Zone 3
Film von Cédric Jimenez (2025)
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Zone 3 (Originaltitel Chien 51) ist ein Science-Fiction-Film von Cédric Jimenez. Der Kriminalfilm basiert auf dem gleichnamigen futuristischen Roman von Laurent Gaudé. Das Buch spielt im Jahr 2045 in Paris, das in Zonen aufgeteilt ist, die die verschiedenen sozialen Klassen trennen und von einer Künstlichen Intelligenz überwacht wird. In den Hauptrollen sind Adèle Exarchopoulos, Louis Garrel und Gilles Lellouche zu sehen. Zone 3 ist nach Bac Nord – Bollwerk gegen das Verbrechen und November der letzte Film in einer Trilogie von Jimenez zum Thema Strafverfolgung und feierte Anfang September 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere. Mitte Oktober 2025 kam er in die französischen Kinos und Ende November 2025 in die deutschen.
| Film | |
| Titel | Zone 3 |
|---|---|
| Originaltitel | Chien 51 |
| Produktionsland | Frankreich |
| Originalsprache | Französisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 100 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Cédric Jimenez |
| Drehbuch | Cédric Jimenez, Olivier Demangel |
| Produktion | Hugo Sélignac |
| Musik | Guillaume Roussel |
| Kamera | Laurent Tangy |
| Schnitt | Stan Collet, Laure Gardette, Alexis Marro, Audrey Simonaud |
| Besetzung | |
| |
Handlung
In einem nach Klassen gespaltenen Paris der Zukunft überwacht eine künstliche Intelligenz namens Alma die Gesellschaft. Die Menschen sind alle registriert und mit einem Tracking-Armband ausgestattet. Ihr einzige Möglichkeit, ihrem tristen Leben zu entfliehen, sind virtuelle Welten.
Als Almas Schöpfer stirbt, ändert sich alles. Die Polizisten Salia und Zem, die schon immer gegen diese Art von Gesellschaft waren, tun sich zusammen, um ein Geheimnis zu lüften, das ihre getrennte Welt in Frage stellt.[3]
Literarische Vorlage
„Die Stadt war auf einmal verrückt geworden. Als das GoldTex-Management verkündete, die Übernahme Griechenlands sei abgeschlossen, gerieten die Bürger Athens in Panik.“

Der Film basiert auf dem futuristischen Krimi Chien 51 von Laurent Gaudé.[4] In einer deutschsprachigen Übersetzung von Christian Kolb wurde er 2023 unter dem Titel Hund 51 bei dtv veröffentlicht. Darin beschreibt Gaudé die Pariser Gesellschaft Mitte des 21. Jahrhunderts. Die Stadt wird von einer KI namens Alma überwacht. Der Immigrant Zem Sparak heuert als Hilfspolizist an. Er arbeitet als „Hund“ im sauren Regen von Zone 3. Seine Heimat Griechenland gibt es schon lange nicht mehr: Daher verbringt Zem einen großen Teil seiner Freizeit im dritten Stock eines Nachtclubs im RedQ-Viertel, wo er mithilfe einer speziellen Technologie das Athen seiner Jugend wiedererleben kann. Eines Morgens reißt eine aufgeschnittene Leiche, die in seinem Viertel gefunden wird, Zem aus seiner Gleichgültigkeit. Er macht sich gemeinsam mit Salia Malberg, einer Kommissarin aus Zone 2, auf die Suche nach der Wahrheit.[5]
Gaudé wurde für Chien 51 im Jahr 2022 vom Literaturmagazin Livres Hebdo mit dem Preis der Buchhändler ausgezeichnet.[6]
Produktion
Filmstab und Besetzung
Regie führte Cédric Jimenez, der gemeinsam mit Olivier Demangel auch das auf Gaudés Roman basierende Drehbuch schrieb.[4] Es handelt sich bei Zone 3 um den sechsten Spielfilm des französischen Filmemachers und gleichzeitig um seinen letzten Film in einer Trilogie zum Thema Strafverfolgung nach Bac Nord – Bollwerk gegen das Verbrechen und November.[4][7]
Die Hauptrollen besetzte Jimenez mit Adèle Exarchopoulos, Gilles Lellouche und Louis Garrel. Sie spielen die Polizistin Salia Malberg, ihren Kollegen Zem und den Anführer des Widerstand John Mafram.[8] Weiter auf der Besetzungsliste finden sich Xavier Dolan, Valeria Bruni Tedeschi, die Rapperin Lala&ce, Hugo Dillon, Stéphane Bak, Daphné Patakia und Agathe Mougin.[4] Exarchopoulos und Lellouche spielten bereits in Bac Nord und Bak in November. Romain Duris spielt Innenminister Théo Rimarval. In einer Nebenrolle ist der französische Musiker Thomas Bangalter zu sehen, der mit Guy-Manuel de Homem-Christo bis zur Auflösung die Gruppe Daft Punk bildete. Das Casting übernahm Michael Laguens.
Dreharbeiten und Filmmusik
Die Dreharbeiten wurden am 19. August 2024 begonnen und fanden bis in den Herbst 2024 hinein / bis Ende des Jahres statt.[4] Gedreht wurde in Marseille und Umgebung, in Paris und der Region um die französische Hauptstadt und in Brüssel. Als Kameramann fungierte Laurent Tangy.
Die Filmmusik stammt von Guillaume Roussel, mit dem Jimenez für alle seine Filme seit Der Unbestechliche – Mörderisches Marseille zusammenarbeitete.[4]
Veröffentlichung
Die Premiere von Zone 3 war am 6. September 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, wo Jimenez’ Regiearbeit als offizieller Abschlussfilm gezeigt wurde.[9] Im September 2025 wurde er bei der Filmkunstmesse Leipzig gezeigt und Ende September, Anfang Oktober 2025 beim Filmfest Hamburg.[10][11] Am 15. Oktober 2025 kam er in die französischen Kinos.[4] In Deutschland war der Kinostart am 27. November 2025.
Rezeption
Kritiken und Einspielergebnis
Thomas Schultze schreibt in seiner Kritik, wenn Cédric Jimenez in Zone 3 den Blick freigibt auf ein Paris des Jahres 2045, das je nach Klasse der Bewohner in mehrere Zonen aufgeteilt ist, müsse man an die zeitlose Near-Future-Dystopie Die Klapperschlange von John Carpenter aus dem Jahr 1981 denken, in der dieser Manhattan zum größten Gefängnis der Vereinigten Staaten machte. Der erste Ausflug des Regisseurs in die Science-Fiction sei mit dem Anspruch gedreht, es in punkto Schauwerten mit Hollywood aufzunehmen, ohne auf den Grit und die Kanten einer europäischen Produktion zu verzichten. Jimenez und sein Schreibkollege Olivier Demangel verwendeten den eigentlichen Plot nur als Rahmen, um den Zuschauer Seite an Seite mit den beiden Helden durch diese eigenwillige Welt mit ihrem Retro-Future-Look zu schicken und in eine Welt des ewigen Regens. Zone 3 sei so mutig, sich auch zwischen die Stühle zu setzen, die große Tradition des französischen Policiers zu bedienen, sie aber in einem völlig neuen Szenario zu verorten. Der Film funktioniere für ein Publikum, das die Emotionalität eines James Cameron in seinen frühen Filmen zu schätzen wisse, für das Kino der bedingungslose Glaube ist, dass Liebe größer ist als der Tod, auch wenn die Welt um einen herum gerade untergeht.[12]
Daniel Pook vom Onlinemagazin Golem bemerkt in seiner Kritik, wer eine ausgeklügelte Intrige erwartet, die sich uns Stück für Stück durch aufregende Ermittlungsarbeit offenbart, sitze im falschen Film, und nicht einmal die zentralen Motive, KI-Überwachung und soziale Ungerechtigkeit, würden je angemessen vertieft. Zone 3 sei ein Projekt, bei dem die Autoren merkbar Lust auf das Szenario hatten, aber eigentlich gar nicht wussten, was sie darin überhaupt erzählen wollten. Eine dichte Neo-Noir-Atmosphäre und sympathische Hauptfiguren seien trotzdem gute Gründe, Zone 3 eine Chance zu geben.[13]
Nach seinem Start in Frankreich setzte sich Zone 3 an die Spitze der dortigen Kinocharts.[14]
Auszeichnungen
- Nominierung für das Beste Szenenbild (Jean-Philippe Moreaux)
- Nominierung für die Besten visuellen Effekte (Cédric Fayolle)
Sitges Film Festival 2025
- Nominierung als Bester Spielfilm – Official Fantàstic Competition (Cédric Jimenez)[15]
Literatur
- Laurent Gaudé: Chien 51. Actes Sud, 2022. ISBN 978-2-330-16833-9
- Laurent Gaudé: Hund 51. Übersetzung von Christian Kolb. dtv, 2023. ISBN 978-3-423-28354-0
Weblinks
- Zone 3 bei IMDb
- Zone 3 bei crew united
- Chien 51 im Programm der Internationalen Filmfestspiele von Venedig (englisch)