Alija-Sketch
israelischer Fernseh-Sketch
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Der Alija-Sketch (hebräisch הָעוֹלים הַחֲדָשִׁים haʿŌlīm haChadaschīm, deutsch ‚Die neuen Einwanderer‘) von Arik Einstein und Uri Zohar ist ein berühmter israelischer Fernseh-Sketch, der die Tatsache parodierte, dass sich jede Gruppe von Einwanderern in Israel (bzw. Palästina) bereits kurz nach ihrer Ankunft diskriminierend gegen spätere Einwanderer verhält. In Israel sagt man ironisch: Israelis lieben die Einwanderung, aber nicht die Einwanderer. Er stammt aus den frühen 1970er Jahren und ist rund sieben Minuten lang. Einstein und Zohar spielen darin alle Hauptrollen. Beide Künstler waren Mitglieder der Gruppe „Lul“, der außerdem Schalom Hanoch, Zvi Shisel, Boaz Davidson und weitere angehörten und die gelegentlich mit Monty Python verglichen wurde. (Einstein und Hanoch wurden in Israel erfolgreiche Popmusiker.)



Zum ersten Mal war der Sketch in einer Sendung der Fernsehshow Lul („Hühnerstall“) zu sehen, die von 1970 bis 1973 im israelischen Fernsehen gesendet wurde.
Alija bedeutet Aufstieg und Einwanderung.
Aufbau
Der Sketch spielt in einem Hafen am Mittelmeer und soll die verschiedenen Zeiten der großen jüdischen Einwanderungswellen darstellen. In dem Hafen kommen immer neue Einwanderergruppen an: aus Russland, Polen, dem Jemen, Deutschland, Marokko und schließlich aus Georgien und Russland. Jede wird von Einstein und Zohar verkörpert, die in unterschiedlichen Kostümierungen und Verhaltensweisen den Charakter der Nationalitäten, aus denen die Einwanderer stammten, parodieren – ihre Sprachen, Sitten und Gebräuche und ihre mit der Einwanderung in das „verheißene“ Land verbundenen Hoffnungen. Ihr Eintreffen wird jeweils kritisch von zwei Vertretern der jeweils zuvor angetroffenen Nationalitäten, d. h. von bereits vor Ort lebenden Personen kommentiert. Am Anfang, vor der ersten Einwanderungswelle aus Russland, sind dies zwei Araber.
In der Schlussszene findet eine allgemeine Beschimpfung durch alle bereits Eingewanderten in Richtung der neuen Einwanderer statt. Alle (Einstein und Zohar dem Zuschauer zugewandt, die Nebendarsteller in Kleidung der früheren Einwanderergruppen) vereinen sich, in Richtung des Meeres blickend, im Chor und werden sich in der Beschimpfung einig. Die gerade Ankommenden der Schlussszene beziehen dies zunächst auf sich, verstehen jedoch schließlich, dass sie nicht persönlich gemeint sind. Der Höhepunkt des Sketches besteht darin, dass sie sich, als sie dies erkennen, sogleich dem in Richtung Meer gestikulierenden und sprechenden Chor zugesellen und ebenfalls mit der Beschimpfung in Richtung des Meeres, aus der alle Einwanderer kommen, beginnen.
Musikalisch wird der Sketch durch das Lied Po beʾEretz Chemdat Avot („Hier im Lande der Wonnen unserer Vorväter“) von Chanina Kartschevski zusammengehalten, das als instrumentales Leitmotiv mehrmals erklingt.
Der Humor des Sketches ist vielschichtig und reicht von der veralbernden Verwendung der Einwanderersprachen – neben Hebräisch gibt es Passagen in Jiddisch, Russisch, Polnisch, Deutsch, Französisch und Arabisch – über Zionismuskritik bis zur absurd anmutenden burlesken Schlussszene.
Literatur
- Adia Mendelson-Maoz: Multiculturalism in Israel: Literary Perspectives. 2014 (Online-Teilansicht)
- Larissa Remennick: Russian Jews on Three Continents: Identity, Integration, and Conflict. 2013 (Online-Teilansicht)
Weblinks
- Jerusalem Film Festival 2011: From Russia With Love
- Israelis love aliyah but hate olim
- The Chicken Coop Lool/Shablool
Videos
- Arik Einstein& Uri Zohar (Aliyah w/Subtitles) (mit englischen Untertiteln) – youtube.com
- Parody on Israeli new immigrants (mit hebräischen Untertiteln) – youtube.com
Einzelnachweise und Fußnoten
| Alija-Sketch (Alternativbezeichnungen des Lemmas) |
|---|
| Aliyah-Sketch; Aliya-Sketch; Einwanderer-Sketch von Einstein und Zohar |