Zirkelstein

Berg in der Sächsischen Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Zirkelstein bei Schöna im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist eine 384,5 m ü. NHN[1] hohe Erhebung in der Sächsischen Schweiz und deren kleinster Tafelberg. Trotz geringer Größe und geringem Umfang stellt er aufgrund seiner charakteristischen Form eines der markantesten Felsgebilde des Elbsandsteingebirges dar.

Schnelle Fakten
Zirkelstein
Blick von der Kaiserkrone südsüdostwärts zum Zirkelstein
Blick von der Kaiserkrone südsüdostwärts zum Zirkelstein
Höhe 384,5 m ü. NHN [1]
Lage bei Schöna; Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sachsen (Deutschland)
Gebirge Elbsandsteingebirge
Koordinaten 50° 52′ 43″ N, 14° 13′ 15″ O
Zirkelstein (Sachsen)
Zirkelstein (Sachsen)
Typ Tafelberg
Gestein Sandstein
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Lage und Umgebung

Der Zirkelstein erhebt sich 6,4 km (Luftlinie) südöstlich von Bad Schandau im linkselbischen Teil der Sächsischen Schweiz. Unmittelbar nordwestlich des Berges liegen der Ortsteil Schöna der deutschen Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna und die Kaiserkrone. Östlich des Berges liegt das Elbtal mit der tschechischen Gemeinde Hřensko (Herrnskretschen).

Name

Die erste urkundliche Erwähnung des Berges erfolgte 1592 als Circkelstein im Rahmen der von Matthias Oeder durchgeführten ersten kursächsischen Landesaufnahme. Der Name ist von der markanten Form, die an einen Zirkel erinnert, abgeleitet.

Im 18. Jahrhundert tauchte, wie für die benachbarte Kaiserkrone, vereinzelt die Bezeichnung Zahnstein auf.[2] Dies geht auf eine Sage zurück, nach welcher der Berggeist Rübezahl sich bei einem Besuch im Elbsandsteingebirge den Kopf am Großen Zschirnstein gestoßen und bei Schöna zwei Zähne verloren hat, welche die Berge Zirkelstein und Kaiserkrone bildeten.[3]

Geschichte

Eine der frühesten bekannten Abbildungen des Zirkelsteins stammt von Caspar David Friedrich, der den Berg im Hintergrund seines 1818 entstandenen Gemäldes Der Wanderer über dem Nebelmeer[4] darstellte. Der Kartograph Otto von Odeleben, der von 1823 bis 1826 eine Karte der Sächsischen Schweiz, erstellt, weilte 1826 als einer der ersten Besucher auf dem in jener Zeit noch zugangslosen Tafelberg.

Im Jahr 1841 wurde der Gipfel durch den damaligen Besitzer des Zirkelsteines, Johann Gottlob Füssel aus Schöna, mit einer Steiganlage für Besucher zugänglich gemacht. Er errichtete im selben Jahr auch ein kleines Blockhaus als Unterkunftshaus mit Aussicht auf dem Dach auf dem Gipfel. 1842 erhielt Füssel eine Schankkonzession für das Blockhaus und begann während der Sommersaison mit einem bescheidenen Gastwirtschaftsbetrieb. In der Anfangszeit war der Aufstieg auf den Gipfel nur an Wochenenden möglich, wochentags war der Aufstieg durch ein Tor versperrt.

Bei Instandsetzungsarbeiten am Aufstieg und dem Blockhaus starb im April 1899 der 20-jährige Sohn des damaligen Besitzers Gustav Hering durch einen Blitzeinschlag auf das Gipfelplateau.

Am 3. September 1926 wurde die Bergwirtschaft bei einem schweren Gewitter durch Blitzschlag in Brand gesetzt, brannte vollständig ab und wurde nicht wieder aufgebaut.

Der Berg mit einem ca. 8 ha großen Areal ist aktuell in privatem Besitz. Im Juli 2021 ging das Areal für knapp 200.000 €[5][6] an einen neuen Besitzer aus der Region.[7] Am Bergfuß steht ein ehemaliges Naturfreundehaus mit Gastronomie und kleinem Bungalowdorf, das seit 2008 in privater Hand ist.

Geologie

Die etwa 42 Meter hohe Felskuppe des Zirkelsteins besteht aus Sandsteinen der Stufe d, welche in der geologischen Zeitskala in die Stufe Coniac der Kreide eingeordnet werden. Die Kuppe sitzt auf einer mit Wald bestandenen Schutthalde der Stufe c aus dem oberen Turon auf. In neueren Publikationen werden diese Sandsteine auch als Schrammsteinschichten bezeichnet.

Im Vergleich zu den anderen Tafelbergen der Sächsischen Schweiz sind Erosion und vor allem die Sandsteinverkarstung des Zirkelsteins bereits weit vorangeschritten, die Felskuppe weist einen geringen Umfang auf.

Aussicht

Vom Gipfel des Zirkelsteins bietet sich aufgrund der isolierten Lage eine umfassende Rundsicht. Der Blick reicht

Wege zum Gipfel

Der Zirkelstein ist am besten von Schöna aus entlang einer gelb markierten Wanderroute zu erreichen, die an seinem Fuß vorüberführt. Der Gipfel selbst ist über Treppen und Leitern besteigbar. Nördlich des Berges verläuft der Malerweg der Hauptwanderweg der Sächsischen Schweiz von Schöna ins Elbtal nach Schmilka.

Galerie

Literatur

  • Zwischen Sebnitz, Hinterhermsdorf und den Zschirnsteinen (= Werte der deutschen Heimat. Band 2). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1959.
  • Johannes Lehmann: Ein Zirkelsteinjubiläum. in: Über Berg und Tal. Monatsschrift des Elbgebirgsvereins, Heft Juli/August 1942, S. 43–44
  • Alfred Meiche: Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Dresden 1927 (Digitalisat)
  • Peter Rölke (Hrsg.): Wander- und Naturführer Sächsische Schweiz Band 2. Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden 2013, ISBN 978-3-934514-09-6.
  • Roland H. Winkelhöfer: Das Elbsandsteingebirge ist ein Sandsteinkarstgebiet. Verlag Der Höhlenforscher, Dresden Jg. 38 (2006), S. 50–53, ISSN 0138-2519
  • Roland H. Winkelhöfer: Der Quirl ohne Zweiffel. Eine Heimatkunde der 20 linkselbischen Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Verlag Der Höhlenforscher, Dresden, ISBN 3-00-004380-2.
Commons: Zirkelstein – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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