Grassamen werden auf dem Boden gesammelt, Insekten werden gelegentlich auch in der Luft gefangen. Jungvögel fressen fast ausschließlich halbreife Grassamen. Die Nahrungssuche erfolgt vor allem in Schwärmen, oft auch gemischt mit anderen Prachtfinken. Meist sind die Vögel mehr oder weniger standorttreu. Wanderungen über längere Strecken stehen mit Regenfällen in Zusammenhang. Die Gesamtpopulation schwankt stark und in Jahren mit reichlich Grassamen kann es zu einer plötzlichen Vermehrung kommen.[1]
Fortpflanzung

Zebraamadinen beginnen in der Regel ein bis zwei Monate nach dem Beginn der Regenzeit mit Fortpflanzungsaktivitäten. Je nach Region kann dies zu unterschiedlichen Jahreszeiten erfolgen, in warmen Gebieten, in denen Gräser fast immer wachsen und Samen produzieren, zu jeder Jahreszeit, in gemäßigten Gebieten und kalten Jahreszeiten hauptsächlich in den Monaten des Südsommers (September/Oktober bis April). Zebraamadinen sind monogam und Paare, die sich einmal gefunden haben, bleiben lange zusammen. Sie brüten in der Regel in lockeren Kolonien, die bis zu 50 Nestern umfassen können. Einzelnester findet man nur gelegentlich. Das Nest wird von beiden Geschlechtern aus trockenem Gras in einem dornigen Strauch oder Baum gebaut. Es ist rund, hat einen seitlichen Eingang, und wird mit feinem, weichem Material ausgepolstert. Das Gelege umfasst in der Regel 4 bis 6 Eier, die Brutzeit beginnt meist mit der Ablage des vierten Eis und dauert 11 bis 14 Tage. Die frisch geschlüpften Nestlinge sind zunächst unbefiedert, mit spärlichem Flaum auf Kopf und Rücken. Nach 17 bis 18 Tagen werden sie flügge und 35 Tage nach dem Schlüpfen ernähren sie sich selbstständig.[1]
Systematik

Die Zebraamadine wurde 1837 durch den britischen Ornithologen John Gould unter der Bezeichnung Amadina castanotis erstmals wissenschaftlich beschrieben.[2] Die Gattung Taeniopygia wurde 1862 durch den deutschen Zoologen Ludwig Reichenbach eingeführt.[3] Die zweite Art der Gattung ist die Sundaamadine (Taeniopygia guttata), deren Erstbeschreibung 1817 durch den französischen Ornithologen Louis Pierre Vieillot veröffentlicht wurde.[4] Beide Arten unterscheiden sich jedoch in Gefieder, Größe und Gesang. Werden sie zusammen in einer Voliere gehalten, paaren sie sich jeweils mit ihrer eigenen Art. Isolierte Individuen paaren sich jedoch miteinander und die Nachkommen sind fruchtbar. Auch Hybridisierungen mit dem im Norden Australiens vorkommenden Ringelastrild (Stizoptera bichenovii), dem nächsten Verwandten der Gattung Taeniopygia, wurden nachgewiesen.[1]
Gefährdung
Der Bestand der Zebraamadine gilt als ungefährdet. Sie ist in weiten Bereichen des australischen Festlands verbreitet und häufig. Sie fehlt nur in Gegenden mit feuchtem Klima im äußersten Osten, Südosten und Südwesten, z. B. auf der Kap-York-Halbinsel und in Gebieten ohne Oberflächenwasser oder Sukkulenten als Quelle für Tau, z. B. in der Nullarbor-Ebene oder in der Großen Victoria-Wüste.[1]