Zuckersand

Film von Dirk Kummer (2017) From Wikipedia, the free encyclopedia

Zuckersand ist ein preisgekrönter deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2017. Regie bei dem zeitgeschichtlichen Drama mit komödiantischen Zügen führte Dirk Kummer. Das Drehbuch schrieb Kummer, der darin seine eigene Jugend verarbeitet hat, zusammen mit Bert Koß. 2018 gewann der Film vier Grimme-Preise in der Kategorie Fiktion.[1]

TitelZuckersand
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2017
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Zuckersand
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 90 Minuten
Stab
Regie Dirk Kummer
Drehbuch Dirk Kummer,
Bert Koß
Produktion Jakob Claussen,
Ulrike Putz
Musik Thomas Osterhoff
Kamera Christian Marohl
Schnitt Simon Quack,
Gisela Zick
Besetzung
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Handlung

Ende der 1970er Jahre in der DDR. Die zehnjährigen Jungen Jonas und Fred sind beste Freunde. Freds linientreuen Eltern ist diese Freundschaft allerdings nicht recht, da Jonas’ Mutter ihren Sohn christlich erzieht und auch einen Ausreiseantrag gestellt hat. Trotz Verbot treffen sich die Freunde weiterhin.

Als Fred vom alten Nachbarn Kaczmarek einen Bumerang geschenkt bekommt, fassen die Jungen den Entschluss, einen Tunnel nach Australien zu graben. Das unternehmen sie in einem verlassenen Fabrikgebäude nahe der Zonengrenze und erreichen im weichen Sand eine Tiefe von mehreren Metern. In der Schule wird Freds Talent als Läufer entdeckt, der Wechsel auf eine spezielle Sportschule wird vorbereitet. Da Fred als Leistungssportler die ganze Welt bereisen kann, freut er sich darauf. Er verabredet sich mit Jonas in Australien, an den Gegenkoordinaten ihres Tunnels.

Bei der Ausreise fällt Jonas erst kurz vor Grenzübertritt auf, dass er den Zettel mit den australischen Koordinaten am Tunnelprojekt vergessen hat. Er reißt aus und rennt nach Hause; seiner Mutter wird es verwehrt, ihm zu folgen. Als Jonas den Zettel holt, rutscht er in das Loch und wird vom nachrutschenden Sand verschüttet. Erst spät in der Nacht kommt Kaczmarek auf die richtige Spur, findet den toten Jungen im Tunnelboden und trägt ihn ins Haus.

In den folgenden polizeilichen Befragungen wird tunlichst vermieden, Verbindungen zu Freds Familie herzustellen, um dessen sportliche Karriere nicht zu gefährden. Aufgrund der grenznahen Lage des Tunnels wird zunächst Fluchtabsicht unterstellt. Jonas, der für die DDR nach seiner Ausreise offiziell nicht mehr existiert, wird in einer Holzkiste beseitigt; seine Mutter erfährt nur auf Umwegen von dem Geschehen.

Fred wurde nichts davon mitgeteilt. Er findet eine Notiz seiner Mutter mit der Adresse und Telefonnummer von Jonas’ Mutter im Westen. Als er Jonas’ Mutter heimlich anruft, kann er ihre Reaktion nicht verstehen. Erst dann teilen seine Eltern ihm mit, was geschehen ist. Später bei Freds Lauftraining blickt die Kamera Jonas über die Schulter, der ihm zuschaut.

Veröffentlichung

Am 24. Juni 2017 wurde Zuckersand in der Reihe Neues Deutsches Fernsehen beim Filmfest München uraufgeführt.[2] Im September 2017 lief der Film beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen.[3] Die Erstausstrahlung am 11. Oktober 2017 im Ersten erreichte 2,84 Mio. Zuschauer und einen Marktanteil von 9,6 %.[4]

Rezeption

Kritiken

Für Rainer Tittelbach handelt es sich um eine „Geschichte von großer Wärme und Wahrhaftigkeit, die die Wirklichkeit nicht (n)ostalgisch verklärt.“ Der Film halte „sich konsequent an die kindliche Weltwahrnehmung“ und verzichte „auf jede Art stereotyper DDR-Bildklischees“. Es sei ein „Film, der in Bildern erzählt und dem Zuschauer keine Botschaft aufs Auge drücken will“.[4]

„Die schauspielerische Leistung von Tilman Döbler als Fred kann man gar nicht genug würdigen. Grandios verkörpert er, wie Kinder täglich mit dem politischen System konfrontiert wurden, ohne es zu verstehen.“

Die Zeit, Online-Ausgabe vom 11. Oktober 2017[5]

Auszeichnungen

Commons: Zuckersand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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