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Štěpán Rak

tschechischer Komponist, Gitarrist, Pädagoge, Musikwissenschaftler und klassischer Gitarrist From Wikipedia, the free encyclopedia

Štěpán Rak (* 8. August 1945 in Prag) ist ein tschechischer Gitarrist, Komponist und Musikpädagoge.

Štěpán Rak (2019)

Leben

Rak war der Sohn karpatenukrainischer Eltern, die mit der Roten Armee nach Prag gekommen waren. Russische Soldaten fanden ihn als Kind in der Ukraine und brachten ihn nach Prag, wo er von der Familie Rak adoptiert wurde. Er studierte bis 1963 Grafik und Malerei an der Kunstfachschule in Prag und begann achtzehnjährig, Kontrabass und Gitarre in Rock-’n’-Roll- und Jazzgruppen zu spielen.

Am Prager Konservatorium studierte er von 1965 bis 1970 Komposition bei Zdeněk Hůla und Gitarre bei Štěpán Urban. Sein Kompositionsstudium setzte er von 1971 bis 1975 an der Musikfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag fort. Bereits während des Studiums war er Preisträger beim Wettbewerb junger Komponisten mit der Sinfonie Hiroshima (1973) und dem Lied (1974).

Bereits 1968 begann Rak an Volkskunstschulen zu unterrichten. 1975 wurde er nach Finnland eingeladen, um die Grundlagen des modernen Gitarrenspiels in Skandinavien mitzugestalten. Dort unterrichtete er am Konservatorium Jyväskylä, organisierte parallel Meisterkurse und Vorträge und wirkte als Berater an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Außerdem gab er Solokonzerte sowie Konzerte mit den Sinfonieorchestern Mittelfinnland und Koupia in fast allen finnischen Städten.

Nach seiner Rückkehr 1980 unterrichtete er Gitarre am Prager Konservatorium. 1981 gründete er die Gitarrenabteilung an der Pädagogischen Fakultät in České Budějovice, wo er bis 1984 als Assistenzprofessor unterrichtete, 1985 wurde er der erste Gitarrenlehrer in der Geschichte der Akademie der musischen Künste in Prag. 2000 wurde er von Vaclav Havel zum ersten Professor für Gitarre der Tschechischen Republik ernannt.

Seit Mitte der 1970er Jahre wurde Rak als Komponist bekannt. Nach 1980 widmete er sich hauptsächlich Kompositionen für verschiedene Instrumente, von Film- und Schauspielmusik. Daneben widmete er sich auch dem musiktherapeutischen Einsatz von Gitarrenmusik. Internationale Beachtung fand er mit seinem Werk Vivat Comenius, einer Zusammenarbeit mit Alfréd Strejček. Die auf einem bis dahin unveröffentlichten Werk von Johann Amos Comenius (Obecná porada o nápravě věci lidských) basierende Werk wurde in verschiedenen Bearbeitungen bekannt, in vielen Ländern aufgeführt und in sechs Sprachen übersetzt. Die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Rezitator setzte er in vielen weiteren Aufführungen (u. a. Písně ztraceného ráje, 1996; Biblická rozjímání, 1998; Koncert pro Mistra Jana, 2000; Amen, pravím ti, 2003) fort. Mit Jaroslava Urbanová verfasste er 2003 das seinem Lehrer Štěpán Urban gewidmete Buch Kytara, má láska.

1985 gab Rak ein Konzert in der Wigmore Hall in London, 2002 ein Konzert am Moskauer Konservatorium. Im selben Jahr war er Teilnehmer des Festivals Goldener Herbst (Золотая осень) in Moskau. 2004 wurde er zu einem abendfüllenden Fantasiezyklus für Gitarre an das Nationale Zentrum für Darstellende Künste in Peking eingeladen, und beim Gitarrenfestival „World Masters of Guitar“ in Kalifornien wurde seine den Matrosen des U-Bootes Kursk gewidmete Suite für Sologitarre Dvacet tisíc mil pod mořem (Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer) aufgeführt.

Diskographie

  • Works by Koshkin and Rak (mit Vladimír Mikulka), 1983
  • Štěpán Rak live at the Wigmore Hall, 1985
  • Prague Marimba Trio (mit Miroslav Kokoška, Jaroslav Svěcený, Štěpán Rak), 1988
  • Remembering Prague, 1988
  • Vladimír Mikulka plays Štěpán Rak, 1989
  • The Guitar of Štěpán Rak, 1989
  • Dedications, 1990
  • Live in Studio, 1991
  • The Guitar of the 21st century, 1994
  • Teskně hučí Niagara, 1994
  • Terra Australis I, 1994
  • Terra Australis II, 1996
  • Hledání lásky (mit Alfred Strejček, Štěpán Rak), 1997
  • Hoši od Bobří řeky (mit Alfred Strejček, Štěpán Rak), 1998
  • Ten vánoční čas, 1999
  • Nada Shakti & Štěpán Rak, 1999
  • With the Guitar around the World, 2000
  • Vivat Comenius (mit Alfred Strejček, Miloslav Klaus, Jaroslav Svěcený, Miroslav Petráš, Štěpán Rak), 2001
  • Obraz ze života mého – Máchovské nokturno (mit Alfred Strejček, Štěpán Rak), 2002
  • Spirála moudrosti (mit Jaroslava Urbanová, Jitka Molavcová, Alfred Strejček, Štěpán Rak), 2002
  • Chvála Caje, 2005
  • Vivat Carolus Quartus (mit Alfred Strejček, Štěpán Rak), 2008
  • Příběhy | Stories, 2013

Quellen

Commons: Štěpán Rak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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