Alemanniahaus
Bauwerk in Frankfurt am Main
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Das Alemanniahaus am Schillerplatz in Frankfurt am Main war ein Geschäftshaus, das 1890–1892 nach Plänen der Frankfurter Bauunternehmung Hector & Brosius erbaut wurde. Es erhielt seinen Namen nach der Gaststätte Alemannia, die die Familie Rompel im für den Neubau abgerissenen Vorgängerbau betrieben hatte.

Lage und Umgebung
Das historistische Gebäude bildete ein Ensemble am nördlichen Rand des Platzes um die Hauptwache. Benachbart wurde es auf der linken, westlichen Seite vom Bavariahaus an der Ecke Schillerplatz / Schillerstraße, auf der rechten, östlichen Seite vom Haus Wolfseck an der Ecke Schillerplatz / Große Eschenheimer Straße. Auf der anderen Seite der Großen Eschenheimer Straße stand das Haus „Fratzeneck“ an der Ecke zur Zeil.
Architektur und Ausstattung
Die fünfachsige Fassade zeigte einen Segmentgiebel, auf dem eine fackeltragende Allegorie der Alemannia thronte. Auf seiner großen Dachkuppel befand sich eine beleuchtete hohe Laterne. Der Fassadenschmuck, darunter vier Atlanten, die den Balkon trugen, stammte von bekannten Frankfurter Künstlern wie Friedrich Schierholz.
Nutzung
Im Erdgeschoss war das Modehaus Schwarzschild und Ochs ansässig. Sein Besitzer Moses Martin Schwarzschild (1837–1916) war der Vater des Astronomen Karl Schwarzschild und des Kunstmalers Alfred Schwarzschild. Das Restaurant Alemannia – Münchner Hofbräuhaus lag im ersten Obergeschoss, im Untergeschoss der Alemannia-Bierkeller. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in den Obergeschossen ein Kino eingerichtet; die Alemannia-Lichtspiele wurden am 25. Dezember 1918 eröffnet und boten Platz für 650 Personen. Nur der Bierkeller wurde weiterhin gastronomisch genutzt.
Verbleib
Das Alemanniahaus brannte 1944 bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main aus. Obwohl wesentlich weniger beschädigt als die Nachbarhäuser, wurden seine Überreste 1953/1954 für einen Neubau abgerissen. Das neue Alemanniahaus wurde als kombiniertes Büro- und Geschäftshaus errichtet. Im Erdgeschoss befand sich ein Aschinger-Schnellrestaurant, außerdem erhielt es wiederum ein Kino mit 700 Plätzen. Am 9. April 1955 wurde das neue Alemannia-Kino mit einer Aufführung von Wolfgang Liebeneiners Die heilige Lüge eröffnet. 1990 wurde das Kino geschlossen, heute ist das Alemanniahaus ein reines Geschäftshaus.
Literatur
- Waldemar Kramer (Hrsg.): Frankfurt Chronik. Frankfurt am Main 1977.
- Wolfgang Klötzer: Zu Gast im alten Frankfurt. Heinrich Hugendubel Verlag, München 1990, ISBN 3-88034-493-0, S. 128 f.
- Thomas Zeller: Die Architekten und ihre Bautätigkeit in Frankfurt am Main von 1870–1950. (hrsg. vom Denkmalamt der Stadt Frankfurt am Main) Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-921606-51-9, S. 294 f.
Weblinks
- Helmut Nordmeyer: Rund um die Hauptwache. Ansichten eines Platzes. (pdf, 1,8 MB) Begleitschrift zur Ausstellung. Institut für Stadtgeschichte, 2004, archiviert vom am 27. September 2007; abgerufen am 27. Dezember 2023.