Zellenberg
französische Gemeinde im Elsass
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Zellenberg ist eine französische Gemeinde mit 321 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).




| Zellenberg | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |
| Kanton | Sainte-Marie-aux-Mines | |
| Gemeindeverband | Pays de Ribeauvillé | |
| Koordinaten | 48° 10′ N, 7° 19′ O | |
| Höhe | 183–374 m | |
| Fläche | 4,96 km² | |
| Einwohner | 321 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 65 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68340 | |
| INSEE-Code | 68383 | |
| Website | http://www.zellenberg.fr/ | |
Weinort Zellenberg | ||
Geographie
Zellenberg liegt auf einem kleinen Hügel in der Oberrheinebene am Rande der Vogesen, inmitten von Weinbergen an der Elsässer Weinstraße zwischen Ribeauvillé (deutsch Rappoltsweiler) und Riquewihr (deutsch Reichenweier). Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.
Geschichte
Zellenberg war seit 1252 ein bischhöflich-straßburgisches Lehen.[2] Auf dem Hügel der Ortschaft, auf dem sich zuvor ein Einsiedler in einer Klause aufgehalten hatte, ließ im 13. Jahrhundert Graf Walther von Horburg eine Kastellburg erbauen. Auf dem Plateau vor dem Burgtor entstand die Ansiedlung, die später mit einer Stadtmauer umgeben wurde.[1] Im Jahr 1324 befand sich die Burg im Besitz des Bistums Straßburg, und 1332 kam es an die Grafen von Rappoltstein. Die Bürger der Ortschaft verloren 1525 ihre Rechte, weil sie im Bauernkrieg für die Bauern Partei ergriffen hatten.[3]
Das Dorf hatte sich früher am Fuß des Hügels befunden, wo auch die Kirche stand. Um 1780 war die Burg verfallen.[4]
Der Flecken Zellenberg war Sitz eines der acht Ämter der Herrschaft Rappoltstein gewesen (neben Bergheim, Gemar, Heitern, Hohnack, Markirch, Rappoltsweiler und Weyer im Gregoriental).[5] Der letzte Herr von Rappoltstein, der die Herrschaft durch die Französische Revolution verlor, war Max Joseph, späterer König von Bayern.[6]
Im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war die Burgruine nicht mehr vorhanden, und die Ortschaft hatte nur ein Tor und eine einzige Hauptstraße, doch scheint Zellenberg damals noch Stadtrechte besessen zu haben.[3]
Der Weinort Zellenberg war bereits im 19. Jahrhundert wegen des hier erzeugten und vermarkteten Weißweins überregional bekannt.[7]
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Zellenberg als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Rappoltsweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Zellenberg erlebte im Zweiten Weltkrieg seine Befreiung von der Nazi-Herrschaft durch die Alliierten im Dezember 1944.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1793 | 430 | [8] |
| 1821 | 463 | katholische Einwohner[9] |
| 1846 | 469 | [8] |
| 1861 | 477 | [7][8] |
| 1880 | 345 | am 1. Dezember, auf einer Fläche von 481 ha, in 91 Häusern, davon 337 Katholiken und acht Protestanten[10] |
| 1885 | 385 | [11] |
| 1890 | 392 | in 91 Wohnhäusern mit 99 Haushaltungen, davon 388 Katholiken und vier Protestanten[12] |
| 1910 | 325 | [13][14][11] |
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2005 | 2010 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 304 | 311 | 327 | 354 | 343 | 391 | 397 | 369 | 322 |
Wirtschaft
Der Ort ist hauptsächlich durch den Weinbau geprägt, sowie in geringem Maß durch den Tourismus, wenngleich Touristen hauptsächlich das benachbarte Riquewihr ansteuern. Bekannteste Weinlagen sind die Alsace-Grand-Cru-Lagen Froehn und Schoenenbourg (diese zusammen mit Riquewihr).
Bauwerke
Die Sankt-Ulrichs-Kirche: Vom Vorgängerbau der jetzigen 1760 errichteten Kirche stammt noch eine 1410 gegossene Glocke. Der im Kern noch mittelalterliche einstige Chorturm erhielt später ein achteckiges Glockengeschoss. Vesperbild (Pietà) des 15. Jahrhunderts. Rinckenbach-Orgel.
Von der ab 1315 geschaffenen Stadtbefestigung mit einer sieben Meter hohen Stadtmauer sind nur noch zwei Türme erhalten. Von der im 13. Jahrhundert erbauten Burg gibt es keine Überreste.
Das Pfarrhaus ersetzte 1778 einen älteren Vorgängerbau von 1629. Es ist ein schlichter spätbarocker Walmdachbau, dessen Fassadenmitte durch einen Dreiecksgiebel betont wird.
Winzerhäuser: Häuser aus dem 18. Jahrhundert, oft im Kern älter. Die vor dem Dreißigjährigen Krieg entstandenen Bauten haben zum Teil Fenster mit noch gotisch gekehlten Fensterlaibungen und -pfosten. Beachtenswert das Fachwerkhaus an der Rue du Schlossberg Nr. 25 mit altertümlich dekorativem Fachwerk (Rauten, Andreaskreuze) und mit Schnitzwerk verzierten Eckständern.
Siehe auch
Literatur
- Martin Zeiller: Zellenberg. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Alsatiae etc. (= Topographia Germaniae. Band 3). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 70 (Volltext [Wikisource]).
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Band 1, Flohic Editions, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 707–709.
