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Ḫumbaba

Figur der sumerischen Mythologie From Wikipedia, the free encyclopedia

Ḫumbaba (sprich Chumbaba), früh auch Huwawa, ist in der sumerischen Mythologie der Wächter des Landes der gefällten ERIN-Bäume kur-gišerin-kud. Er kommt in mehreren sumerischen Mythen vor, beispielsweise im Gilgamesch-Epos.

Humbabakopf, Ton, aus Ešnunna. Louvre Saal 3

Name

Jensen führte seinen Namen auf den elamitischen Gott Humban zurück[1].

Gilgamesch und Ḫumbaba

Gilgamesch und Enkidu planen, gemeinsam eine Heldentat zu vollbringen und Ḫumbaba zu töten, um im Wald der Inanna Erin-Bäume zu fällen. Diese werden meist als Zedern identifiziert, es kann sich jedoch auch um Juniperus excelsior handeln[2]. Unterstützt von Utu töten sie nach langem Kampf Ḫumbaba und fällen die Bäume.

Überlieferung

Der Kampf wird in mehreren unterschiedliche Versionen beschrieben. Für die Erzählung Gilgamesch und Ḫumbaba, die die Grundlage für die Ḫumbaba-Episode im Gilgamesch-Epos war, gibt es zwei unterschiedliche Fassungen, Ḫumbaba A und Ḫumbaba B. Für Ḫumbaba A (incipit en-e kur-lú-ti-la-šè „Der Herr, zum Berge dessen der lebt [ging]“) liegt mit Stand 1992 die ungewöhnlich hohe Zahl von 80 Textzeugen vor, während die Erzählung Ḫumbaba B (incipit i-a lum-lum „Heho, heldenhafter“) nicht vollständig erhalten ist. In der Handlung unterscheiden sich Ḫumbaba A und B nicht gravierend, jedoch sind sie textlich stark abweichend. Aufgrund der großen Verbreitung der Version A geht man davon aus, dass diese die beliebtere Fassung war[3].

Ḫumbaba A

Gilgamesch sucht nach Ruhm. Daher will er zu dem „Berg dessen, der lebt“ gehen. Sein Sklave Enkidu weist ihn darauf hin, dass sie den Segen von Utu, dem Sonnengott brauchen, wenn sie in die Berglande gehen wollen. Gilgamesch opfert eine weiße und eine braune Ziege und teilt Utu mit, dass er in das Bergland gehen will, um Erin-Bäume zu fällen und Ruhm zu erlangen. Utu ist mit Gilgameschs Vorhaben einverstanden und gibt ihm sieben Krieger zur Unterstützung. Gilgamesch seinerseits fordert die jungen Männer von Uruk auf, ihm zu folgen. Fünfzig Junggesellen sollen ihn begleiten. So ziehen sie in das Gebirge. Hinter den sieben Bergen finden sie den Wald der Erin-Bäume.

Als Gilgamesch beginnt, die Bäume zu fällen, weckt der Lärm den Wächter des Waldes, Ḫumbaba. Er schickt seinen Schreckensstrahl. Davon getroffen sinken Gilgamesch und Enkidu in tiefen Schlaf. Als Enkidu aufwacht, bemerkt er, dass Gilgamesch immer noch ohnmächtig ist. Er brüllt ihm ins Ohr, er reibt ihm die Brust mit Öl ein. Gilgamesch erwacht dadurch. Nachdem Gilgamesch erwacht ist, will er wissen, was ihn angegriffen hat. Enkidu rät ihm davon ab, da er Ḫumbaba schon von früher kennt, und will lieber fliehen. Enkidu warnt vor den Fähigkeiten des Ḫumbaba: Wer sich ihm nähert, wird vor Angst starr, und sein Blick ist der Blick des Todes.

Gilgamesch ersinnt eine List, um Ḫumbaba zu überwältigen: Als er Ḫumbaba findet und dieser ihn anbrüllt, kniet Gilgamesch vor Ḫumbaba nieder und verspricht ihm Geschenke und seine Freundschaft. Für den ersten Strahl bietet er seine ältere Schwester als Frau an, für den zweiten Strahl seine jüngere Schwester als Nebenfrau, für den dritten Strahl bietet er Mehl und Wasser an, für den vierten Strahl bietet er kleine Schuhe an, für den fünften Strahl bietet er große Schuhe an, für den sechsten Strahl bietet er Edelsteine an. Was er für den siebten Strahl anbietet, ist nicht überliefert.

Bei jedem Schreckensstrahl, den Ḫumbaba ablegt, kommt ihm Gilgamesch näher und die Männer aus Uruk können mehr Bäume fällen. Nachdem er den siebten und letzten Schreckensstrahl abgelegt hat, kann sich Gilgamesch nähern und tut so, als wolle er ihn küssen. Jedoch schlägt er ihn nieder und fesselt ihn.

Ḫumbaba reagiert unerwartet. Die Versprechungen von Gilgamesch hatten die Hoffnung geweckt, nicht mehr einsam und allein im Wald leben zu müssen. Jetzt, da er erkennt, dass dies nicht geschehen wird, wirft er sich vor Gilgamesch hin und beginnt zu weinen. Er weint so bitterlich, dass Gilgamesch sich erbarmen und Ḫumbaba am Leben lassen möchte. Doch Enkidu warnt ihn, dass er den Weg nun zu Ende gehen müsse, wenn sie Ḫumbaba nun verschonen, könnten sie nicht mehr nach Uruk zurückkehren. Als Ḫumbaba merkt, dass Enkidu gegen ihn spricht, beleidigt er Enkidu und bezeichnet ihn als Mietknecht, der für Essen arbeitet. Das erzürnt Enkidu dermaßen, dass er Ḫumbaba den Kopf abschlägt. Nach der Tat bringen sie das Holz nach Uruk und zimmern daraus ein Tor für den Tempel des Enlil. Zu Enlil bringen sie auch den abgeschlagenen Kopf des Ḫumbaba. Doch Enlil ist nicht erfreut, da Ḫumbaba unter seinem Schutz stand. Enlil nimmt den Kopf des Ḫumbaba und sieht die sieben Schreckensstrahlen, die noch an ihm haften. Diese Strahlen verteilte er an das Feld, den Fluss, das Schilfmeer, den Löwen, den Palast, den Wald und die Göttin Nungal[4][5][6].

In 20 im Jahre 2011 wiederentdeckten Zeilen der Tafel V des Gilgamesch-Epos wird Ḫumbaba als ein fremder Herrscher beschrieben, dessen Musik durch die Geräusche der Affen und anderer Tiere des Waldes dem eines Hofstaates gleicht. Enkidu bereut seine Untat und sagt: „Wir machten den Wald zur Einöde.“ Am Ende wird darauf verwiesen, dass die letzten Zeugen, Ḫumbabas sieben Söhne, getötet werden. Diese Erwähnung der sieben Söhne war bis jetzt nur auf einem einzigen Fragment erhalten und nicht klar in den Zusammenhang einzufügen.[7]

Einzelnachweise

Literatur

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