Abū Ayyūb al-Ansārī
Gefährte des Propheten Muhammad
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Abū Ayyūb al-Ansārī (arabisch أبو أيوب الأنصاري, DMG Abū Ayyūb Ḫālid b. Zayd b. Kulayb al-Anṣārī an-Naǧǧārī al-Ḫazraǧī; * 576; gestorben zwischen 669 und 674 in Konstantinopel) war einer der Gefährten des islamischen Propheten Mohammed und dessen Fahnenträger; er war nach dem biblischen Hiob bzw. Ijob benannt. Er zählt zu den Ansar. Er überlebte Mohammed und starb schließlich vor der Mauer von Konstantinopel, wo er während der erfolglosen ersten Belagerung der Stadt durch die Muslime fiel, oder nach anderer Überlieferung während der Belagerung ins Feldlager zurückkehrte und dort eines natürlichen Todes starb. Für die Belagerung gibt es verschiedene Datierungen (669, 674), überliefert ist jedoch, dass Ayyub bei seinem Tod über 90 Jahre alt gewesen sein soll.

Leben
Abū Ayyūb gehörte zum Zweig Banū an-Naǧǧār des Stammes Ḫazraǧ. Sein Vater war Zayd b. Kulayb al-Anṣārī, seine Mutter Zahrā bint Saʿd b. Qays. Er und seine nahmen etwa zwei Jahre vor der Hidschra den Islam an und gehörten zu den ersten Muslimen unter den Ansār.
Er war nahezu an allen wichtigen Ereignissen der frühislamischen Zeit beteiligt. Außerdem gehörte er zu den Schreibern der Offenbarung. Deshalb half er dabei, die Verse des Korans später aufzuschreiben und zu sammeln. Unter den Ṣaḥāba war er für sein Wissen bekannt. Während ʿAlī Kalif war, ging dieser in den Irak und setzte Abū Ayyūb als seinen Vertreter in Medina ein.
In den späteren Auseinandersetzungen mit den Charidschiten und mit Muʿāwiya unterstützte Abū Ayyūb die Seite von ʿAlī.[1]
Grab und Moschee

At-Tabarī zufolge habe der arabische Befehlshaber (und spätere Kalif) Yazid I. den Byzantinern gedroht, christliche Kirchen in Syrien zu zerstören, wenn das knapp außerhalb der antiken Stadtmauer gelegene Grab geschändet werden sollte, woraufhin es bis zur lateinischen Eroberung Konstantinopels 1203/04 unversehrt geblieben sein soll.[2] Sein Grab im heutigen Istanbuler Stadtteil Eyüp, das der Legende nach durch wundersame Träume kurz nach der osmanischen Eroberung von Akşemseddin wiedergefunden wurde, befindet sich heute in der Eyüp-Sultan-Moschee und wird von zahlreichen Pilgern besucht.
Moschee
Die erste Eyüp-Sultan-Moschee wurde 1458/59 unter Sultan Meḥmed II. errichtet. Nach schweren Schäden infolge des Erdbebens von 1766 wurde sie 1798 abgetragen und unter Sultan Selīm III. zwischen 1798 und 1800 vollständig neu errichtet. Der heutige Bau verbindet klassische osmanische Architektur mit barocken Elementen und bildet zusammen mit derm Mausoleum eines der wichtigsten religiösen Zentren Istanbuls.[3]
Grab

Das Grabmal wurde bereits vor der Moschee errichtet. Bei einem Neubau der Moschee zwischen 1798 und 1800 blieb es jedoch außerhalb des neuen Hofes. Die Verbindung zur Moschee erfolgte 1613 unter Sultan Aḥmed I. Das Grab besteht aus einem achteckigen Grundriss und einer Kuppel. Sie wurde im Stil der klassischen osmanischen Grabarchitektur gebaut. Im Inneren sind die Wände bis zu den Fenstern mit Fliesen verkleidet. Darüber befinden sich Koran-Inschriften sowie dekorative Malereien. Trotz mehrerer Restaurierungen blieb die ursprüngliche Architektur weitgehend erhalten.
An den Wänden und über dem Eingang befinden sich Gedichte und Inschriften verschiedener osmanischer Sultane und Gelehrter. In einem kleinen Raum werden außerdem Fußabdrücke aufbewahrt, die traditionell dem Propheten Muhammad zugeschrieben werden. Im Inneren des Komplexes befindet sich auch ein Brunnen. Nach einer Inschrift ließ Sultan Aḥmed I. ihn 1607/08 erneuern. Unter dem Brunnen und in seiner Umgebung existieren unterirdische Kanäle oder Gänge.[3]