Zellenberg

französische Gemeinde im Elsass From Wikipedia, the free encyclopedia

Zellenberg ist eine französische Gemeinde mit 321 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass).

Zellenberg mit Stadtmauer und Burg (erste Hälfte 17. Jahrhundert)[1]
Ansicht von Westen
Mairie Zellenberg
Kirche St. Ulrich
Schnelle Fakten
Zellenberg
Zellenberg (Frankreich)
Zellenberg (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Sainte-Marie-aux-Mines
Gemeindeverband Pays de Ribeauvillé
Koordinaten 48° 10′ N,  19′ O
Höhe 183–374 m
Fläche 4,96 km²
Einwohner 321 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 65 Einw./km²
Postleitzahl 68340
INSEE-Code
Website http://www.zellenberg.fr/

Weinort Zellenberg
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Geographie

Zellenberg liegt auf einem kleinen Hügel in der Oberrheinebene am Rande der Vogesen, inmitten von Weinbergen an der Elsässer Weinstraße zwischen Ribeauvillé (deutsch Rappoltsweiler) und Riquewihr (deutsch Reichenweier). Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Geschichte

Zellenberg war seit 1252 ein bischhöflich-straßburgisches Lehen.[2] Auf dem Hügel der Ortschaft, auf dem sich zuvor ein Einsiedler in einer Klause aufgehalten hatte, ließ im 13. Jahrhundert Graf Walther von Horburg eine Kastellburg erbauen. Auf dem Plateau vor dem Burgtor entstand die Ansiedlung, die später mit einer Stadtmauer umgeben wurde.[1] Im Jahr 1324 befand sich die Burg im Besitz des Bistums Straßburg, und 1332 kam es an die Grafen von Rappoltstein. Die Bürger der Ortschaft verloren 1525 ihre Rechte, weil sie im Bauernkrieg für die Bauern Partei ergriffen hatten.[3]

Das Dorf hatte sich früher am Fuß des Hügels befunden, wo auch die Kirche stand. Um 1780 war die Burg verfallen.[4]

Der Flecken Zellenberg war Sitz eines der acht Ämter der Herrschaft Rappoltstein gewesen (neben Bergheim, Gemar, Heitern, Hohnack, Markirch, Rappoltsweiler und Weyer im Gregoriental).[5] Der letzte Herr von Rappoltstein, der die Herrschaft durch die Französische Revolution verlor, war Max Joseph, späterer König von Bayern.[6]

Im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war die Burgruine nicht mehr vorhanden, und die Ortschaft hatte nur ein Tor und eine einzige Hauptstraße, doch scheint Zellenberg damals noch Stadtrechte besessen zu haben.[3]

Der Weinort Zellenberg war bereits im 19. Jahrhundert wegen des hier erzeugten und vermarkteten Weißweins überregional bekannt.[7]

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Zellenberg als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Rappoltsweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Zellenberg erlebte im Zweiten Weltkrieg seine Befreiung von der Nazi-Herrschaft durch die Alliierten im Dezember 1944.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
1793430[8]
1821463katholische Einwohner[9]
1846469[8]
1861477[7][8]
1880345am 1. Dezember, auf einer Fläche von 481 ha, in 91 Häusern, davon 337 Katholiken und acht Protestanten[10]
1885385[11]
1890392in 91 Wohnhäusern mit 99 Haushaltungen, davon 388 Katholiken und vier Protestanten[12]
1910325[13][14][11]
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Weitere Informationen Jahr ...
Anzahl Einwohner seit Mitte des 20. Jahrhunderts
Jahr196219681975198219901999200520102017
Einwohner304311327354343391397369322
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Wirtschaft

Der Ort ist hauptsächlich durch den Weinbau geprägt, sowie in geringem Maß durch den Tourismus, wenngleich Touristen hauptsächlich das benachbarte Riquewihr ansteuern. Bekannteste Weinlagen sind die Alsace-Grand-Cru-Lagen Froehn und Schoenenbourg (diese zusammen mit Riquewihr).

Bauwerke

Die Sankt-Ulrichs-Kirche: Vom Vorgängerbau der jetzigen 1760 errichteten Kirche stammt noch eine 1410 gegossene Glocke. Der im Kern noch mittelalterliche einstige Chorturm erhielt später ein achteckiges Glockengeschoss. Vesperbild (Pietà) des 15. Jahrhunderts. Rinckenbach-Orgel.

Von der ab 1315 geschaffenen Stadtbefestigung mit einer sieben Meter hohen Stadtmauer sind nur noch zwei Türme erhalten. Von der im 13. Jahrhundert erbauten Burg gibt es keine Überreste.

Das Pfarrhaus ersetzte 1778 einen älteren Vorgängerbau von 1629. Es ist ein schlichter spätbarocker Walmdachbau, dessen Fassadenmitte durch einen Dreiecksgiebel betont wird.

Winzerhäuser: Häuser aus dem 18. Jahrhundert, oft im Kern älter. Die vor dem Dreißigjährigen Krieg entstandenen Bauten haben zum Teil Fenster mit noch gotisch gekehlten Fensterlaibungen und -pfosten. Beachtenswert das Fachwerkhaus an der Rue du Schlossberg Nr. 25 mit altertümlich dekorativem Fachwerk (Rauten, Andreaskreuze) und mit Schnitzwerk verzierten Eckständern.

Siehe auch

Literatur

Commons: Zellenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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