Zweitland

Film von Michael Kofler (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Zweitland ist ein deutsch-italienisch-österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseur und Drehbuchautor Michael Kofler mit Thomas Prenn, Aenne Schwarz und Laurence Rupp.[2][3]

TitelZweitland
OriginalspracheDeutsch, Italienisch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Zweitland
Produktionsland Deutschland, Italien, Österreich
Originalsprache Deutsch, Italienisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 113 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen
  • Starhaus Filmproduktion
  • Helios Sustainable Films
  • KGP Filmproduktion
Stab
Regie Michael Kofler
Drehbuch Michael Kofler
Produktion
Musik Teho Teardo
Kamera Felix Wiedemann
Schnitt Florian Miosge
Besetzung
Schließen

Handlung

Im Südtirol des Jahres 1961 träumt der Künstler Paul davon, seine Heimat hinter sich zu lassen, um an der Kunstakademie München Malerei zu studieren. Allerdings werden seine Pläne durch die Terrorwelle 1961 zunichtegemacht.

Sein älterer Bruder Anton wird zum gejagten Terroristen. Paul muss daher Anna, die Frau seines Bruders, und deren Sohn auf deren Bauernhof unterstützen. Anna stellt sich gegen die Radikalisierung ihres Mannes und kämpft zunehmend gegen die patriarchalischen Strukturen.[3][4]

Produktion und Hintergrund

Die Dreharbeiten fanden vom 17. Mai bis zum 17. August 2023 in Südtirol statt.[2][4][5] Dorfszenen wurden in Gais gedreht. Als Kulisse für Gefängnis und Carabinieri-Kaserne diente die Militärkaserne in Bruneck. Weitere Drehorte waren Meran, Vöran, Alt-Prags und das Villnößer Tal.[6]

Produziert wurde der Film von der Münchner Starhaus Filmproduktion (Produzent Wasiliki Bleser), der Bozner Helios Sustainable Films (Produzent Martin Rattini) und der Wiener KGP Filmproduktion (Produzentinnen Barbara Pichler und Gabriele Kranzelbinder).[6][7] Unterstützt wurde die Produktion vom Österreichischen Filminstitut, vom FilmFernsehFonds Bayern und von IDM Südtirol / Alto Adige, beteiligt war der Österreichische Rundfunk (ORF).[4]

Die Kamera führte Felix Wiedemann, die Montage verantwortete Florian Miosge, die Musik schrieb Teho Teardo. Den Ton gestaltete Stefano Bernardi, das Kostümbild Monika Buttinger, das Maskenbild Tünde Kiss-Benke und Alisza Pfeifer und das Szenenbild Martin Reiter.[2][4] Kostüme stammten vom Kostümverleih Lambert Hofer.[2]

Die Dialoge wurden im Südtiroler Dialekt geführt, die Darsteller der Carabinieri sprachen Italienisch. Die Setsprache war Englisch.[6] Bei dem Film handelt es sich um das Langspielfilm-Debüt des Südtiroler Regisseurs und Drehbuchautors Michael Kofler. Die Idee zum Film hatte Kofler 2011 zu Papier gebracht, im Rahmen der ersten Ausgabe des RACCONTI Script Lab der IDM Film Commission Südtirol.[6]

Veröffentlichung

Premiere war am 30. Juni 2025 am Filmfest München im CineCoPro-Wettbewerb,[8][9] wo der Film für den mit 100.000 Euro dotierten CineCoPro-Award nominiert wurde.[2][7]

In Österreich kam der Film am 4. September 2025 in die Kinos, der deutsche Kinostart war am 4. Dezember 2025.[2][4]

Im Januar 2026 wurde der Film bei der 37. Ausgabe des Palm Springs International Film Festivals präsentiert.[10] Am 23. März 2026 soll der Film auf der Diagonale in Graz gezeigt werden.[11]

Rezeption

Peter Gutting vergab auf film-rezensionen.de acht von zehn Punkten. Vor dem Hintergrund separatistischer Terroranschläge im Südtirol der 1960er entfalte Zweitland ein komplexes Dreiecksgeflecht zwischen einem Attentäter, seiner Frau und seinem Bruder. Regisseur Michael Kofler halte keine Geschichtsstunde ab, sondern tauche in eine Atmosphäre ein, die erschreckende Bezüge zur Gegenwart aufweise.[12]

Ulf Lepelmeier bewertete die Produktion auf filmstarts.de mit vier von fünf Sternen. Das bewegende Familiendrama sei eine eindrückliche Reflexion über politische Gewalt und ihre Folgen. Michael Kofler gelang ein feinfühliges Familienporträt, das eine persönliche Geschichte zweier Brüder überzeugend mit einem historischen Konflikt verwebe.[13]

Marian Wilhelm urteilte auf DerStandard.at, dass Zweitland trotz einiger holzschnittartiger Momente ein gelungenes Debüt sei, das mit Mut zum Dialekt, sparsamem Dialog und vielsagendem Schweigen erzähle, dass die eigene Kultur nicht immer das Wichtigste ist.[14]

Marina Pavido schrieb auf cinema-austriaco.org, dass die wahre Stärke des Films in der Charakterisierung der Figuren liege. Besonders prägnant sei das starke Gefühl der Klaustrophobie, das vermittelt werde. Michael Kofler habe Talent und Feingefühl bewiesen, indem er eine heikle und komplexe Geschichte inszeniert habe.[15]

Manfred Riepe (drei von fünf Sternen) schrieb auf epd-film.de, dass die geruhsame Erzählung sich viel Zeit nehme, um alltägliche Verwicklungen zu zeichnen. Die Untertitelung des deutschen Dialekts sowie des Italienischen trage zur Authentizität bei. Dennoch komme der Film nur schleppend in Gang. Da die Gegengewalt der italienischen Staatsmacht meist nur zurückhaltend ins Bild gesetzt wird, fehle jene Zuspitzung, welche die politische und menschliche Dimension des tief verwurzelten Konflikts verdeutlicht hätte.[16]

Thomas Schultze lobte auf the-spot-mediafilm.com Kameraarbeit, Kostümarbeit und das Szenenbild, vor allem aber die überragenden Schauspieler, die dem Film seine Wucht verliehen. Der Ringkampf der beiden Brüder, ein Kräftemessen, das an Oliver Reed und Alan Bates in Liebende Frauen erinnere, gleichzeitig aber erdiger und atavistischer sei, bleibe einem nachhaltig im Gedächtnis: ein Film starker Bilder und starker Überzeugungen.[17]

Auszeichnungen und Nominierungen

  • Filmfest München 2025, Nominierung für den CineCoPro-Award[2]
  • Kolkata International Film Festival 2025, International Competition: Innovation in Moving Images, Nominierung Best Film und Best Director[18]
  • Bayerischer Filmpreis 2025: Newcomer-Regiepreis (Michael Kofler)[19]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI