Zernike-Polynom
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Die Zernike-Polynome sind nach Frits Zernike benannte orthogonale Polynome auf dem Einheitskreis. Sie sind orthogonal bezüglich des Skalarprodukts in kartesischen beziehungsweise in Polarkoordinaten.

, , , , .
Die Zernike Polynome spielen insbesondere in der Wellenoptik eine wichtige Rolle. Es gibt bezüglich gerade und ungerade Zernike-Polynome.
Die geraden Zernike-Polynome sind definiert durch:
- , also ,
und die ungeraden durch
- , also
wobei und nichtnegative ganze Zahlen sind. Zusätzlich wird gefordert, dass und gerade ist. ist der azimutale Winkel und ist der normierte radiale Abstand.
Die Radialpolynome sind definiert gemäß
- ,
wenn gerade ist und , wenn ungerade ist.
In dieser Form sind sie zu normiert.
Eigenschaften
Zernike-Polynome sind ein Produkt eines radiusabhängigen Teils und eines winkelabhängigen Teils :

Von oben nach unten: bis .
Von links nach rechts: über (auf der vertikalen Achse in der Mitte) bis .
Zernike-Polynome werden üblicherweise in Polarkoordinaten angegeben. Mit und umgewandelt auf kartesische Koordinaten sind die Zernike-Polynome bivariate Polynome in und .[1]
Eine Rotation des Koordinatensystems um den Winkel ändert den Wert des Polynoms nicht:
Der radiusabhängige Teil ist ein Polynom über vom Grad , welches nur Potenzen mit und gerade enthält. Dadurch sind und und somit auch die Zernike-Polynome in kartesischen Koordinaten als Polynome in und darstellbar, vgl. Winkelfunktionen für weitere Vielfache.
| Polynom | Polarkoordinaten | Kartesische Koordinaten | Wellenoptische Interpretation |
|---|---|---|---|
| Mittelwert (Piston) | |||
| Verschwenkung in der horizontalen Achse | |||
| Verschwenkung in der vertikalen Achse | |||
| Defokussierung | |||
| Astigmatismus schräg (45°) zu den Hauptachsen | |||
| Astigmatismus in den Hauptachsen | |||
| Koma, horizontale Achse | |||
| Koma, vertikale Achse | |||
| Sphärische Aberration |
ist eine bezüglich gerade (ungerade) Funktion, wenn gerade (ungerade) ist.
Der radiusabhängige Teil stellt einen Spezialfall der Jacobi-Polynome dar.
Die Reihe der radiusabhängigen Polynome beginnt mit
Allgemein ist
Anwendungen
In der Optik werden Zernike-Polynome benutzt, um Abbildungsfehler optischer Systeme quantitativ zu erfassen. Dies findet zum Beispiel in der adaptiven Optik Anwendung.
Seit einigen Jahren ist die Verwendung der Zernike-Polynome auch in der Optometrie und Augenheilkunde üblich. Hier führen Abweichungen der Cornea beziehungsweise der Linse von der idealen Form zu Abbildungsfehlern.
Literatur
- Frits Zernike: „Beugungstheorie des Schneidenverfahrens und seiner verbesserten Form, der Phasenkontrastmethode.“ Physica 1, 689–704, 1934.
- Born and Wolf: Principles of Optics. Oxford: Pergamon, 1970.
Weblinks
- Eric W. Weisstein: Zernike Polynomial. In: MathWorld (englisch).