Čerchov
Cerchov mountain in Czech Republik
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Der Čerchov (deutsch Schwarzkopf, auch Schwarzkoppe) ist mit 1042 m n.m. der höchste Berg des Oberpfälzer Waldes (Český les) und der Nordgipfel des Böhmerwaldes. Er liegt ca. 2 km von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt in Tschechien, etwa in der Mitte eines Dreiecks der Orte Waldmünchen, Furth im Wald und Domažlice.
| Čerchov | ||
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| Die Türme auf dem Gipfel des Čerchov | ||
| Höhe | 1042 m n.m. | |
| Lage | Tschechien | |
| Gebirge | Oberpfälzer Wald (Český les) | |
| Dominanz | 19,4 km → Hoher Bogen (Bayerischer Wald) | |
| Schartenhöhe | 549 m ↓ östlich von Nový Klíčov[1] | |
| Koordinaten | 49° 23′ 0″ N, 12° 47′ 1″ O | |
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| Besonderheiten | Kurz-Turm (AT), Flugsicherungsturm, höchster Berg im Oberpfälzer Wald | |

Geographie
Über den Gipfel verläuft die große europäische Wasserscheide Atlantik-Schwarzes Meer.
Nördlich des Berges entspringen die Teplá Bystřice (Warme Pastritz) sowie zwei Bäche namens Černý potok; der eine mündet auf deutschem Gebiet als Schwarzbach bei Höll in die Böhmische Schwarzach, der andere Černý potok in die Radbuza. Am Osthang nimmt der Pastritzkanal seinen Ursprung. Am Südhang des Čerchov liegt die Quelle der Chladná Bystřice (Kalte Pastritz), südwestlich die des Hlubocký potok/Tiefer Graben und am Westhang die Quelle des Steinbaches. Am nordwestlichen Vorberg Malinová hora (963 m n.m.) befindet sich eine ehemalige Kaserne.
Geschichte
Nach Nutzung durch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg wurde der Gipfel bis zum Ende des Kalten Krieges Anfang der 1990er Jahre intensiv als Aufklärungsstation genutzt und war nicht mehr öffentlich zugänglich. Neben dem 1904 als Aussichtsturm errichteten Kurz-Turm (so benannt nach seinem Erbauer Vilém Kurz, 1847–1902) wurde 1987 durch die tschechoslowakische Armee ein zweiter, größerer Turm errichtet, der heute Flugsicherungszwecken dient und nicht zugänglich ist. Die entsprechende Fernmeldestation der NATO befand sich auf dem Hohen Bogen in etwa 20 km Entfernung südöstlich; weitere Aufklärungsposten waren u. a. auf dem Velký Zvon (Plattenberg, mit einem 1978 in sehr ähnlicher Bauweise errichteten Turm, wobei zur Čerchov-Anlage Sichtkontakt besteht), dem Dyleň und dem 60 km südlicher gelegenen Poledník (Mittagsberg). Neben der sowjetischen Armee nutzte auch die Hauptabteilung III des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) der DDR die Stellung auf dem Čerchov als Abhörstützpunkt mit der Tarnbezeichnung „RUBIN“. Im Zuge der Grenzöffnung und Wiedervereinigung wurden die Horchposten aufgegeben und seit Juli 2000 ist der Kurz-Turm wieder zugänglich. Der Berg bietet einen Rundblick auf den Bayerischen Wald und die tschechische Ebene, bei guten Wetterbedingungen reicht die Sicht bis zu den Alpen. Es befindet sich auch ein Amateurfunkrelais auf dem Berg.
1897 wurde am Čerchov-Gipfelplateau eine erste Berghütte für Fuß- und Skiwanderer eröffnet. Im Zeitraum von 1945 bis 1990 war der Čerchov und dessen Umgriff für die Öffentlichkeit nicht erreichbar. Wegen der militärischen Nutzung konnte der Aussichtsturm und die Berghütte / Čerchov-Bistro in dieser Zeit nicht betreten werden. Seit dem 1. Juli 2000 ist vom Aussichtsturm wieder Rundumblick für Wanderer auf das Bayerisch-Böhmische Grenzland/Grenzgebirge möglich. Bei günstiger Witterung reicht die Sicht vom Aussichtsturm am Čerchov-Gipfel bis zu den Alpen. Am 4. Oktober 2025 hat Stadt Domažlice die neue Berghütte Čerchov / Horská chata Čerchov als Restaurant und mit Übernachtungsmöglichkeit eröffnet.
