Échourgnac

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Échourgnac (Aussprache [eʃuʁˈɲak], okzitanisch Eschornhac) ist eine französische Gemeinde mit 395 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Double Landais. Die Einwohner werden Echourgnacois bzw. Echourgnacoises genannt.

Schnelle Fakten Eschornhac ...
Échourgnac
Eschornhac
Échourgnac (Frankreich)
Échourgnac (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Montpon-Ménestérol
Gemeindeverband Isle Double Landais
Koordinaten 45° 8′ N,  14′ O
Höhe 57–131 m
Fläche 34,88 km²
Einwohner 395 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 11 Einw./km²
Postleitzahl 24410
INSEE-Code
Website www.echourgnac.com

Zisterzienserkloster Notre-Dame de Bonne-Espérance
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Geografie

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Échourgnac liegt etwa 56 Kilometer südwestlich von Nontron, etwa 39 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux und etwa 37 Kilometer nordwestlich von Bergerac am Übergang der Région naturelle der Double, Teil des touristisch benannten Périgord blanc. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Duche, die hier entspringt und es im weiteren Verlauf begrenzt, ferner von den Flüsschen Ruisseau de la Cigale, Bauronne, Gauille und Ruisseau de la Forêt sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Échourgnac liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vollständig im Wald der Double in einer leicht gewellten Hügellandschaft. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 131 m im Norden am Lieu-dit Les Cimades, der tiefste Punkt mit 48 m im äußersten Norden beim Austritt der Bauronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 101 m Höhe.

Rund 60 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 31 % werden landwirtschaftlich, vorwiegend heterogen genutzt, rund 6 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation, rund 1 % auf bebaute Flächen, rund 1 % auf Binnengewässer.[2]

Échourgnac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:

Saint-Vincent-Jalmoutiers La Jemaye-Ponteyraud
Servanches Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-André-de-Double (Berührungspunkt)
Saint-Barthélemy-de-Bellegarde Saint-Michel-de-Double

Natürliche Risiken

Risikokarte der Quellung und Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Échourgnac

Natürliche Risiken manifestieren sich in der Gemeinde Échourgnac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 1997, 2003 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist nur einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes erschien erstmals am Ende des 11. Jahrhunderts in latinisierter Form als Eschourniago (1090), in der Folge in der Schreibweise Scaurniacum im Jahre 1198, dann Scaurnac im 13. Jahrhundert. Der Wechsel von es-/s- zu Beginn des Namens verschwand erst im 17. Jahrhundert. Nach Eschornhac (1314) und Chornhac (16. Jahrhundert) setzte sich der Name auf Eschurniac (1666) fest. Er geht aus einem Namen einer gallorömischen Person, Scaurinus, zurück, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Scaurinacum, Anwesen des Scaurinus). Scaurinus ist abgeleitet von Scaurus, einem römischen Spitznamen (deutsch Klumpfuß), der bereits zu Zeiten Ciceros belegt ist.[5]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert erst aus dem 11. Jahrhundert, als er in einem Archivdokument aus La Sauve auftaucht. Bekannt ist, dass in Échourgnac zu Beginn des 12. Jahrhunderts ein Priorat existierte, da es 1308 von Papst Clemens V. besucht wurde. Später wurde an der Stelle dieses ehemaligen Priorats eine Kirche errichtet.[6] Das Dorf besaß seit dem 16. Jahrhundert mehrere Betriebe zur Glasherstellung, eines der früheren wichtigen Tätigkeiten in der Region der Double.[5]

Die Geschichte von Échourgnac nahm im 19. Jahrhundert eine entscheidende Wendung. Diese Zeit war geprägt von der Entwicklung der Dordogne und dem Aufschwung der Landwirtschaft. Bis dahin war das Land in der Gegend nämlich sehr sumpfig und für den Ackerbau ungeeignet. 1864 gründeten daher einige angesehene Bürger die Landwirtschaftsmesse von Échourgnac, um ein Programm zur Trockenlegung der Sümpfe für den Bau einer Straßenbahnlinie umzusetzen. Für die Durchführung dieser Projekte wurden umfangreiche Mittel bereitgestellt. Unter ihnen befand sich eine Gruppe Trappistenmönche, die 1868 aus dem Kloster Port-du-Salut im Département Mayenne hierhergebracht wurden. Sie gründeten das Kloster Échourgnac, das Notre-Dame-de-Bonne-Espérance (deutsch Unserer Lieben Frau von der Guten Hoffnung) geweiht wurde, und trugen zur Wiederbelebung des Dorfes bei, indem sie neue Nutzpflanzen einführten und mit neuen Anbaumethoden experimentierten. Im Gegenzug errichteten die Mönche einen Bauernhof und verpflichteten sich, lokale Produkte zu kaufen. Eine Käserei entstand zur Verarbeitung der Milch.

Trappistenkäse aus Échourgnac, verfeinert mit Walnüssen

Nachdem sie sich um die Verbesserung der Gemeinde bemüht hatten, wurden die Mönche 1910 gemäß dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat vertrieben.[6] 1923 ließ sich eine Gemeinschaft von Trappistinnen dort nieder. Der Zisterzienserorden ist bekannt für sein Bekenntnis zu Einfachheit, Gebet und Arbeit (Benediktinerregel). Die Schwestern folgen dieser Tradition und versuchen, ihren Bedarf selbst zu decken (Obstgarten, Gemüsegarten usw.). Unter anderem beschlossen sie, die Käserei zurückzukaufen und ihre Produktion sogar durch die Gründung einer eigenen Konditorei zu erweitern.[7]

Die Region Double war während des Zweiten Weltkriegs ein strategisch wichtiger Sektor für die Résistance (insbesondere die FTPF). Das waldreiche und abgelegene Gebiet bot ab 1943 Maquis-Gruppen Schutz und ertrug die harte deutsche Besatzung sowie die Kämpfe zwischen Widerstandskämpfern und Besatzungstruppen bis zur Befreiung.[8]

Bevölkerungsentwicklung

Échourgnac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
447
1800
 
391
1806
 
338
1821
 
601
1831
 
649
1836
 
701
1841
 
710
1846
 
575
1851
 
577
1856
 
504
1861
 
530
1866
 
585
1872
 
556
1876
 
607
1881
 
618
1886
 
692
1891
 
707
1896
 
727
1901
 
696
1906
 
691
1911
 
700
1921
 
588
1926
 
603
1931
 
597
1936
 
605
1946
 
590
1954
 
527
1962
 
511
1968
 
445
1975
 
401
1982
 
443
1990
 
411
1999
 
402
2006
 
417
2013
 
418
2020
 
393
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption aus dem 19. Jahrhundert
  • Zisterzienserkloster Notre-Dame de Bonne-Espérance, 1868 gegründet
  • Landgut Le Parcot. Die Double war ein ausgedehnter Eichen- und Kastanienwald, lange Zeit von den touristischen und wirtschaftlichen Strömungen des Périgords abgeschnitten. Diese Abgeschiedenheit ermöglichte es, zahlreiche charakteristische Merkmale, insbesondere architektonische, zu bewahren. Traditionelle Bauernhäuser bestanden aus Fachwerkhäusern mit Lehmfüllung und einem vorgelagerten überdachten Vorbau, dem sogenannten Balet. Le Parcot ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Die nahegelegene Scheune wurde nach denselben Prinzipien wie das Haus, die Backstube und der von Eichen umrahmte Teich errichtet. Die Scheune stammt aus dem Jahr 1841. Dieses Haus ist eines der wenigen im Double-Gebiet, das von modernen Anbauten unberührt geblieben ist. Das Wohnhaus, Scheune, Ofen, Teich und seine Schleuse sind seit 1992 als Monument historique eingeschrieben.[13]

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[14]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 154 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Échourgnac erwerbstätig, entsprechend 67,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersgruppe, wobei der Anteil der Männer (64,5 %) niedriger war als bei den Frauen (70,0 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 19 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (25). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 14,2 % (2016) auf 12,5 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen verringerte sich dabei um 44,5 %.[15]

Branchen und Betriebe

28 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Échourgnac wirtschaftlich aktiv:[15]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt28
Fertigung, Bergbau und andere Industrien621,4 %
Baugewerbe13,6 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1346,4 %
Finanzen und Versicherungen13,6 %
Immobilien13,6 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten517,9 %
Andere Dienstleistungen13,6 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[16] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 50 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 15 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 78 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 949 Hektar im Jahre 1988 auf 221 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg leicht von rund 19 Hektar auf 20,1 Hektar.[17][18][19]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 708 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 708 von Nontron nach Marmande durchquert das Gemeindegebiet. Sie kreuzt im Zentrum der Gemeinde die D 38, die im Nordwesten bis nach Saint Aulaye-Puymangou führt, im Südosten über Saint-Michel-de-Double bis nach Saint-Front-de-Pradoux. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und weiteren Nachbargemeinden.

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Échourgnac – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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