Richtlinie 2000/53/EG über Altfahrzeuge
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Die Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über Altfahrzeuge regelt die stoffliche Verwertung von Kraftfahrzeugen durch Fahrzeugrecycling innerhalb der Europäischen Union (EU). Sie enthält u. a. seit dem 1. Juli 2003 geltende Stoffverbote, beispielsweise für Schwermetalle und Chrom (VI).
Richtlinie 2000/53/EG | |
|---|---|
| Titel: | Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über Altfahrzeuge |
| Geltungsbereich: | EU |
| Rechtsmaterie: | Umweltrecht |
| Grundlage: | Artikel 175 Absatz 1 EGV |
| Verfahrensübersicht: | Europäische Kommission Europäisches Parlament IPEX Wiki |
| Inkrafttreten: | 21. Oktober 2000 |
| In nationales Recht umzusetzen bis: |
21. April 2002 |
| Umgesetzt durch: | Deutschland Altfahrzeug-Verordnung Österreich Abfallwirtschaftsgesetz 2002, Altfahrzeugeverordnung |
| Fundstelle: | ABl. L 269 vom 21.10.2000, S. 34–43 |
| Volltext | Konsolidierte Fassung (nicht amtlich) Grundfassung |
| Regelung muss in nationales Recht umgesetzt worden sein. | |
| Hinweis zur geltenden Fassung von Rechtsakten der Europäischen Union | |
Ziel der Richtlinie ist, die Wiederverwendungs- und Verwertungsrate bis zum Jahr 2006 jährlich auf 85 Prozent und bis zum Jahre 2015 auf 95 Prozent des durchschnittlichen Fahrzeuggewichts zu erhöhen. Weiterhin werden die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, Rücknahmesysteme für Altfahrzeuge einzurichten.
Das mit dieser Richtlinie umzusetzende abfallwirtschaftliche Konzept der Europäischen Union beruht auf zwei sich ergänzenden Strategien:
- Vermeidung der Entstehung von Abfällen durch Verbesserung der Produktauslegung
- Ausweitung des Recycling und der Wiederverwendung von Abfällen
Die deutsche Umsetzung der Richtlinie ist am 1. Juli 2002 durch die Altfahrzeugverordnung erfolgt.
Regelungen in anderen Ländern
Vereinigte Staaten
Am 2. Juli 2009 wurde für die folgenden 55 Tage ein Neuwagen-Rabattprogramm eingeführt („Cash for Clunkers“ bzw. „Geld für alte Autos“)[1][2] – ein Versuch der US-Regierung, eine Umweltinitiative umzusetzen, die den Fahrzeugabsatz ankurbeln und zugleich die durchschnittliche Kraftstoffeffizienz in den USA verbessern sollte.[3] Im Rahmen dieses Programms wurden viele Fahrzeuge verschrottet und recycelt; sogar einige exotische Autos wurden entsorgt.[4]
Kanada
Anfang 2009 startete die kanadische Regierung ein freiwilliges Programm namens „Schicken Sie Ihr Auto in Rente“, das Autofahrer im ganzen Land dazu bewegen sollte, ihre alten, schadstoffintensiven Fahrzeuge abzugeben. Geplant war, 50 000 Fahrzeuge aus dem Jahr 1995 oder älter stillzulegen.
Vereinigtes Königreich
Das Genehmigungs- und Lizenzierungsverfahren für Autoverwertungsbetriebe sorgt für Struktur und Klarheit beim Umgang mit Abfällen am Standort. Es legt klare Regeln für Schadstoffentfrachtung, Lagerung und Entsorgung fest; ihre Einhaltung gewährleistet einen effizienten Materialfluss über den gesamten Prozess hinweg. Ein professionelles Abfallmanagement reduziert Umweltrisiken, senkt langfristige Kosten und unterstützt nachhaltige Betriebsabläufe, die sich leichter skalieren und dauerhaft aufrechterhalten lassen.[5] Im Vereinigten Königreich ist es seit Inkrafttreten des Schrotthändlergesetzes im Jahr 2013 nicht mehr erlaubt, Fahrzeuge als Schrott gegen Bargeld anzukaufen.[6][7][8] Infolgedessen dürfen Autoverwertungsbetriebe Fahrzeuge nicht mehr bar bezahlen. Stattdessen erfolgt die Zahlung nun per Banküberweisung.
Australien
In Australien wird der Begriff „Autoankauf gegen Bargeld“ ebenfalls als Synonym für die Autoverschrottung verwendet.[9][10] Allein im Bundesstaat Victoria müssen Unternehmen vor dem Ankauf von Fahrzeugen eine LMCT-Lizenz sowie weitere einschlägige Genehmigungen für die Verwertung/Recycling besitzen. Die Prüfung der Historie jedes Fahrzeugs dauert einige Zeit; danach kann es zur Verschrottung und zum Recycling weitergeleitet werden.
Neuseeland
Der Fahrzeugbestand Neuseelands stieg um 61 Prozent: von 1,5 Millionen im Jahr 1986 auf über 2,4 Millionen bis Juni 2003. Bis 2015 lag er bei fast 3,9 Millionen. Gerade dort nahm seit 2014 die Zahl der Fahrzeugverschrottungen zu. „Geld für Autos“ ist ein Begriff für die Verwertung/Stilllegung von Fahrzeugen, bei der Demontagebetriebe je nach Alter/Modell bar für alte/verschrottete/defekte Autos bezahlen.
Siehe auch
- IMDS (International Material Data System) – Dieses System fasst alle umweltrelevanten Informationen in der Lieferkette zusammen. In der Art eines Baumes mit seinen Verästelungen haben die Lieferanten (Zweige, Äste) alle Materialdaten z. B. wie Zusammensetzung und Aufbau von Bauteilen (Blätter) an den Fahrzeughersteller (Stamm) zu melden.
- GADSL