Afyonkarahisar

Stadt in der Türkei From Wikipedia, the free encyclopedia

Afyonkarahisar (auch kurz Afyon) ist eine Stadt in der Türkei. Mit über einer Viertelmillion Einwohnern ist die westanatolische Stadt das Verwaltungszentrum der Provinz Afyonkarahisar.

Schnelle Fakten Basisdaten, Struktur und Verwaltung (Stand: 2024) ...
Afyonkarahisar
Afyonkarahisar (Türkei)
Afyonkarahisar (Türkei)

Burgberg von Afyonkarahisar
Basisdaten
Staat: Turkei Türkei
Provinz (il): Afyonkarahisar
Koordinaten: 38° 45′ N, 30° 32′ O
Höhe: 1034 m
Einwohner: 257.436[1] (2024)
Telefonvorwahl: (+90)
Postleitzahl: 03 000
Kfz-Kennzeichen: 03
Struktur und Verwaltung (Stand: 2024)
Gliederung: 59 Mahalle
Bürgermeisterin: Burcu Köksal (CHP)
Postanschrift: Karaman Mahallesi Albay Reşat Çiğiltepe Caddesi No:11
03200 Merkez/Afyonkarahisar
Website:
Landkreis Afyonkarahisar
Einwohner: 328.319[2] (2024)
Fläche: 1.261 km²
Bevölkerungsdichte: 260 Einwohner je km²
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Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Geographie

Lage und Verkehr

Afyon liegt etwa 250 km südwestlich von Ankara in einer Hochebene des Binnenflusses Akarçay, die sich dort in mehrere Seitentäler verzweigt. In südöstlicher Richtung verläuft die Fernstraße und Bahnlinie von Istanbul nach Konya. Sie kreuzt in Afyon die Ost-West-Route der Europastraße 96 (İzmirSalihliUşak – Afyon – EmirdağSivrihisar – Ankara) und verzweigt sich in weitere Richtungen, u. a. nach Burdur/Antalya.
Afyonkarahisar liegt geografisch gesehen im Zentrum der Provinz und auch des Landkreises. Die Stadt gliedert sich in 59 Mahalle (Stadtviertel), von denen Selçuklu (20.698 Einwohner) und Fatih (16.123 Einw.) momentan die größten sind (Stand: Ende 2024).

Bevölkerung

Die Stadt hatte zur Volkszählung 1965 noch 104.686 Einwohner, 20 Jahre später waren es bereits 169.441.

Bevölkerungsentwicklung

Nachfolgende Tabelle zeigt den vergleichenden Bevölkerungsstand am Jahresende für die Provinz, den zentralen Landkreis und die Stadt Afyonkarahisar und den jeweiligen Anteil an der übergeordneten Verwaltungsebene. Die Zahlen basieren auf dem 2007 eingeführten adressbasierten Einwohnerregister (ADNKS).[3]

Weitere Informationen Jahr, Provinz ...
JahrProvinzLandkreisStadt
absolutproz.absolutproz.absolut
2024750.19343,76328.31978,41257.436
2023751.34443,21324.68578,35254.384
2022747.55543,47324.99679,05256.901
2021744.17942,94319.57478,79251.799
2020736.91242,48313.06378,39245.405
2019729.48342,07306.90878,10239.710
2018725.56841,30299.67377,41231.983
2017715.69341,31295.68377,72229.810
2016714.52340,69290.70677,39224.968
2015709.01539,93283.12076,93217.805
2014706.37138,88274.63976,25209.406
2013707.12337,97268.46175,78203.443
2012703.94837,40263.29771,02186.991
2011698.62636,55255.33470,24179.344
2010697.55935,61248.41369,68173.100
2009701.32635,09246.10069,26170.455
2008697.36534,19238.40868,46163.207
2007701.57233,47234.80768,13159.967
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Landkreis

Der Landkreis (İlçe) ist der zweitgrößte (2020: 9,0 %) und der bevölkerungsreichste (2020: 42,5 %) der Provinz. Er besteht neben der Haupt- und Kreisstadt noch aus folgenden 14 Kleinstädten/Gemeinden (Belediye):

Weitere Informationen Belediye, Einwohner (31.12.2020) ...
BelediyeEinwohner
(31.12.2020)
Anzahl der
Mahalle
Bürgermeister
(Partei)[4]
Beyyazı3.3343Asım Altıntaş (MHP)
Çayırbağ4.5034Ali Çalışır (MHP)
Çıkrık2.5212Recep Küçükkayar (AKP)
Değirmenayvalı2.9462Erol Barutcu (MHP)
Erkmen9.1593Memduh Kuş (AKP)
Fethibey2.7463Mustafa Özdemir (MHP)
Gebeceler3.4895Hüseyin Toğulluk (AKP)
Işıklar7.3496Erol Özağıl (MHP)
Kocatepe3.2022Abdullah Çelik (AKP)
Nuribey3.0754Abdullah Çakmak (MHP)
Salar4.6035Cengiz Taşpınar (AKP)
Sülümenli3.7426İbrahim Eroğul (AKP)
Sülün3.4242Şükrü Bacak (MHP)
Susuz4.8684Mehmet Selek (AKP)
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Außerdem bestehen noch 22 Dörfer (Köy, Mehrzahl: Köyler) mit einer durchschnittlichen Bevölkerung von 542 Einwohnern. Drei von ihnen haben über 1.000 Einwohner: Anıtkaya (1.676 Einwohner, das Dorf war bis 2014 eine Gemeinde), Kızıldağ (1.225) und Çavdarlı (1.149), weitere sechs Dörfer haben ebenfalls mehr Einwohner als der Durchschnitt.

Klimatabelle

Schnelle Fakten Klimadiagramm ...
Afyonkarahisar (1034 m)
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
47
 
5
-3
 
 
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47
 
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26
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22
 
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30
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24
 
26
11
 
 
40
 
20
7
 
 
32
 
13
2
 
 
47
 
7
-1
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: MGM, Normalperiode 1991–2020[5]
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Afyonkarahisar (1034 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 0,4 2,2 6,0 10,5 15,3 19,4 22,8 22,8 18,5 13,0 6,9 2,5 11,7
Mittl. Tagesmax. (°C) 4,6 7,1 11,7 16,6 21,8 26,2 30,3 30,2 25,9 19,7 12,8 6,8 17,9
Mittl. Tagesmin. (°C) −3,0 −1,8 1,1 4,9 9,2 12,7 15,3 15,4 11,4 7,2 2,1 −0,8 6,2
Niederschlag (mm) 46,9 38,4 44,6 47,0 50,1 41,5 21,8 18,0 23,6 40,3 32,4 46,8 Σ 451,4
Sonnenstunden (h/d) 2,6 4,0 4,9 6,1 7,4 9,1 10,7 10,0 8,3 6,1 4,6 2,5 6,4
Regentage (d) 10,7 10,3 11,2 11,6 12,0 7,8 3,7 4,1 4,8 7,8 7,1 10,2 Σ 101,3
Quelle: MGM, Normalperiode 1991–2020[6]

Etymologie

Afyon ist das türkische Wort für Opium. Der Name unter seldschukischer Herrschaft lautete Karahisar-ı Sahib, die „Schwarze Burg von Sahib“. Dies geht auf den Seldschuken-Wesir Sahip Ata zurück, der die Burg reparieren ließ. Der Namensbestandteil Afyon stammt aus der Zeit nach der Republikgründung.

Geschichte

Auf der Burg von Afyon lassen sich hethitische Siedlungsspuren nachweisen. Die Stadt hieß in römischer und byzantinischer Zeit Akroinos oder Akroinon. Aus ihrer antiken Geschichte ist kaum etwas bekannt. 740 verteidigte der byzantinische Kaiser Leo III. die Stadt in der Schlacht bei Akroinon erfolgreich gegen die Araber. Unter Kılıç Arslan I. wurde die Stadt seldschukisch. Seit 1382 war Afyon Teil des osmanischen Reiches. Afyonkarahisar war im Osmanischen Reich Hauptstadt eines Sandschaks. Es war durch seine Nähe zum unabhängigen Fürstentum Karaman von militärischer Bedeutung und wird im Zusammenhang mit verschiedenen Aufständen genannt: die Celali-Aufstände 1602, die Revolte von Baba Ömer 1631 und die Revolte von Abaza Hasan Pascha im Jahre 1658. Im Jahre 1833 wurde die Stadt zeitweise durch Ibrahim Pascha, den Sohn von Muhammad Ali Pascha, besetzt.[7]

Während des Nationalen Befreiungskrieges gelang der türkischen Armee unter Mustafa Kemal Paşa in der Schlacht am Hügel Kocatepe bei Afyon vom 26. August bis zum 30. August 1922 ein entscheidender Schlag gegen die griechischen Truppen (Büyük Taaruz). Dadurch wurde der schnelle Vorstoß zur Küste und der endgültige Sieg möglich.

Der zentrale Landkreis (Merkez) war lange Zeit der größte Kreis in der Provinz und lag zentral. Durch fünf Abtrennungen zur Bildung von selbständigen Landkreisen verringerte sich seine Fläche auf ungefähr ein Viertel seiner ursprünglichen Größe (Volkszählung 1950: 4.857 km²): 1953 Sinanpaşa, 1959 İhsaniye, 1987 İscehisar, 1990 Çobanlar sowie Şuhut (Kalkulation auf Grundlage der vorliegenden aktuellen Flächenangaben der Landkreise).

Bei einem Unfall in einem Munitionslager der Stadt kamen am 6. September 2012 mindestens 25 Soldaten ums Leben.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur

In Afyonkarahisar sind ca. 3000 Unternehmen verschiedener Branchen ansässig. Wichtige Standbeine der Wirtschaft sind die Landwirtschaft sowie der Abbau und die Veredelung von Marmor. Weiterhin hat sich die Stadt zu einem Dienstleistungs- und Handelszentrum entwickelt. In Afyonkarahisar befinden sich zwei staatliche und zwei private Krankenhäuser sowie eine Uni-Klinik und eine Kinderklinik. Damit gehört die Stadt zu den überregionalen Gesundheitszentren der Türkei. Afyonkarahisar hat eine Universität (Kocatepe) für rund 28.000 Studenten.

In der Nähe der Stadt befindet sich der Militärflughafen Afyonkarahisar Air Base.

Sehenswürdigkeiten

Armenischer Friedhof von Afyonkarahisar 1920

Spezialitäten

Die Stadt Afyon ist bekannt für ihre Heilquellen und Heilbäder; ferner für Marmor, Afyon Sucuğu (geräucherte Hackfleischwurst), Afyon Lokumu (Türkischer Honig), Kaymak (gewonnen aus Kuh- und Büffelmilch) und für den Mohnanbau zur Gewinnung von Opium.[9]

Sport

Die Fußballmannschaft Afjet Afyonspor spielt in der Spor Toto 1. Lig. Die Spiele werden im Afyon Atatürk Stadyumu ausgeführt.

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Einzelnachweise

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