Schweizerische Gesellschaft für Geschichte
Dachverband der Schweizer Historiker
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Die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) ist die Fachvereinigung der Schweizer Historiker. Sie wurde am 7. April 2001 als Rechtsnachfolgerin der Allgemeinen Geschichtforschenden Gesellschaft der Schweiz (AGGS) gegründet. Sie versteht sich als Drehscheibe der schweizerischen Geschichtswissenschaft. Die SGG ist Mitglied im Comité international des sciences historiques (CISH) und des Dachverbands Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften.
| Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) | |
|---|---|
| Gründung | 2001 bzw. 1841 |
| Sitz | Bern |
| Zweck | Förderung der Geschichtswissenschaft und der historischen Bildung in der Schweiz, Vermittlung von Forschungsergebnissen |
| Vorsitz | Franziska Zaugg |
| Beschäftigte | 3 |
| Mitglieder | 1840 (2026) |
| Website | www.sgg-ssh.ch |
Geschichte
Im Jahr 1811 wurde in Bern die Schweizerische Geschichtforschende Gesellschaft ins Leben gerufen. Initiant dafür war der Berner Schultheiss Niklaus Friedrich von Mülinen, dessen Grossvater Friedrich von Mülinen den Grundstein zur umfangreichen Bibliothek und Handschriftensammlung der Mülinen legte. Niklaus Friedrich von Mülinen blieb bis zu seinem Tod 1833 als Präsident im Amt und verfasste zahlreiche Beiträge für den „Geschichtsforscher“, das Publikationsorgan der Gesellschaft. Da sich der Kreis der Mitglieder jedoch nie weit über Bern hinaus erstreckte, erlosch die Gesellschaft nach Mülinens Tod wieder.
Die Allgemeine Geschichtforschende Gesellschaft wurde am 25. September 1841 gegründet. Die Anregung stammte vom Gelehrten Johann Caspar Zellweger, der als Geschichtsschreiber des Appenzeller Volkes galt. Urban Winistörfer war ebenfalls ein Mitbegründer. Die Gesellschaft sollte sich der Geschichtswissenschaft auf einer gesamtschweizerischen Ebene und Editionsprojekten widmen, wurde aber schon in der Gründungsphase in die Politik einbezogen. Bis in die jüngere Vergangenheit trafen sich die Mitglieder einzig zu den Jahresversammlungen. Eine Reform der Statuten gab 1977 die Möglichkeit, Fachsektionen zu bilden. Eine weitere Reform der Statuten führte 2001 zur Neufirmierung unter dem aktuellen Namen Schweizerische Gesellschaft für Geschichte.
Mitgliederzahl
Bei ihrer Gründung im Jahr 1841 zählte die Gesellschaft 208 Mitglieder;[1] diese Zahl stieg in den folgenden 180 Jahren mehr oder weniger stetig an. Es waren etwa 800 in den 1960er- und 1970er-Jahren. Seit 2019 verzeichnet der Verein einen stetigen Anstieg der Mitgliederzahlen, die sich im Jahr 2026 auf rund 1840 beliefen.
Präsidium
Präsidenten der SGG resp. der AGGS:
- 1841–1843: Johann Caspar Zellweger (1768–1855)
- 1843–1848: Andreas Heusler (1802–1868)
- 1848–1849: Josef Franz Amrhyn (1800–1849)
- 1849–1850: Louis Vulliemin (1797–1879)
- 1850–1851: Theodor von Mohr (1794–1854)
- 1851–1852: Philipp Anton von Segesser (1817–1888)
- 1852–1855: Bernhard Rudolf Fetscherin (1796–1855)
- 1855–1893: Georg von Wyss (1816–1893)
- 1894–1922: Gerold Meyer von Knonau (1843–1931)
- 1922–1926: Victor van Berchem (1864–1938)
- 1926–1928: Wilhelm Vischer (1861–1928)
- 1928–1940: Hans Nabholz (1874–1961)
- 1940–1944: Charles Gilliard (1879–1944)
- 1944 – 1946: Hans Nabholz (1874–1961)
- 1946–1952: Paul Roth (1896–1961)
- 1953–1956: Paul E. Martin (1883–1969)
- 1956–1960: Oskar Vasella (1904–1966)
- 1960–1965: Henri Meylan (1900–1978)
- 1965–1971: Gottfried Boesch (1915–1983)
- 1971–1977: Louis-Edouard Roulet (1917–1996)
- 1977–1983: Andreas Staehelin (1926–2002)
- 1983–1989: Alain Dubois (1932–2008)
- 1989–1995: Beatrix Mesmer (1931–2015)
- 1995–1998: Yves Collart (1930–2014)
- 1998–2004: Guy P. Marchal (1938–2020)
- 2004–2013: Regina Wecker (* 1944)
- 2014–2026: Sacha Zala (* 1968)
- 2026 – : Franziska Zaugg
Ziel und Struktur
Die SGG verfolgt folgende Zwecke:[2]
- Förderung der Geschichtswissenschaft, der Vermittlung ihrer Forschungsergebnisse und der historischen Bildung;
- Wahrnehmung der Interessen der Historikerinnen und Historiker in der Schweiz;
- Verteidigung der Freiheit der historischen Forschung;
- Erschliessung von Forschungsgrundlagen und Förderung des Zugangs zu historischen Quellen;
- Vernetzung der Historikerinnen und Historiker in der Schweiz und international.
Der Vorstand ist das leitende Organ der Gesellschaft.[3] Der operative Teil wird vom Generalsekretariat ausgeführt.[4]
Die verschiedenen Aufgaben obliegen fünf Abteilungen:[5]
- Wissenschaftspolitik
- Publikationen
- Grundlagenerschliessung und Digitalisierung
- Berufsinteressen
- Historische Bildung
Gesamtschweizerische historische Vereine oder nichtuniversitäre Forschungseinrichtungen können sich der SGG als Sektion anschliessen.[6] Diese besondere Form der Mitgliedschaft wird vertraglich festgelegt. Die Sektionen sind mit beratender Stimme im Gesellschaftsrat vertreten. Sektionen sind:
- Internationale Gesellschaft für historische Alpenforschung (IGHA)
- Schweizerische Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften (SGGMN)
- Schweizerische Dachorganisation der geschichtsdidaktischen Gesellschaften (SDGD)
- Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung (SGFF)
- Schweizerische Gesellschaft für Gesundheits- und Pflegegeschichte (GPG)
- Schweizerische Gesellschaft für ländliche Geschichte (SGLG)
- Schweizerische Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (SGWSG)
- Schweizerische Vereinigung für Militärgeschichte und Militärwissenschaft (SVMM)
- Verein Geschichte und Informatik (G&I)
- Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA)
- Verein Schweizerischer Geschichtslehrpersonen (VSGS)
- Schweizerische Vereinigung der Geschichtsstudierenden (SVGS)
- Verein Traverse (Herausgeber der gleichnamigen Zeitschrift)
- Vereinigung für Schweizerische Kirchengeschichte (VSKG)
- MediaHistory.ch