Adrian Schliebe

Literaturwissenschaftler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Wirkungsdaten: 2014 - From Wikipedia, the free encyclopedia

Adrian Schliebe (geb. 1988 als Adrian Robanus in Rothenburg ob der Tauber) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Kurator. Er erforscht die Geschichte der Kleist-Institutionen und gibt das Kleist-Jahrbuch mit heraus.

Adrian Schliebe im Deutschen Theater bei der Kleist-Preis-Verleihung 2024

Leben

Adrian Schliebe studierte von 2006 bis 2013 Germanistik und Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der University of Cambridge. 2014 war er im Rahmen einer Erasmus‑Dozentur an der Università di Bologna tätig. Von 2014 bis 2017 erhielt er ein Promotionsstipendium der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. 2018 verteidigte er seine Dissertation mit dem Titel Romantiere. Zoopoetik bei Wieland und Wezel.

Von 2017 bis 2021 arbeitete Schliebe als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Deutsche Sprache und Literatur I sowie am Internationalen Kolleg Morphomata der Universität zu Köln. Seit 2021 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Kleist‑Museum in Frankfurt (Oder).

Zwischen 2022 und 2023 war Schliebe außerdem als 360°‑Agent der Kulturstiftung des Bundes am Kleist-Museum angestellt. In dieser Funktion trug er zur diversitätsorientierten Öffnung des Kleist-Museums bei und initiierte partizipative Projekte mit migrantischen Communities in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Uta Kurzwelly sowie dem Künstler Michael Kurzwelly.[1]

Seit 2023 ist Schliebe Mitherausgeber des Kleist‑Jahrbuches.[2] Der Literaturwissenschaftler unterrichtet regelmäßig an der Europa-Universität Viadrina[3], hält öffentliche Vorträge[4] und nimmt an Podiumsgesprächen an Universitäten, in Museen[5] und an Theatern teil.

Wissenschaftliche und kuratorische Tätigkeit

Blick in die Ausstellung Zerbrochne Harmonien. Kleist und die Musik

Schliebes Forschungsschwerpunkte zu Heinrich von Kleist umfassen die Geschichte des Kleist-Museums, der Kleist-Gesellschaft und der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft[6], das Forschungsfeld „Kleist und die Musik“[7] sowie die Kleist-Biografik.[8]

Der Literaturwissenschaftler ist mit seiner Dissertation Romantiere. Zoopoetik bei Wieland und Wezel als Aufklärungsforscher im Feld der Animal Studies in Erscheinung getreten. Zudem hat er mit Michael Eggers das Konzept der „Topik der Theorie“ als Ansatz für die Theoriegeschichtsschreibung entwickelt.[9]

Adrian Schliebe ist regelmäßig als Kurator von Literaturausstellungen am Kleist-Museum tätig: 2023 kuratierte er die diversitätsorientierte Ausstellung Wir und Kleist?! Leben, Liebe und Glück in der Oderstadt[10][11], 2025 folgte die Schau Zerbrochne Harmonien. Kleist und die Musik[12][13]. Bei der Vernissage führte die Musikwissenschaftlerin und Landtagspräsidentin des brandenburgischen Landtags, Ulrike Liedtke, in die Thematik ein. Zur Ausstellungseröffnung wurde zudem ein neues Werk des Komponisten Kilian Verburg, den sichern Weg zu finden / ungestört. Vier Miniaturen über Heinrich von Kleist (2025)[14], uraufgeführt.[15]

Zusammen mit dem Historiker Felix Töppel enthüllte Schliebe am 17. Oktober 2025 in der Bischofstraße 3 in Frankfurt (Oder) eine Erinnerungstafel zu Ehren von Alexander Gottlieb Baumgarten, der als bedeutender Aufklärungsphilosoph und Wegbereiter der Theorie der Ästhetik gilt.[16]

Publikationen

Einzelnachweise

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