Zinkenkopf

Berg in den Berchtesgadener Alpen in Bayern (knapp zur Grenze von Salzburg) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Zinkenkopf, österreichischerseits Zinkenkogel, örtlich Zinken,[1] ist ein Berg an der deutsch-österreichischen Grenze, zwischen der „Beckenlandschaft“[2] des Berchtesgadener Kessels[2] bzw. der geomorphologischen Einheit Berchtesgadener Talkessel[3] in Bayern und dem Halleiner Becken im Land Salzburg in den östlichsten Berchtesgadener Alpen.

Schnelle Fakten
Zinkenkopf (Zinkenkogel, Zinken)
Von Norden, über dem Dürrnbergplateau
Von Norden, über dem Dürrnbergplateau
Höhe 1336,2 m
Lage Bayern/Salzburg
Gebirge Göllstock, Berchtesgadener Alpen
Dominanz 1,33 km Roßfeld
Schartenhöhe 129 m Roßfeldstraße
Koordinaten 47° 38′ 52″ N, 13° 5′ 11″ O
Zinkenkopf (Alpen)
Zinkenkopf (Alpen)
Gestein Kalk (Oberalmer Schichten), Mergel/Sandstein (Roßfeld-Schichten)
Alter des Gesteins 150–130 mya (OberjuraUnterkreide)
Erschließung Straße, Schigebiet, Sommerrodelbahn
Besonderheiten Grenzberg (Gipfel in Bayern)
Schließen

Lage und Landschaft

Der Zinkenkopf ist der nördliche Vorgipfel des Roßfelds, eines nordstreifenden Nebengrates des Göllmassivs, der Salzach und Berchtesgadener Ache trennt.

Er ist der Hausberg der Stadt Hallein und des Dorfes Bad Dürrnberg wie auch des Berchtesgadener Ortsteils Oberau, erhebt sich im Salzachtal eher unscheinbar im Kamm, von der Stadt Salzburg als Vorklapf des Gölls, stellt sich aber in der wuchtigen Bergumrahmung des Berchtesgadener Talkessels als kleine, doch markante pyramidenförmige Spitze dar.[1]

Geologie

Der Berg liegt am Rande einer wohluntersuchten geologischen Sonderzone der Nördlichen Kalkalpen. Der Gipfel bildet sich aus Oberalmer Schichten, einem tonigen Kalkgestein aus der Wende Jura/Kreide (Kimmeridge bis Tithon/Berrias, um 150–145 Mio. Jahre/mya alt), die östliche Flanke aus sandigem Mergel aus hornblendereichen Quarzsandsteinen des Obervalendis bis Unterhauterive (um 134 mya) der Unterkreide, die zu den Unteren Roßfeld-Schichten gehört. Es handelt sich um pelagische, gutgebankte und fossilreiche Sedimente des Tirolikums der Kalkalpen, die insbesondere links und rechts der Salzach hier in Art einer Deckscholle freiliegen.
Nördlich stehen die viel älteren triassischen Hallstätter und Reichenhaller Formationen (200–230 mya) an, die den Dürrnberg mit dem Halleiner Salzberg hervorbringen.

Erschließung

Schigebiet und Sommerrodelbahn

Der Berg ist ein kleines Schigebiet,[4] das grenzübergreifend an seinem Nordhang liegt. Das Familienschigebiet kann im Bedarfsfall auch künstlich beschneit werden.[5] Talort ist die Ansiedlung Gmerk. Vier der Zinkenlifte, mit der etwa 1 km langen Zinken-Doppelsesselbahn, dem Oberen Zinkenlift am Berg, und Dürrnberg-Schlepplift wie auch einem Schischullift am Bergfuß liegen österreichischerseits, der kleine Rottenlift bayerischerseits. Die Betreiberfirma Zinkenlifte Bad Dürrnberg gemeinnützige Ges.m.b.H.[6] ist in Besitz der Stadtgemeinde Hallein.

Das Gebiet wurde in den letzten Jahren ausgebaut,[7] mit einem Snowpark im Gipfelbereich, wichtigste Investition war die 2,2 km lange Sommerrodelbahn Keltenblitz,[8] die, seit August 2000 in Betrieb und längste des Landes Salzburg, nun auch die Sommersaison nutzbar macht.[9] In der Bergstation (Zinkenstüberl) ist ein kleines Berg- und Skimuseum eingerichtet.

Das Gebiet ist sowohl von Hallein (Linie 41 der Postbus im Regionalverband Tennengau, ab Bahnhof) wie auch von Berchtesgaden (RVO-Pendelbus) mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Es bildet auch einen Verbund mit den Roßfeld-Liften (bei Berchtesgaden-Obersalzberg), einschließlich der mautpflichtigen Rossfeldpanoramastraße,[10] aber auch der Schiregion Dachstein West (Salzburger Super Ski Card).[11]

Sendeanlage

Nahe dem Gipfel steht auch der Sender Hallein-Zinkenkogel, der – das Funkloch des Gaisbergs schließend – den südlichen Flachgau, den Salzachtennengau und das östliche Berchtesgadener Land erfasst.

Panorama

Göll–Roßfeld–Zinken–Dürrnberg-Zug, vom Trattberg
Berchtesgadener Talkessel, links Untersberg, rechts Göll mit Kehlstein, links hinterhalb davon der Zinken

Nachweise

Related Articles

Wikiwand AI