Zombeck-Turm

Bauart von deutschen Hochbunkern From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Zombeck-Turm (offiziell: Luftschutzturm der Bauart Zombeck, umgangssprachlich auch „Rundbunker“[1]) ist ein normierter deutscher Hochbunkertyp aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1937 ließ der Konstrukteur Paul Zombeck den nach ihm benannten Rundturmtyp patentieren.[1]

Zombeck-Turm am Bahnhof Barmbek in Hamburg

Bauart und Gestaltung

Ansteigende Rampe

Spiralförmig ansteigende Rampe im Bunker am Bahnhof Hasselbrook
Im Turmkern waren Toiletten untergebracht, darum herum einige Sitzbänke für Alte und Kinder angeordnet, die meisten Menschen mussten in diesen Bunkern aber stehend ausharren.
„Harmlose“ Bilder und Sinnsprüche an den Wänden sollten die Bunkerinsassen ablenken und beruhigen.

Besonderes Kennzeichen der Zombeck-Türme ist die spiralförmig um einen Zylinderkern gelegte Rampe im Innern des Turms, wodurch die innere Struktur der Türme einem Schneckenhaus gleicht. Die sanft ansteigende Rampe besitzt keine Stufen und dient gleichzeitig zur Erschließung und als Aufenthaltsort. Im Zylinderkern befinden sich Waschräume und Toiletten. Durch diese Gestaltung konnten die Zombeck-Türme im Vergleich zu Hochbunkern mit einer Erschließung über Treppenhäuser in begrenzter Zeit deutlich mehr Menschen aufnehmen. Zombeck-Türme wurden primär an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Brücken errichtet, wo sie bei Luftalarm die schutzsuchenden Fahrgäste von angehaltenen Zügen aufnahmen.[2]

Die Türme des Typs B I waren für 500 Personen ausgelegt, nahmen jedoch mehr als 1000 Personen auf. Die Türme galten als splitter- und explosionssicher und besaßen eine Gasschleuse.

Tarnung

Zombeck-Türme sind aus Beton erbaut, besitzen jedoch meist eine Fassade aus Klinkern. Auch das kegelförmige Betondach, das Bomben abweisen soll, ist mit Dachpfannen verkleidet. Damit vermittelten sie der Bevölkerung das Gefühl einer Trutzburg und fielen bei Luftangriffen im Wohnumfeld weniger auf.[3] Besonders an hervorgehobenen Standorten wurden zur Einfassung von Türen auch Werksteine eingesetzt, über dem Haupteingang befand sich dort ein Reichsadler mit Hakenkreuz, am Hamburger Turm an den Vorsetzen heute noch als leere Fläche in einem Kranz sichtbar.

Standorte

Reichsadler mit entferntem Hakenkreuz am Bahnhof Hasselbrook

Die meisten Zombeck-Türme stehen noch heute in Hamburg (siehe auch: Bunker in Hamburg). Hier wurden elf Luftschutztürme der Bauart Zombeck gebaut.[1] Davon existieren gegenwärtig noch neun, die alle unter Denkmalschutz stehen:

Nicht mehr vorhanden:

  • Der im Jahr 1940 errichtete Turm am Zentralen Omnibusbahnhof Hamburg (Brockesstraße) wurde im Rahmen der Umbauarbeiten im Jahr 2002 abgerissen.[9]
  • Bismarckstraße (heute: Ottenser Hauptstraße), Ottensen

Türme außerhalb Hamburgs:

Der südliche Zombeck-Turm im Trollseeweg in Flensburg (2014)
  • in Flensburg stehen noch zwei Zombeck-Türme im Trollseeweg. In einem der Türme entsteht ein Übungsraum für Rockbands.[11]
  • in Wilhelmshaven der Turm an der Rheinstraße[12]
  • in Kiel Friedrichsort auf dem MAK Gelände
  • im norwegischen Trondheim (auf dem Gelände der U-Boot-Bunker) gab es Zombeck-Türme.

Siehe auch

Literatur

Commons: Zombeck-Türme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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