N-(1,3-Dimethylbutyl)-N′-phenyl-p-phenylendiamin

organische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

N-(1,3-Dimethylbutyl)-N′-phenyl-p-phenylendiamin (6PPD) ist eine organische Verbindung, welche als Ozonschutz- oder Antioxidationsmittel zu 0,4 bis 2 % in Autoreifen beigemischt wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von 6PPD
vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Name N-(1,3-Dimethylbutyl)-N′-phenyl-p-phenylendiamin
Andere Namen
  • N-(1,3-Dimethylbutyl)-N′-phenyl-1,4-benzoldiamin (IUPAC)
  • 6PPD
  • DMBPPD
Summenformel C18H24N2
Kurzbeschreibung

brauner oder violetter Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 793-24-8
EG-Nummer 212-344-0
ECHA-InfoCard 100.011.222
PubChem 13101
ChemSpider 12553
Wikidata Q27279957
Eigenschaften
Molare Masse 268,404 g·mol−1
Dichte

0,995 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

49 °C[1]

Siedepunkt

163–165 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302317360410
P: 261273280501[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Mit der Oxidation von 6PPD zu 6PPD-Chinon (6PPD-Q) wird das Ozon beziehungsweise der Sauerstoff neutralisiert und damit der Reifengummi vor Alterung und Versprödung geschützt.

Gewinnung und Darstellung

6PPD kann leicht durch Reduktive Aminierung von MIBK und ADA gewonnen werden.[3]

Umwelteffekte

Durch den Reifenabrieb gelangt 6PPD bzw. 6PPD-Q in die Umwelt. Ersteres wird durch in der Luft vorhandenes Ozon in ein Chinon-Analogon oxidiert:

Oxidation von 6PPD
Oxidation von 6PPD

6PPD-Chinon wird bei Starkregen in hohen Konzentrationen in offene Gewässer gespült und wirkt dort tödlich auf Salmonidae wie Silberlachse,[4][5][6] Bachsaiblinge und Regenbogenforellen.[7] Andere Fischarten – auch der nahe verwandte Ketalachs[8] – und Krebstiere sind dagegen nur wenig empfindlich.[9] Im Fadenwurm Caenorhabditis elegans treten bei in der Umwelt auftretenden Konzentrationen neurotoxische Effekte auf.[10]

Die veröffentlichten, letalen Konzentrationen liegen bei:[11][7]

Humanexposition

6PPD und 6PPD-Q treten verbreitet in menschlichem Urin auf.[12]

Stereochemie

Der angewendete Stoff liegt als Racemat, also als 1:1-Gemisch aus (R)- und (S)-Enantiomer, vor.

Literatur

Einzelnachweise

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