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Alfred Klopstock

Serologe; Immunologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfred Klopstock (hebräisch אלפרד קלופשטוק; geboren 5. Februar 1896 in Weißensee; gestorben 4. April 1968 in Tel Aviv) war ein deutscher Immunologe und Serologe, der 1933 wegen der antisemitischen Diskriminierung nach Palästina emigrierte.

Leben

Alfred Klopstock wuchs in einer jüdischen Familie auf, er war ein Sohn des Sanitätsrats Martin Klopstock (1865–?) und der Regina Tietz (1875–1923), sein 1897 geborener Bruder Salomon Erich Klopstock wurde ebenfalls Arzt. Er besuchte das Berliner Wilhelmsgymnasium und begann 1914 das Medizinstudium an der Universität Gent, das er nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Berlin fortsetzte. Er wurde im Mai 1915 Soldat und im März 1919 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Klopstock wurde 1921 in Berlin bei Hans Sachs mit der Dissertation Familiäres Auftreten von Cyclopie und Arrhinencephalie promoviert. Er arbeitete am Auguste-Victoria-Krankenhaus und ging 1922 als Assistent von Sachs mit diesem an das Institut für Experimentelle Krebsforschung der Universität Heidelberg. Er heiratete 1924 die Ärztin Elisabeth Scheyer (1899–1958), sie hatten ein Kind, später war er in zweiter Ehe mit der Ärztin Ruth Block verheiratet. Er habilitierte 1926 und wurde 1931 nichtbeamteter außerordentlicher Professor für Immunologie und Serologie an der Universität Heidelberg. Daneben war er ständiger Gastforscher im Teilinstitut für Serologie des Heidelberger Kaiser-Wilhelm-Instituts für medizinische Forschung (KWI). Im Jahr 1923 nahm er in Kopenhagen an der Völkerbundskonferenz zur Diagnose der Syphilis teil und 1928 an der deutsch-sowjetischen Syphilis-Expedition in der Burjatischen Sowjetrepublik. 1933 nahm er in Rom am Volta Congress zur Immunologie teil.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war Klopstock wegen des „Frontkämpferprivilegs“ zunächst vor der Entlassung aufgrund des Berufsbeamtengesetzes geschützt. Dennoch entschloss er sich noch 1933 zur Emigration nach Palästina, wo er in Tel Aviv mit seiner Frau ein privates bakteriologisches Laboratorium gründete. 1935 wurde er als Jude aus dem Lehrkörper der Universität Heidelberg gestrichen. Bei der Gründung der Universität Tel Aviv war er an der Einrichtung der medizinischen Fakultät beteiligt. Er wurde 1955 Professor für Mikrobiologie und war von 1959 bis 1964 Rektor der Universität Tel Aviv.

Schriften (Auswahl)

  • Hans Sachs, Alfred Klopstock: Methoden der Hämolyseforschung mit Einschluß der Hämagglutination. Berlin: Urban & Schwarzenberg, 1928
  • Alfred Klopstock, Elisabeth Klopstock: Zur neuesten Entwicklung der Theorie und Methode der Syphilisreaktionen, in: Journal für Psychologie und Neurologie, 39 (1929), S. 429
  • Die Methoden zur Serodiagnostik der Syphilis. Berlin, 1933

Literatur

  • Klopstock, Alfred, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 1. München: Saur, 1983, 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 632 f.
  • Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932. Berlin: Springer-Verlag, 1986, ISBN 3-540-15856-1, S. 138 f.
  • Alfred Klopstock, in: Reinhard Rürup, Michael Schüring: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen: Wallstein, 2008, ISBN 978-3-89244-797-9, S. 244 f.
  • Klopstock, Alfred, in: Michael Grüttner: Ausgegrenzt: Entlassungen an den deutschen Universitäten im Nationalsozialismus. Biogramme und kollektivbiografische Analyse, de Gruyter/Oldenbourg, Berlin/Boston 2023, ISBN 978-3-11-123678-0, S. 167.

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