Zwischenwerk IVa
Zwischenwerk der Festung Magdeburg in Sachsen-Anhalt.
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Das Zwischenwerk IVa, auch nach der aktuellen Nutzung als ÖZIM bezeichnet, ist ein denkmalgeschütztes Zwischenwerk der Festung Magdeburg im heutigen Sachsen-Anhalt.



Lage
Das Festungsbauwerk befindet sich im Stadtteil Stadtfeld West südlich der Harsdorfer Straße an der Adresse Harsdorfer Straße 49.
Geschichte und Architektur
Das Zwischenwerk lag zwischen den Forts IV und V im äußeren Verteidigungsring der Festung Magdeburg westlich der Stadt. Die Anlage wurde 1890/1891 als eines der letzten Bauwerke der Festung errichtet, wobei das Werk als Typenbau, vergleichbar den anderen Zwischenwerken der Festung, entstand. Auf einem fast ovalen Grundriss von etwa 160 Metern Länge und ungefähr 100 Metern Breite wurde eine von einem Trockengraben umgebene Kasematte gebaut. Der vom Wall umschlossene Hof des Werks misst etwa 30 mal 6 Meter. Der Wall wurde ursprünglich nur von einem kehlseitigen Zugang durchschnitten. Auf den Wall führten vom Hof aus Rampen.
Die Kasematten wurden in den Wall eingebaut. Sie umfassten eine Fläche von etwa 125 m² mit einem Raum für Offiziere sowie vier Stuben für Mannschaften und eine Latrine. Darüber hinaus entstanden kleine Seitenräume für Kartuschen, Geschosse und Werkzeuge. Die Räume sind als Ziegelgewölbe ausgeführt und haben jeweils eigene Zugänge zur Hofseite. Untereinander sind die Kasematten durch Maueröffnungen verbunden. Zur Wallseite hin besteht ein 0,96 Meter breiter Außengang.
Oberhalb der Ziegelgewölbe befand sich ein 1,2 Meter starkes Betongewölbe, was seinerseits mit einer 0,5 Meter dicken Erdschicht bedeckt war. Die Kasemattengewölbe waren zum Hof hin betonsichtig ausgeführt, wobei ein regelmäßiges Werksteinpolstermauerwerk angedeutet wurde. Die Fassade der Kasematte ist mit einer Verkleidung aus gelben Ziegeln im Binderverband versehen, die Fenster- und Türöffnungen sind mit roten Klinkern abgesetzt. Die Fensterläden und auch die Türen waren aus Stahlblech gefertigt.
Die oberen Kanten der Kasematten bzw. des Walls lagen 6 bis 6,5 Meter oberhalb des Hofs und 3,3 Meter oberhalb des umgebenden Geländes. Vor den Kasematten war auf dem Wall ein Graben von etwa 2,5 Metern Tiefe angeordnet.[1]
Nach der Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten Aufhebung der Festung wurde der Bereich des Zwischenwerks von der Stadtverwaltung mit Robinien und Ahorn bepflanzt. 1925 wurde in der Anlage eine Waldschule eingerichtet. Dabei erfolgte eine Aufstockung der Kasematten und eine Umgestaltung der Fassade. Auch die Wall- und Grabenprofile sind beseitigt. Schon 1930 erfolgte eine erneute Umnutzung zur Erholungseinrichtung für an Tuberkulose erkrankte Frauen.
In der Zeit ab 1990 bezog das am 7. Juni 1990 gegründete Ökozentrum und -institut Magdeburg (ÖZIM) die Anlage.
Im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt ist das Festungsbauwerk unter der Erfassungsnummer 094 06395 als Baudenkmal verzeichnet.[2]
Das Zwischenwerk gilt als wichtige Anlage im Gesamtensemble der erhaltenen Festungsanlagen der Stadt und wichtiges Zeugnis der stärksten Festung Preußens.
Literatur
- Bernhard Mai, Christiane Mai: Festung Magdeburg. Verlag Janos Stekovics, Dößel 2006, ISBN 3-89923-098-1, Seite 209 ff., 249.
- Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 262.