Álvaro Peña-Rojas
chilenischer Sänger und Songwriter
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Álvaro Peña-Rojas (* 7. Dezember 1943 in Valparaíso, Chile; † 8. Januar 2026 in Konstanz, Deutschland) war ein chilenisch-deutscher Sänger und Songwriter.

Leben und Werk
Álvaro Peña-Rojas machte Musik seit 1962 (Rock ’n’ Roll, später Bebop). Er beteiligte sich am Wahlkampf von Salvador Allende, im Anschluss an die Machtübernahme der Militärjunta ging er nach England und spielte dort zusammen mit Joe Strummer, Begründer der Punkgruppe The 101’ers. In Abgrenzung zum US-dominierten Jazz distanzierte Álvaro sich vom Saxophonspiel. Er brachte sich Klavier- und Flötespielen bei und gründete mit Squeaky Shoes Records eines der ersten Independent-Labels. Seither machte er seine eigene, stilistisch kaum einzuordnende Musik. Álvaro Peña-Rojas bemächtigte sich musikalisch wie textlich grob, direkt und anarchisch der Lebendigkeit, wie er sie im Alltag vorfand. Dabei entstanden minimalistische Lieder voller Poesie und traurigem Sarkasmus, sprühend von Leben und mit hintergründigem Humor. Álvaro schien das Musikmachen mit jedem Lied neu zu erfinden, dies aber mit genuiner Musikalität.
Seit 1979 lebte Álvaro Peña-Rojas in Konstanz, er gab Konzerte mit wechselnden Mitspielern. Weiterhin entstanden neue Kompositionen und Einspielungen. Seit dem Ende der Militärjunta in Chile wurde er zunehmend populärer in seiner Heimat, vor allem bei jüngerem Publikum und Musikern.
Im Jahr 2008 wurde in Deutschland von den Filmemachern Christian Zschammer, Jochen Hägle und Hans Kotter der Dokumentarfilm Full Dedication Álvaro veröffentlicht. Er gewann 2009 auf dem chilenischen Musikfilmfest In-Edit Film Festival in Santiago, Chile den Preis Dokumentarfilm International.[1]
2011 folgte von Christian Zschammer der Konzertfilm Álvaro à Paris – Des disques pour acheter über einen Auftritt von Álvaro mit Jens-Peter Volk (E-Bass) und Giorgos Notaras (Percussion) auf dem Sonic Protest Festival in Paris.
2024 veröffentliche C. Zschammer den 3D-Konzertfilm Álvaro – Das Shedhallen-Konzert. Aufs absolute Minimum reduziert (E-Bass und Gesang) spielen Álvaro und Jens-Peter Volk die Songs Tonteras, Seven Books, Valparaiso, Today und Drinking my own Sperm.[2]
Für Anfang 2026 ist in Konstanz die Premiere des in 3D produzierten Dokumentarfilms Álvaro inside out des Filmemachers C. Zschammer geplant. Er zeigt u. a. Álvaro und Jens-Peter Volk bei der Arbeit am Projekt R-80. Das Projekt war auf drei LPs angelegt; Álvaro starb, kurz nachdem die Aufnahmen zu Teil zwei abgeschlossen waren. Jens-Peter Volk arbeitet weiter an der Veröffentlichung. Mit Álvaro verbindet ihn eine ca. 40-jährige Freundschaft und künstlerische Zusammenarbeit.
Álvaro Peña-Rojas starb am 8. Januar 2026 im Alter von 82 Jahren in Konstanz.[3]
Diskografie (Auswahl)
- Drinkin’ My Own Sperm (1977)
- The Working Class (1978)
- Repetition Kills (1982)
- Is The Garment Ready? (1988)
- Boleros – Südamerikanische Schnulzen (1995)
- Valparaíso - Das Musical (2004)
- 8 Fingers (2006)
- The Tongue (2008)
- Seventy Years Old (2013)
- Álvaro (The yellow record) 2016
- Es tan linda (2018)
- Singing in the shower (2018)
- R80 (2025)
Quellen
- Humann und Reichert: Rock Session 4. Reinbek 1980.
- Frieder Butzmann: Álvaro – die singende Nase. Feature; SWR 2, 1. März 2000.
Weblinks
- Literatur von und über Álvaro Peña-Rojas im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Álvaro Peña-Rojas bei IMDb
- Álvaro Peña-Rojas bei Discogs
- Website von J-P.Volk mit Álvaros Produktionen seit 2024
- www.don-alvaro.net Offizielle Homepage von Álvaro mit Songtexten, Infos, Fotos und vollständiger Diskografie seit 1965
- Álvaro Peña: “Quiero esperar la muerte contento y que me caiga sin darme cuenta” (spanisch)