Zinkacetat

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Zinkacetat ist das Zinksalz der Essigsäure mit der Konstitutionsformel Zn(CH3COO)2, welches in Kaugummi als Geschmacksverstärker eingesetzt und dort mit der E-Nummer E 650 gekennzeichnet wird. Bei Zinkacetat handelt es sich um eine Zinkverbindung, die gut vom Darm in die Blutbahn resorbiert wird. Somit dient diese unter anderem als Zinklieferant für den Organismus.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Allgemeines
Name Zinkacetat
Andere Namen
Summenformel C4H6O4Zn (wasserfrei)
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit schwachem Geruch nach Essigsäure[3]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 209-170-2
ECHA-InfoCard 100.008.338
PubChem 11192
ChemSpider 10719
DrugBank DB14487
Wikidata Q204639
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A16AX05

Eigenschaften
Molare Masse
  • 183,48 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 219,50 g·mol−1 (Dihydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 1,74 g·cm−3 (Dihydrat)[3]
  • 1,84 g·cm−3 (wasserfrei, 25 °C)[3]
Schmelzpunkt

237 °C[3]

Löslichkeit
  • gut in Wasser (430 g·l−1)[3]
  • sehr gut in DMSO (> 1000 g·l−1)[4]
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302318411
P: 264270273280301+312305+351+338[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Zink(II)-acetat kann durch Reaktion von Zinkoxid oder Zinkcarbonat mit Essigsäure hergestellt werden.

Die direkte Synthese des wasserfreien Salzes erfolgt im Labor über die Umsetzung von Zinknitrat mit einem Überschuss an Essigsäureanhydrid zur Entfernung des entstehenden Wassers nach:[5]

Eigenschaften

Basisches Zinkacetat

Beim Erhitzen von Zn(CH3COO)2 im Vakuum wird Acetanhydrid abgespalten und es entsteht ein „basisches Zinkacetat“ der Formel Zn4O(CH3COO)6. Es wird die unten abgebildete Clusterverbindung mit einer tetraedrischen Struktur gebildet, die dem analogen Berylliumsalz ähnelt.[6]

Verwendung

Zinkacetat ist zur Verwendung in sonstigen Süßwaren, einschließlich der Atemerfrischung dienenden Kleinstsüßwaren zugelassen. Die Menge an Zinkacetat ist auf 1000 mg/kg beschränkt.[7]

Zinkacetat soll, ähnlich wie Zinkgluconat, in Hustenbonbons verabreicht durch eine lokale Wirkung im Hals die Dauer von Erkältungen verkürzen.[8]

Eine Suspension von 5 g Zinkacetat in 100 ml 90 %igem Ethanol (Schlesinger-Reagenz) dient u. a. in der Dünnschichtchromatographie zum Nachweis von Urobilinen und Stercobilin. Die bei einer positiven Reaktion auftretende Fluoreszenz kann im UV-Licht betrachtet werden.[9]

Auch wird Zinkacetat in der Medizin im Kontext des Kupferkreislaufs eingesetzt. Zum Beispiel kann Zinkacetat bei der Behandlung von Morbus Wilson helfen.[10]

Commons: Zinc acetate – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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