Δ-Decalacton

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

δ-Decalacton ist eine organisch-chemische Verbindung und gehört zu der Klasse der Lactone. Es kommt als Aromastoff in Lebensmitteln[2] – insbesondere Milchprodukten – vor und ist ein Schlüsselaromastoff von Butter.[5]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von δ-Decalacton
Struktur ohne Stereochemie
Allgemeines
Name δ-Decalacton
Andere Namen
  • 6-Pentyltetrahydro-2H-pyran-2-on (IUPAC)
  • δ-Decanolacton
  • Decano-5-lacton
  • 5-Hydroxydecansäurelacton
  • 5-Dencanolid
  • DELTA-DECALACTONE (INCI)[1]
Summenformel C10H18O2
Kurzbeschreibung

farblose, viskose Flüssigkeit mit milchig-sahnigem Aroma[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 705-86-2 (Racemat)
  • 2825-91-4 ((R)-Form)
  • 59285-67-5 ((S)-Form)
EG-Nummer 211-889-1
ECHA-InfoCard 100.010.810
PubChem 12810
ChemSpider 12282
Wikidata Q27159530
Eigenschaften
Molare Masse 170,25 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[3]

Dichte

0,954 g·cm−3 (25 °C)[3]

Schmelzpunkt

−27 °C[4]

Siedepunkt

117–120 °C (0,03 hPa)[4]

Löslichkeit

schwer löslich in Wasser (4 g·l−1 bei 28 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[4]
Gefahrensymbol

H- und P-Sätze H: 411
P: 273391501[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Isomere

δ-Decalacton kommt in zwei enantiomeren Formen [(R)-δ-Decalacton und (S)-δ-Decalacton] vor. Das 1:1-Gemisch beider Verbindung, das Racemat, wird als (RS)-δ-Decalacton bezeichnet.

Isomere von δ-Decalacton
Name (S)-δ-Decalacton(R)-δ-Decalacton
Strukturformel Strukturformel von (S)-δ-Decalacton Strukturformel von (R)-δ-Decalacton
CAS-Nummer 59285-67-52825-91-4
705-86-2 (Racemat)
EG-Nummer
211-889-1 (Racemat)
ECHA-Infocard
100.010.810 (Racemat)
PubChem 65660101714996
12810 (Racemat)
FL-Nummer 10.007 (Racemat)
Wikidata Q27273761Q27256617
Q27159530 (Racemat)

Vorkommen

Das Aroma von Butter wird wesentlich durch δ-Decalacton bestimmt.

δ-Decalacton kommt in verschiedenen Lebensmitteln als Aromastoff vor. Es ist einer der wichtigsten Bestandteile des Butteraromas und trägt auch zum Aroma weiterer Milchprodukte wie H-Milch und verschiedenen Käsen bei.[5] Daneben kommt es auch in verschiedenen Früchten wie Pfirsich, Aprikose, Kokosnuss oder Himbeere vor.[2] In Fleisch sorgt es für ein Fehlaroma.[6]

In den meisten Quellen außer Himbeeren liegt größtenteils die (R)-Form vor.[2]

Gewinnung und Darstellung

In der Natur entsteht δ-Decalacton in mehreren Schritten aus Linolsäure. Dabei wird die Kohlenstoffkette durch β-Oxidation verkürzt. Der direkte Vorläufer des δ-Decalactons ist die 5-Hydoxydecansäure, die unter Ringschluss innermolekular verestert wird.[6] Industriell kann δ-Decalacton zum Beispiel durch Fermentation aus Massoia-Öl, einem Öl aus der Rinde des tropischen Baumes Cryptocarya massoia, hergestellt werden.[7]

δ-Decalacton (2) wird industriell auch synthetisch hergestellt werden. Es entsteht durch die Oxidation von 2-Pentylcyclopentanon (1) mit einer Peroxycarbonsäure (Baeyer-Villiger-Oxidation). Die Konfiguration des Ketons bleibt dabei im Lacton erhalten.[8]

Eigenschaften

Aromaeigenschaften

Der Geruch und Geschmack der beiden Enantiomere unterscheiden sich nicht stark voneinander.[2] Wie bei allen Aromastoffen ist die Wahrnehmung unterschiedlich. δ-Decalacton wird in Geschmack und Geruch als kräftig[9], süß[9], cremig[9][7], kokusnussartig[9][7], fruchtig[9] und pfirsichartig[7] wahrgenommen. Andererorts wird das Aroma als milchig-sahnig beschrieben.[2]

Die Geruchsschwelle von δ-Decalacton liegt bei 100 μg/kg Wasser.[6]

Chemische Eigenschaften

Aus δ-Decalacton kann durch Ringöffnende Polymerisation der Polyester Poly-δ-decalacton hergestellt werden. Auch eine Copolymerisation mit anderen Monomeren ist möglich.[10][11]

Verwendung

δ-Decalacton wird als Riechstoff in Parfums[2] und in Butter-, Sahne- und Käsearomen eingesetzt.[9]

Das Polymer Poly-δ-decalacton und einige Copolymere werden aktuell als mögliche bio-basierte Kunststoffe erforscht.[11][10] Es wird ein Potential dieser Polymere im Bereich des Drug Targeting gesehen.[12]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI