Zempow
Ortsteil der Stadt Wittstock/Dosse
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Zempow ist der 115 Einwohner zählender östlichste Ortsteil der Stadt Wittstock/Dosse im Norden Brandenburgs.
Zempow Stadt Wittstock/Dosse | |
|---|---|
| Koordinaten: | 53° 12′ N, 12° 44′ O |
| Höhe: | 80 m ü. NHN |
| Fläche: | 91 ha |
| Einwohner: | 115 (31. Dez. 2022)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 126 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 |
| Postleitzahl: | 16909 |
| Vorwahl: | 033923 |
Dorfkirche Zempow | |
Geographie
Zempow liegt zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte im Norden und Osten und der Wittstock-Ruppiner Heide im Süden und Westen. Im Westen und in einem Bogen nach Südwesten erstreckt sich die aus groben Kiesen aufgebaute Endmoräne der Frankfurter Staffel. Auf der Grenze zu Sewekow erreicht diese mit 95,8 m NHN die größte Höhenzahl der Gemarkung. Es handelt sich um eine reizvolle bewaldete Gegend mit Kuppen und Tälern. Am tiefsten eingesunken ist die Senke mit dem teilweise zu Zempow gehörendem Raderangmoor (75 m NHN) mit ihren Steilhängen. Der Ort Zempow selbst befindet sich in einer durch den Klingbach entwässerten Senke, die Kirche befindet sich bei etwa 80 m NHN, die Wiesen nördlich am Dorfe fallen bis auf etwa 75 m NHN ab. Nach Osten und vor allem nach Norden steigt das Gelände dann wieder an (Hutschenberg 93,9 m NHN knapp 600 Meter nordöstlich der Kirche). Dieser nicht ganz so stark bewegte Bereich wird vorwiegend ackerbaulich genutzt, es gibt daneben kleinere Waldareale. Sie geht durch keinerlei topographische Merkmale oder Bearbeitungsgrenzen der Ackerflächen erkennbare Abgrenzung in Mecklenburger Gebiet über. Die Feldmark ist im Ganzen relativ sandig und ertragsarm. Ihren tiefsten Punkt (unter 70 m NHN) hat die Gemarkung im Nordwesten, wo inmitten von Grünland der Klingbach die Landesgrenze bildet. Im Süden steigt das Gelände hier an den Morgenbergen bis etwa 90 Meter NHN relativ steil, aber nicht gleichförmig an.
Im Süden grenzt die zu Flecken Zechlin gehörende Buchheide und damit die Stadt Rheinsberg an, im Westen das ebenfalls zu Wittstock gehörende Sewekow. Im Norden und Osten fällt die Gemarkungsgrenze mit der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Hier ist die Gemeinde Schwarz mit ihrem Ortsteil Buschhof Nachbar.
Geschichte
Als "Szempowe" (damalige Schreibweise) 1274 erstmals urkundlich erwähnt wurde, gehörte es zu Mecklenburg. Die Herren von Werle als Lehnsherren hatten den Ort an Ritter Henning von Plau und den Knappen Zabel Dargaz weiterverliehen. 1325 wurde "Cempowe" an das Kloster Amelungsborn an der Weser verkauft. Es gehörte fortan zum Klosterhof. Dranse. In Zempow gab es in jener Zeit einen Lehnschulzen mit vier Hufen Land, elf Zweihüfner, sieben Einhüfner und vier Kossäten, von denen zwei je einen Hufen und einer kein Land hatte. Der vierte Kossätenhof gehörte der Kirche und bearbeitete wohl die zwei Pfarrhufen. Insgesamt zählte die Feldmark 37 Hufen. Im Ort existierte ein Krug. Es ist nicht bekannt, ob das Dorf "Sempow" 1430, als der Klosterhof mit allen zugehörigen Orten an den Bischof von Havelberg verkauft wurde, noch bestanden hat. Allerdings erhob Mecklenburg weiterhin Ansprüche auf seine Hoheitsrechte wie Dienste, Bede, Landding u. a., welche 1445 im Vertrag von Wittstock zugestanden wurden und welche das Amt Wredenhagen wahrnehmen sollte. Andauernde Zwietracht darüber führte 1492 zu einem erneuten Vergleich darüber. 1490 war der Schulze zu Schwarz in Mecklenburg mit dem Lehnschulzengut Zempow belehnt, wozu 1503 vier freie Hufen gehörten. 1565 war Schulze Selicke in Schwarz im Besitz des Gutes, jetzt aber nur noch mit zwei Hufen belehnt. Ansonsten nutzten 1550 die Bauern zu Schwarz die wüste Feldmark gegen Heuerkorn. Dies galt auch 1571 noch, als der Kurfürst von Brandenburg den Besitzkomplex der Bischöfe von Havelberg um die Burg Zechlin einzog und dem neuerrichtetem kurfürstlichen Amt Zechlin unterstellte. Selbst 1647 wird noch ein Lehnschulzengut mit zwei Hufen erwähnt, aber vermutlich wurden nur Akten weitergeführt, während die Feldmark 1664 als Eichenholz geführt wird.
1701 wurde ein Erbzinsvertrag mit mecklenburgischen Kolonisten geschlossen, die im Vorjahr die wüste Dorfstelle wieder besiedelt hatten. Ob dies genau an der alten Dorfstelle oder an einem anderen Ort geschah, ist unbekannt. Der Lehnschulze und 11 Bauern erhielten je zwei Hufen Land, dazu kam eine Hufe für die Pfarre. Mit 27 Hufen war die Feldmark jetzt 10 Hufen kleiner als jene des mittelalterlichen Dorfes. Die Kolonisten erhielten Wiesen auf der Feldmark Raderang "zugemessen." Außerdem wurde dem Ort das Recht auf einen Krug, also eine Gastwirtschaft zugebilligt. 1721 hatte auch der Krüger (Gastwirt) einen Bauernhof mit 2 Hufen inne. Um das Vieh kümmerten sich ein Gemeindeschäfer und ein Kuhhirt. Der Küster war gleichzeitig Schullehrer und Schmied.
Am 26. Oktober 2003 wurde Zempow nach Wittstock/Dosse eingemeindet.[2] Ortsvorsteher ist Ulrich Schnauder.[3]
Siehe auch
Literatur
- Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 1035 ff.
- https://bb-viewer.geobasis-bb.de/#, abgerufen am 13. Dezember 2025
- Wolfgang Dost: Heirot nich övern Damm! Zempow feiert 725. Jubiläum. In: Ostprignitz-Ruppin-Jahrbuch 2001, Hg.: Kreisverwaltung Ostprignitz-Ruppin, S. 140–142
Weblinks
- Zempow auf den Seiten des Ortsbeirates
- Zempow auf den Seiten der Stadt Wittstock/Dosse
- ARD-Porträt aus dem Jahr 2008