Rettungsdienst-Schemata

Patientenuntersuchung, Untersuchungsschritte und Patientenbeobachtung From Wikipedia, the free encyclopedia

Eine der Basistätigkeiten des Rettungsfachpersonals ist die Patientenuntersuchung. Sie setzt sich aus professionellen Untersuchungsschritten und einer gezielten Patientenbeobachtung zusammen, an die sich Sofortmaßnahmen anschließen. Hierfür gibt es Rettungsdienst-Schemata, die in Einsatz und Übung Anwendung finden.[1] Es gibt eine Fülle von Akronymen in der Notfallmedizin, welche die Arbeit erleichtern sollen.

SiSURF-Schema

Bei Anfahrt zum Einsatz bereitet sich das Team auf die möglichen Situationen vor und kann dafür SiSURF nutzen.

SiSURF
Kürzel Bezeichnung Zweck
Si Sicherheit Ist die Sicherheit gegeben? (Straße, Fluchtwege...)
S Situation Was ist das Einsatzstichwort? Best-Case / Worst-Case Szenario?
U Umgebung Können wir alles nachalarmieren? Wie weit sind Krankenhäuser mit welchen Möglichkeiten entfernt?
R Ressourcen Wie ist das Team aufgebaut? Was ist mitalarmiert? Was nimmt man aus dem Auto mit?
F Fremdkontakt Gibt es Angehörige, Kinder, pflegebedürftige Angehörige o. ä., an die man denken muss.

SSSS-Schema

Unmittelbar nach Eintreffen an der Einsatzstelle erfolgt die Beurteilung der Lage. Das SSSS-Schema (4S-Schema) berücksichtigt dabei vor allem den Eigenschutz.

Zusätzlich kann das 4S-Schema auch zum 9S-Schema bei einem Patienten ausgeweitet werden. Damit beschreibt es zusätzlich die Kontaktaufnahme zu dem Patient / der Patientin.

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
SSSS-Schema
KürzelBezeichnungZweck
SSSS SceneEinsatzstelle beurteilen, Anzahl Patienten feststellen
SafetyGefährdung für Helfer (Eigengefährdung), Patienten und Anwesende (Fremdgefährdung) abschätzen
SituationVerletzungsmechanismus / Krankheitsbild bestimmen
SupportBedarf an weiteren Kräften (Notarzt, technische Rettung, Einsatzleitung, Polizei) prüfen
SSSSS Sag, dass du da bist Verschaffe dir Aufmerksamkeit und stelle dich dem Patienten vor
Schirme den Patienten ab Schütze vor Gaffern und verschaff dem Patient (und dir) Ruhe
Schau dir den Patient an Erster Eindruck über den Patient. Blass? (Starker) Blutverlust? Erster Eindruck über die Atmung
Sprich und höre zu Was sagt der Patient? Wie geht es ihm? Suche Vertrauen
Suche Kontakt Suche vorsichtig Körperkontakt zu dem Patienten.
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SICK-Schema

Das SICK-Schema stammt aus der taktischen bzw. militärischen Medizin und dient der Strukturierung der Care under Fire (CuF) und Tactical Field Care (TFC) Maßnahmen. Es behandelt dabei teils ähnliche Aspekte wie das 4S-Schema und wird dem ABCDE-Schema vorangestellt bzw. in das cABCDE-Schema integriert.[2]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
SICK-Schema
Kürzel Bezeichnung Zweck
SICK Security Überblick über Lage verschaffen mit Schwerpunkt auf Sicherheit, Nachforderung weiterer Kräfte
Impression Orientierende Erstuntersuchung des Patienten und Festlegung eines individuellen Vorgehens („treat and go“)
Critical Bleeding Identifikation lebensbedrohlicher Blutungen und Blutstillung
Kinematics Beurteilung des Verletzungsmechanismus
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AVPU-Schema / WASB-Schema

Das AVPU-Schema dient dazu, den Wachheitsgrad bei der ersten Annäherung an einen Patienten zu beurteilen. Die deutschsprachige Version spricht vom WASB-Schema

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
AVPU-/WASB-Schema
KürzelBezeichnungdeutschBeurteilung
AVPU / WASB AlertWachPatient wach und reagiert auf Ansprache
Verbal responseAnsprachePatient reagiert erst auf laute Ansprache
Painful stimuliSchmerzreizPatient reagiert erst auf Schmerzreize.
UnresponsiveBewusstlosPatient reagiert weder auf laute Ansprache noch auf Schmerzreize.
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xABCDE-Schema

In der Notfallmedizin ist das ABCDE-Schema ein standardisierter Untersuchungsgang, um gesundheitliche Probleme des Patienten zu erkennen und lebensbedrohliche Zustände unverzüglich zu behandeln. Verfolgt werden zwei Ziele:

  • Beurteilung des Patienten (Erkennen der Lebensbedrohung)
  • Behandlung des Patienten („Treat first what kills first“: „Behandle zuerst das, was zuerst tötet“).

Der Ursprung des Schemas geht auf Peter Safar zurück, der 1957 das Buch ABC of Resuscitation[3] schrieb, was 1973 von der American Heart Association als Basis für die Herangehensweise der Kardiopulmonalen Reanimation übernommen und 1975 erstmals publiziert wurde.[4] Seitdem haben viele Institutionen der Notfallmedizin das Schema übernommen und teils weiterentwickelt. Im Juni 2005 wurde vom Wiederbelebungsrat Großbritanniens das bis heute am meisten verwendete ABCDE-Schema veröffentlicht,[5] was durch die Veröffentlichung von Thim et al.[6] detailliert beschrieben wurde. Eine wesentliche Weiterentwicklung folgte 2006, als Hodgetts den kritischen Blutverlust in den Mittelpunkt gerückt und so das Schema zu <c>ABCDE[7] angepasst hat.

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
ABCDE-Schema für nicht-traumatologische und traumatologische Patienten
KürzelBezeichnungdeutschUntersuchung
xABCDE exsanguination starke Blutung Hochlagern, Druck, Druckverband, Tourniquet
AirwayAtemwegKontrolle der Atemwege (Fremdkörper?) und Sicherung dieser wenn notwendig. HWS-Immobilisation bei Trauma überprüfen.
BreathingAtemfrequenzKontrolle der Atemfrequenz, Oxygenierung, Atemarbeit, Hautemphysem, gestauten Halsvenen. Auskultation. Beim Trauma: Thoraxstabilität
CirculationKreislaufErfassen von Puls, Blutdruck, Rekapillarisierungszeit, Diaphorese, Abdomenuntersuchung. Beim Trauma: Becken und Oberschenkel
DisabilityDefizit (neurologisch)FAST-Schema, GCS, Blutzucker, Pupillenkontrolle
ExposureExplorationBodycheck, Temperaturmessung, Wärmemanagement, Beim Trauma: Frakturschienung
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Das Vorgehen nach dem ABCDE-Schema ist bei Zustandsänderung oder nach Maßnahmen zu wiederholen, um Ursache oder Ergebnis zu erkennen.

Das ABCDE-Schema wird durch ein vorangestelltes <c> zum <c>ABCDE-Schema erweitert. Das 'c' steht für critical bleeding = lebensbedrohliche externe Blutungen. Kritische Blutungen müssen sofort gestoppt werden durch manuelle Kompression oder Druckverband / Tourniquet (Zeit notieren), da starke Blutungen der wesentliche Punkt für die Sterblichkeit insbesondere von traumatologischen Patienten sind.[7] Nach neuer Definition des Pre Hospital Trauma Life Support wurde <c> durch das Präfix <x> ersetzt, also xABCDE, wobei das <x> für eine eXsanguination (deutsch „Ausblutung“) steht.[8] Im militärischen Bereich wird teilweise <c>ABCDE mit dem SICK-Schema zu <sick>ABCDE erweitert.

Bei der Übergabe eines Patienten vom Rettungsdienst/Notarzt in der Notaufnahme einer Klinik sollten die Befunde des ABCDE-Schemas enthalten sein.

ABC-Schema

Training der Herzdruckmassage

Wird bei einem („leblosen“) Patienten eine fehlende oder nicht normale Atmung und Pulslosigkeit festgestellt, wird nicht nach dem ABCDE-Schema vorgegangen, sondern nach den Algorithmen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation).[9] Als Merkregel wurde ein ABC-Schema der lebensrettenden Sofortmaßnahmen entwickelt:

Weitere Informationen Kürzel, Maßnahme ...
ABC-Schema der Reanimation
KürzelMaßnahmeDurchführung
ABC Atemwegefreimachen und freihalten
Beatmen bzw. Beatmung2× alle 30 Sekunden
Circulation – Zirkulation in Gang bringen → Herzdruckmassage100–120×/Minute – alle 2 Minuten Helfer wechseln;
nie länger als 5 Sekunden unterbrechen.
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Im Training werden als Rhythmusvorgabe für die Herzdruckmassage Lieder mit etwa 100bpm empfohlen, u. a. der Song der Bee Gees aus dem Jahr 1977 Stayin’ Alive[10], Atemlos von Helene Fischer[11] oder auch Highway to Hell[12] von AC/DC.

Wegen der hohen körperlichen Belastung bei der Herzdruckmassage sollten mindestens zwei Ersthelfer im Wechsel tätig sein.

Bei Ertrinkungsnotfällen, Rauchgasvergiftungen, Säuglingen und Kleinkindern sollen 5 initiale Beatmungen durchgeführt werden.

Drucktiefe bei Erwachsenen: mindestens 5 cm, jedoch nicht mehr als 6 cm.

Vorausgesetzt, die Herzdruckmassage wird richtig durchgeführt, kann der Blutkreislauf maximal zu einem Drittel der normalen Funktion aufrechterhalten werden.

AMPEL-Schema

Das AMPEL-Schema ist eine einfache Abfrage zur Patientenuntersuchung, welches das „Umfeld“ des Patienten darstellt. Als Alternative kann auch das SAMPLER-Schema verwendet werden.

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
AMPEL-Schema für die Patientenabfrage
KürzelBezeichnungFrageErläuterung
AMPEL AllergieFrage nach Allergienallgemeine (Heuschnupfen), oder auf Medikamente
MedikamenteFrage nach Einnahme von Medikamentenbei Frauen auch Minipille
PatientengeschichteOperation während der letzten 6-8 WochenEreignisrelevante Eingriffe
Ereigniswie ist der Unfall passiertggf. Zeugen befragen
LetzteLetztes Essen, Trinken, Ausscheiden, PeriodeZeitangaben
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BASICS-Schema

Nach dem BASICS-Schema wird vor allem bei der Versorgung von wachen und ansprechbaren Patienten vorgegangen.

Weitere Informationen Kürzel, Maßnahme ...
BASICS-Schema
KürzelMaßnahmeMaßnahmen
BASICS BeruhigenVermeiden von Blutdrucksteigerung, Hyperventilation
Atmung optimierenVermeiden von Hypo-/ Hyperventilation; Störfaktoren entfernen
Stabiler BlutdruckBei tastbarem peripheren Puls: systolischer RR >80 mmHG
Immobilisation / LagerungFrakturfixierung; Hoch- bzw. Tieflagerung des Oberkörpers;
Cave: Unterkühlte so wenig wie möglich bewegen*
Check-up / Basismonitoringumfassen Blutdruck, EKG, Blutzucker, Pulsoxymetrie und körperliche Inspektion.
Schutz vor äußeren EinflüssenWetter, Straßenverkehr, Unterkühlung
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* Bei Umverteilung des kalten Bluts aus der Körperschale in den Körperkern können schwere Herzrhythmusstörungen bis zum Kreislaufstillstand resultieren.

4H & HITS

Sobald die Basismaßnahmen der Reanimation stehen, kommt man in den Bereich des Advanced Life Support (Erweiterte Maßnahmen bei der Reanimation). Es folgt die Frage nach der Ursache für den Herzkreislaufstillstand. Ist es eine Ursache, die ggf. behoben werden kann, sollte dies möglichst bald erfolgen. Um sich die reversiblen Ursachen eines Herzkreislaufstillstandes merken zu können, gibt es die Merkregel 4H & HITS.[13]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
4H & HITS
Kürzel Bezeichnung Inhalt
4H HypoxieSauerstoffmangel
HypovolämieVolumenmangel
HypothermieUnterkühlung
Hypo- / Hyperkaliämie(Stoffwechselstörungen)
HITS Herzbeuteltamponade
IntoxikationVergiftung
Thromboembolie
Spannungspneumothorax
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(BE)FAST-Schema

Für die neurologische Untersuchung hat sich das so genannte (BE)FAST-Schema bewährt.[14][15]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
FAST-Schema für neurologische Patientenbefunde
KürzelBezeichnungUntersuchung / Maßnahme
FAST FaceKann der Patient lächeln / die Zunge rausstrecken / die Stirn runzeln?
ArmsKann der Patient die ausgestreckten Arme/Beine auf gleiche Höhe heben und halten?
SpeechKann der Patient einen Satz nachsprechen?
TimeIst der Patient räumlich und zeitlich orientiert?
→Sonst schnellstmöglich in eine geeignete Klinik – vorzugsweise in eine Stroke Unit – transportieren (Time is Brain)
Schließen

Das FAST-Schema ist vielen zur Diagnostik bei einem vermuteten Schlaganfall (Apoplex) bekannt. Im Jahr 2017 veröffentlichten Sushanth Aroor, Rajpreet Singh, and Larry B. Goldstein einen Artikel, der sich mit den Ergebnissen einer Untersuchung mit dem FAST-Schema befasste. Es ergab sich, dass 14 % der insgesamt 736 Patienten durch das FAST-Schema nicht erkannt worden wären.[16] Es stellten sich zwei klinische Merkmale bei den nicht diagnostizierten Patienten als führend heraus:

  • Stand- und Gangunsicherheit (= B wie Balance)
  • Sehstörungen (= E wie Eyes)

Man vermutete eine Verbesserung der Erfassung von Schlaganfällen, wenn das BEFAST-Schema angewandt wird.

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
BEFAST-Schema für neurologische Patientenbefunde
KürzelBezeichnungUntersuchung / Maßnahme
BEFAST BalanceLiegt eine Gleichgewichtsstörung vor? Links-/Rechtsneigung beim Gehen?
EyesLiegt eine Sehstörung und/oder ein Sehverlust vor?
FaceKann der Patient lächeln / die Zunge rausstrecken / die Stirn runzeln?
ArmsKann der Patient die ausgestreckten Arme/Beine auf gleiche Höhe heben und halten?
SpeechKann der Patient einen Satz nachsprechen?
TimeIst der Patient räumlich und zeitlich orientiert?
→Sonst schnellstmöglich in eine geeignete Klinik – vorzugsweise in eine Stroke Unit – transportieren (Time is Brain)
Schließen

2018 wurde anschließend die erste präklinische Studie durchgeführt um das BEFAST-Schema zu reevaluieren.[17] In dieser Untersuchung konnte keine Verbesserung der Erkennung von Schlaganfallpatienten durch die Verwendung des BEFAST-Schemas festgestellt werden.

GCS

Die Glasgow Coma Scale (GCS) ist eine einfache Skala zur Abschätzung einer Bewusstseinsstörung. Sie ist ein in der Notfallmedizin und beim Rettungsdienst verbreitetes Bewertungsschema zur Beschreibung der Bewusstseinslage als Korrelat der Funktion des zentralen Nervensystems in der Schlaganfall-Diagnostik, auch nach einem Schädel-Hirn-Trauma

Weitere Informationen Punkte, Augen öffnen ...
Glasgow Coma Scale für Erwachsene
Punkte Augen öffnen Verbale Kommunikation Motorische Reaktion
6 Punktebefolgt Aufforderungen
5 Punktekonversationsfähig, orientiertgezielte Schmerzabwehr
4 Punktespontankonversationsfähig, desorientiertungezielte Schmerzabwehr
3 Punkteauf Aufforderungunzusammenhängende Worteauf Schmerzreiz Beugesynergismen (abnormale Beugung)
2 Punkteauf Schmerzreizunverständliche Lauteauf Schmerzreiz Strecksynergismen
1 Punktkeine Reaktionkeine verbale Reaktionkeine Reaktion auf Schmerzreiz
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Der Wert reicht von 3 (tief bewusstlos/Koma) bis 15 (wach, konversationsfähig, voll orientiert).

PGCS

Das Pediatric Glasgow Coma Scale (PGCS) wurde analog zur Glasgow-Koma-Skala speziell für Kinder weiterentwickelt.

Weitere Informationen Punkte, Augen öffnen ...
Punkte Augen öffnen Beste verbale Kommunikation Beste motorische Reaktion
6 PunkteSpontane Bewegungen
5 PunktePlappern, Brabbelnauf Schmerzreiz, gezielt
4 PunktespontanSchreien, aber tröstbarauf Schmerzreiz, normale Beugeabwehr
3 Punkteauf SchreienSchreien, untröstbarauf Schmerzreiz, abnorme Abwehr
2 Punkteauf SchmerzreizStöhnen oder unverständliche Lauteauf Schmerzreiz, Strecksynergismen
1 Punktkeine Reaktionkeine verbale Reaktionkeine Reaktion auf Schmerzreiz
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IPAP(F)-Schema

Das IPAP(F)-Schema wird zur Untersuchung des Patienten genutzt.

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
IPAP(F)-Schema
KürzelBezeichnungUntersuchung
IPAP(F) InspektionVerletzungen, Hämatome, Ausschläge auf der Haut?
PalpationSchmerzen bei Druck auf eine bestimmte Stelle? Verhärtungen oder Stufenbildung beim Tasten?
AuskultationStethoskop: Krankhafte Lungen- oder Bauchgeräusche?
PerkussionKlopfschall auf Bauch und Brust
FunktionFunktion / Bewegungsfähigkeit prüfen
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K.E.K.S.-Schema

Das K.E.K.S.-Schema wird zum Ausschluss nach der ZNS-Stiftung zur Erkennung von leichten Gehirnerschütterungen, besonders bei Kindern[18]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
K.E.K.S.-Schema
KürzelBezeichnungUntersuchung
K.E.K.S. Kopf:Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit.
Empfindlichkeit:Schlechte Laune, Gereiztheit, Überforderung, Licht-/Geräuschempfindlichkeit.
Konzentration:Vergesslichkeit, Verwirrung, benebelt fühlen.
Schlaf:Schlechterer Schlaf, Müdigkeit, Erschöpfung
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NACA-Score

Der NACA-Score (auch NACA-Schema oder NACA-Index) ist ein Scoring-System um die Schwere von Verletzungen, Erkrankungen oder Vergiftungen in der (Notfall-)Medizin zu beschreiben. Es wurde vom namensgebenden National Advisory Committee for Aeronautics entwickelt.[19]

NACA 0Keine Verletzung oder Erkrankung.
Diese Kategorie wird häufig entweder ersatzlos gestrichen oder durch NACA I ersetzt.
z. B. Fehleinsatz.
NACA IGeringfügige Verletzung bzw. Funktionsstörung. In der Regel keine notärztliche Intervention erforderlich.z. B. Prellung, leichte Hautabschürfung.
NACA IILeichte bis mäßig schwere Funktionsstörung. Ambulante ärztliche Abklärung bzw. Therapie, in der Regel aber keine notärztlichen Maßnahmen erforderlich.z. B. Fraktur eines Fingerknochens, mäßige Schnittverletzungen; Verbrennung II. Grades.
NACA IIIMäßige bis schwere, aber nicht lebensbedrohliche Störung. Stationäre Behandlung erforderlich, häufig auch notärztliche Maßnahmen vor Ort.z. B. Offene Wunden; Oberschenkelfraktur; leichter Schlaganfall; Rauchgasvergiftung.
NACA IVSchwere Störung, bei der die kurzfristige Entwicklung einer Lebensbedrohung nicht ausgeschlossen werden kann; in den überwiegenden Fällen ist eine notärztliche Versorgung erforderlich.z. B. Wirbelverletzung mit neurologischen Ausfällen; schwerer Asthmaanfall; Medikamentenvergiftung.
NACA VAkute Lebensgefahr. Transport in Reanimationsbereitschaft.z. B. drittgradiges Schädel-Hirn-Trauma; schwerer Herzinfarkt; erhebliche Opioidvergiftung.
NACA VIAtem- und/oder Kreislaufstillstand (kardiopulmonale Reanimation erforderlich).z. B. Herzstillstand, Kammerflimmern.
NACA VIITödliche Verletzung oder Erkrankung.Erfolglose Reanimation oder Todesfeststellung.

OPQRST-Schema

Das OPQRST-Schema enthält einen wichtigen Fragenkomplex zur Schmerz-Anamnese im Falle einer akuten Erkrankung.[20]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
OPQRST-Schema zur Schmerz-Anamnese
KürzelBezeichnungAnamnese
OPQRST OnsetSchmerzbeginn
Provocation/PalliationVerstärkung, Linderung
QualitySchmerzbeschreibung
Region/RadiationLokalisation, Ausstrahlung
SeveritySchmerzintensität auf einer Skala 1 bis 10
TimeZeitlicher Verlauf
Schließen

Siehe auch:

SAMPLER-Schema

Im Notfalleinsatz wird durch medizinisches Fachpersonal eine strukturierte Patientenanamnese durch das SAMPLER-Schema erhoben. Insbesondere vor der Applikation von Notfallmedikamenten oder bei einer Notfall-Narkoseeinleitung (Rapid Sequence Induction:RSI) kommt dem Schema eine große Bedeutung zu.[21][22][23]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
SAMPLER-Schema zur weiteren Patientenanamnese
KürzelBezeichnungAnamnese
SAMPLER
(+S)
SymptomeSchmerzbeschreibung
Allergienvorhanden? Allergiepass?
Medikamenteneinnahmewelche? Dauermedikation?
PatientenvorgeschichteOperationen? Vorerkrankungen?
Letzte Nahrungsaufnahme/StuhlgangZeitpunkt
EreignisseErinnerungsvermögen, Unfallhergang
RisikofaktorenNikotin- und Alkoholkonsum, Drogen, familiäre Vorbelastungen, Schwangerschaft
Soziale Faktoren Wohnsituation, Familiäre Belastungen
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Das vormals bekannte S für Schwangerschaft wurde ersetzt durch die sozialen Faktoren. Schwangerschaft wurde in die Risikofaktoren übernommen.

KISS-Schema (veraltet)

Das KISS-Schema hilft bei der Beurteilung von Traumapatienten um die Notwendigkeit einer Stabilisierung des Beckens abzuschätzen.
→ Vergleiche: S-KIPS-Schema

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
KISS-Schema
Kürzel Bezeichnung Bedeutung
KISS Kinematik Beurteilung der Unfallkinematik:
Könnte einer knöcherne Verletzung des Beckens vorliegen?
Zum Beispiel Stürze aus großer Höhe, Frontalaufprall, PKW gegen Fahrradfahrer etc.
Inspektion Sind nach Entkleiden des Patienten Verletzungen,
Fehlstellungen oder Hämatome am Becken zu sehen?
Liegen die Füße auseinander geklappt? (Open-Book Fraktur)
Schmerz Gibt der Patient Schmerzen im Bereich des Beckens an?
Stabilität Ist das Becken bei seitlichem Druck instabil?
Schließen

Sobald einer der Punkte im KISS-Schema positiv ist, besteht Anhalt für eine Beckenfraktur und somit die Indikation zur Anlage einer Beckenschlinge. Dabei ist zu beachten, dass das Schema der Reihe nach abgearbeitet werden sollte, d. h. spricht die Kinematik des Unfalls schon für eine Beckenverletzung, sollte keine weitere spezifische Untersuchung des Beckens erfolgen, sondern schnellstmöglich die Beckenschlinge angelegt werden.

Manchmal wird das letzte „S“ auch mit „Stabilisierung“ bezeichnet. Damit ist gemeint, dass die Indikation zur Stabilisierung des Beckens (Beckenschlinge) gegeben ist, sobald einer der drei vorherigen Punkte positiv ist.

S-KIPS-Schema

Da das KISS-Schema inzwischen in die Kritik geraten ist, könnte es durch S-KIPS[24] abgelöst werden. Hauptkritikpunkt des KISS-Schemas ist, dass eine Beckenschlinge häufig ohne konkreten Nutzen eingesetzt wurde, während Verletzungen des Beckenrings nicht erkannt wurden.

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
S-KIPS-Schema
Kürzel Bezeichnung Bedeutung
S-KIPS Schock Wichtig ist, dass gegenüber dem KISS-Schema nun zwingend ein Volumenmangelschock vorliegen muss.
Neben dem Schock muss mindestens eines der folgenden Kriterien vorliegen, siehe:[25]
Kinematik Macht der Unfallhergang eine Beckenverletzung wahrscheinlich?
Inspektion Ist eine Beckenverletzung sichtbar?
Palpation Kann der Frakturverdacht durch Tasten erhärtet werden?
Schmerzen Gibt es in der Region Schmerzen, die zu einem Beckenbruch passen?
Schließen

PPP-Schema

Im Zusammenhang mit der Beckenschlinge bei einer Beckenfraktur, die mit massivem Blutverlust in das Becken einhergehen kann, steht das PPP-Schema. „Pulse, Penis, Pockets“ sind die Dinge, die nach der Indikationsstellung vor der Anlage der Schlinge überprüft und ggf. korrigiert werden.

Weitere Informationen Kürzel, Kriterium ...
PPP-Schema
Kürzel Kriterium Untersuchung/Maßnahme
PPP PulseKontrolle der peripheren Pulse
PenisPenis liegt mittig
PocketsHosentaschen sind leer
Schließen

qSOFA

Der „quick Sepsis-related organ failure assessment score“, kurz qSOFA, soll dabei helfen, potentielle Sepsis-Verdachtsfälle schon präklinisch zu identifizieren und einer zielgerichteten Versorgung zuzuführen.

Weitere Informationen Kürzel, Kriterium ...
qSOFA
Kürzel Kriterium Wert Punktzahl
qSOFA
Atemfrequenz≥ 22/min1
GCS< 151
systolischer Blutdruck≤ 100 mmHg1
Schließen

Bei einem qSOFA von 2 oder 3 Punkten soll die Suche nach einem möglichen Infektherd erfolgen; das können neben augenscheinlich sichtbaren Entzündungen auch akute gastrointestinale oder pulmonale Erkrankungen sein, häufig sind auch Harnwegsinfekte (insbesondere bei Dauerkatheter > Urosepsis). Ist neben einem positiven qSOFA ein Infektherd oder allgemeine Entzündungszeichen (Fieber…) vorhanden, sollte der Sepsisverdacht gestellt und vor allem an die Klinik übergeben werden.

(p)DMS

Die periphere Durchblutung, Motorik und Sensibilität ergänzt die sowohl den neurologischen als auch traumatologischen Untersuchungsgang. Insbesondere bei Verletzungen ist die pDMS-Kontrolle vor und nach der Schienung obligatorisch. Die Untersuchung erfolgt immer im Seitenvergleich. Zur Erinnerung, dass die Diagnostiok „peripher“ steht, kann ein „p“ vorangestellt werden.[26]

Weitere Informationen Kürzel, Kriterium ...
(p)DMS
Kürzel Kriterium Untersuchung
(p)DMS
DurchblutungDurchblutung distal der Verletzung sichergestellt? Recap < 2s oder peripherer Puls tastbar?
MotorikBewegung distal der Verletzung möglich?
SensibilitätGefühl distal der Verletzung vorhanden oder verändert?
Schließen

DCAP-BTLS-Akronym

Das DCAP-BTLS-Akronym hilft Verletzungen bei der Patientenuntersuchung aufzuspüren.[27]

Weitere Informationen Kürzel, Bezeichnung ...
DCAP-BTLS
KürzelBezeichnungBedeutung
DCAP DeformitiesDeformierungen
ContusionsPrellungen
AbrasionsAbschürfungen
PenetrationsEintrittswunden
BTLS BurnsVerbrennungen
TendernessEmpfindlichkeit
LacerationsRisswunde
SwellingSchwellung
Schließen

APGAR-Score

Mit dem APGAR-Score lässt sich der Effekt von Reanimationsmaßnahmen von Neugeborenen beschreiben.

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
APGAR-Score
KürzelBedeutungBeurteilung
APGAR AtmungAtemanstrengung
PulsHerzfrequenz
GrundtonusMuskeltonus
AussehenHautfarbe
ReflexeReflexauslösbarkeit
Schließen

Die Bewertung wird 1 Minute, 5 Minuten und 10 Minuten nach der Geburt durchgeführt. Je Merkmal werden jeweils 0 Punkte (Merkmal fehlt), 1 Punkt (Merkmal nicht ausgeprägt) oder 2 Punkte (Merkmal gut vorhanden) vergeben. Bei Wertungen zwischen 5 und 8 gilt das Neugeborene als gefährdet, bei unter 5 als akut lebensgefährdet.

KUS-Skala

Die KUS-Skala (KUSS) steht für „Kindliche Unbehagens- und Schmerz-Skala“ und wird zur Befindlichkeitserfassung von Säuglingen und Kleinkindern verwendet.[28]

Weitere Informationen Punkte, Klinisches Bild ...
KUS-Skala
Punkte Klinisches Bild Bewertung
0 PunkteWeinengar nicht
1 PunktStöhnen, Jammern, Wimmern
2 PunkteSchreien
0 PunkteGesichtsausdruckentspannt
1 PunktMund verzerrt
2 PunkteGrimmassieren
0 PunkteBeinhaltungneutral
1 Punktstrampelnd
2 Punktean den Körper gezogen
0 PunkteRumpfhaltungneutral
1 Punktunstet
2 PunkteKrümmen, Aufbäumen
0 Punktemotorische Unruhenicht vorhanden
1 Punktmäßig
2 Punkteruhelos
Schließen

Bei einer Summe von 4 Punkten oder höher ist eine analgetische Intervention nötig.

MARCH-PAWS-Algorithmus

Der MARCH-PAWS-Algorithmus beschreibt das Vorgehen eines Soldaten als Ersthelfer während eines militärischen Kampfeinsatzes im Sinne eines Tactical Field Care.[29]

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
MARCH-PAWS-Algorithmus
KürzelBedeutung
MARCH Massive Blutung
Atemwegsmanagement
Respiration (Atmung)
Circulation (Kreislauf)
Hypothermie/Kopfverletzungen
PAWS Pain (Schmerzen)
Antibiotika
Wunden
Schienen
Schließen

SEPSIS-Vergiftungsschema

Durch die Anfangsbuchstaben des Wortes Sepsis mit den Krankheitsbildern, kann eine Vergiftung erkannt werden. Die Symptome treten immer gemeinschaftlich auf.

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
SEPSIS-Vergiftungsschema
KürzelBedeutung
SEPSIS Schüttelfrost, Fieber oder starke Muskelschmerzen
Extremes, nie gekanntes Krankheitsgefühl
Periphere Minderungsdurchblutung, verfärbte Haut
Schläfrigkeit, Verwirrtheit
Ich habe mich gefühlt, als würde ich sterben
Schnelle, Schwere Atmung, Luftnot
Schließen

PECH-Regel

Die PECH-Regel fasst die Behandlungsmaßnahmen bei akuten Muskel- und Gelenkverletzungen zusammen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. In englischsprachigen Ländern spricht man von RICE (rest, ice, compression, elevation). Sie beschreibt die vorläufige Erstversorgung einer leichten Verletzung.

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
PECH-Regel
KürzelBedeutungMaßnahme
PECH PauseEinstellen der Betätigung
EisKühlung des betroffenen Körperteils
CompressionAnlegen eines Verbandes mit einer elastischen Binde
Hochlagerndes verletzten Körperteils
Schließen

Die PECH-Regel und insbesondere die Kühlung sind ungeeignet zur Behandlung eines Muskelkrampfs (stattdessen Streckung des betroffenen Muskels, Trinken von „Gurkenwasser“ (verdünnter Essig), eventuelle Gabe von Magnesium).

Eine numerische Rating-Skala für die Angabe der empfundenen Schmerzen, Werte von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen)

Schmerzskala (NRS)

Sichtungsschema

Triage

Die Einteilung von Patienten in Sichtungskategorien ist das Ergebnis der Sichtung (auch Triage genannt) bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) oder Erkrankten. Die Betroffenen erhalten Anhängekarten, die farblich entsprechend der vordringlichen Sichtung gekennzeichnet werden (siehe Verletztenanhängekarte, Patientenleitsystem).

Weitere Informationen Kategorie, Patientenzustand ...
Kategorie Patientenzustand Konsequenz Farbe
I akute, vitale Bedrohung Sofortbehandlung rot
II * schwer verletzt/erkrankt aufgeschobene Behandlungsdringlichkeit, Überwachung gelb
III leicht verletzt/erkrankt spätere (ggf. ambulante) Behandlung grün
IV ohne Überlebenschance, sterbend betreuende (abwartende) Behandlung, Sterbebegleitung blau
Ex tot Kennzeichnung schwarz
* Zusatzkennzeichnung: a = hohe Transportpriorität, b = niedrige Transportpriorität
Schließen

Unverletzte werden nicht von diesem System erfasst, sie werden vom Betreuungsdienst namentlich registriert. Auch wenn zunächst kein physisches Problem vorliegt, können sich ernsthafte psychische Schock-Komplikationen entwickeln.

Hierzu gehören:

Verhaltensregeln bei Gefahrgut

CBRN(E)

Steht für:[30]

  • Chemical
  • Biological
  • Radiological
  • Nuclear
  • Explosives

ZDF

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
KürzelBedeutungBeschreibung
ZDF ZahlenSammeln von Zahlen
DatenAblesen bzw. Erhebung von Zahlen
Faktenist Zustand als Fakten ansehen
Schließen

Aus den gesammelten Zahlen, erhobenen Daten und den Fakten eine Schlussfolgerung bzw. Diagnose stellen.

8R Regel

Diese Regel wird im Rettungsdienst bei der Verabreichung von Medikamenten verwendet.

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
KürzelBedeutungBeschreibung
8R-Regel richtigerichtiger Patient
richtigerichtiges Medikament
richtigerichtige Dosierung
richtigerichtiger Zeitpunkt
richtigerichtige Darreichungsform
richtigerichtige Applikation
richtigerichtige Verdünnung
richtigerichtige Lagerung
richtigerichtige Dokumentation
Schließen

Es ist richtiger Patient, bekommt das richtige Medikament, mit der richtigen Dosierung, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Darreichungsform, in der richtigen Applikation, mit der richtigen Verdünnung, hat die richtige Lagerung und es wurde richtig dokumentiert.

SINNHAT - Patientenübergabe Präklinik-Notaufnahme

Diese Regel wird bei der Patientenübergabe aus der Präklinik in die Klinik angewendet. [31]

Weitere Informationen Kürzel, Bedeutung ...
Kürzel Bedeutung Beschreibung
SINNHAHFT Start RUHE!

Möglichst alle Manipulationen/Tätigkeiten am Patienten vermeiden! Face-to-Face-Kommunikation!

Identifikation Geschlecht, Nachname und Alter
Notfallereignis Was? (Leitsymptom/Verdachtsdiagnose)

Wie? (Ursache) Optional: Wo/Woher? (Ort/Auffindesituation) Wann? (Zeitpunkt des Ereignisses)

Notfallpriorität Notfallpriorität anhand des ABCDE-Schemas mit pathologischen Untersuchungsbefunden und pathologischen Vitalparametern
Handlung Durchgeführte Handlungen: Maßnahme, Dosis/Umfang/Zeitpunkt, Wirkung, falls zutreffend

bewusst unterlassene Handlungen

Anamnese Allergien, Medikation, Vorerkrankung, Infektion, Soziales/Organisatorisches, Besonderheiten
Fazit Wiederholung durch das aufnehmende Personal: Identifikation, Notfallereignis, Notfallpriorität, Handlung
Teamfragen Möglichkeit für zusätzliche essenzielle Fragen des aufnehmenden Personals
Schließen

Aufbauend auf dem Konsensuspapier aus dem Jahr 2020, mit insgesamt 15 Empfehlungen zum strukturierten Übergabeprozess in der zentralen Notaufnahme (ZNA), wurde ein Delphi-Verfahren mit 52 Teilnehmern eingeleitet, welches sich an den Regularien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) orientiert. Im März 2023 konnten die Ergebnisse der zwei Abstimmungsrunden publiziert werden und bieten somit eine evidenzbasierte Grundlage zur Definition der festen Inhalte einer Merkhilfe[32]. Unter Berücksichtigung aller Ergebnisse des Delphi-Verfahrens lässt sich eine Merkhilfe mit dem Akronym „SINNHAFT“ ableiten. Somit ist SINNHAFT 1.0 eine konkrete Merkhilfe, welche erstmalig in einem aufwendigen wissenschaftlichen Prozess Übergabeinhalte, unter Integration von CRM(Crew Ressource Management)-Aspekten, definiert und die Basis für eine Standardisierung der Übergabe an der Nahtstelle Rettungsdienst zur ZNA in Deutschland darstellt.

Siehe auch

Einzelnachweise

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