Amadeus-Quartett
britisches Streichquartett (1947-1987)
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Das Amadeus-Quartett war ein bekanntes Streichquartett, das 1947 in London gegründet wurde und bis zu seiner Auflösung im Jahr 1987 durchgehend in folgender Besetzung spielte:
- Norbert Brainin (1923–2005), 1. Violine
- Siegmund Nissel (1922–2008), 2. Violine
- Peter Schidlof (1922–1987), Viola
- Martin Lovett (1927–2020), Violoncello

Geschichte
Gründung
Die drei jungen österreichischen Geiger Brainin, Nissel und Schidlof flohen nach dem „Anschluss Österreichs“ nach London, weil sie Juden waren. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden sie als „feindliche Ausländer“ interniert. Brainin und Schidlof lernten sich in einem Internierungslager kennen, ebenso später Schidlof und Nissel. Nach der Internierung wurden die drei Geiger Schüler von Max Rostal. Nachdem die Idee einer Quartettgründung geboren war und die Frage geklärt war, ob Schidlof bereit wäre, dafür die Geige gegen eine Bratsche zu tauschen, baten die drei den etwas jüngeren Engländer Martin Lovett, als Cellist dazuzustoßen.
Im Morley College trafen sie schließlich Imogen Holst, die Tochter des Komponisten Gustav Holst, die als Musikdirektorin der Dartington Hall die jungen Musiker unterstützte und das Geld für ihr erstes Konzert zur Verfügung stellte. Am 13. Juli 1947 gaben die Musiker – damals noch als Brainin-Quartett – ein viel beachtetes Konzert im großen Saal der Dartington Hall mit Werken von Mozart, Schubert und Beethoven. Im Jahr 1948 traten sie erstmals öffentlich als Amadeus-Quartett auf – bei einem Konzert in der Londoner Wigmore Hall.
Tätigkeiten
1951 spielte das Amadeus-Quartett seine erste Schallplatten-Aufnahme für die Deutsche Grammophon ein (Franz Schubert, G-Dur Quartett D 887). Im Laufe der folgenden Jahre entstanden Aufnahmen fast aller großen Quartette aus Klassik und Romantik. Hinzu kamen vereinzelte Aufnahmen mit Werken des 20. Jahrhunderts (z. B. Benjamin Brittens Quartette Nr. 2 und 3).
Daneben wurde das Quartett regelmäßig für Konzerte und auch Schallplattenaufnahmen zum Streichquintett (Mozart, Schubert, Brahms, Bruckner) und Streichsextett (Brahms) erweitert. Dabei waren es stets die gleichen Gäste, die eingeladen wurden: Cecil Aronowitz als 2. Bratsche und William Pleeth als 2. Cello.
1969 wurde allen Mitgliedern des Quartetts die Ehrendoktorwürde der Universität York verliehen. Von 1980 an bis zur Auflösung des Quartetts unterrichtete das Amadeus-Quartett an der Musikhochschule in Köln, wo zahllose, heute bekannte Musiker bei ihnen studierten.
Am 16. August 1987 starb Peter Schidlof. Damit löste sich das Quartett nach fast 40 Jahren in unveränderter Besetzung auf. John Amis schrieb in seiner Würdigung: „Wir müssen dankbar sein, dass wir dieses Quartett hatten, und uns mit dem großen Repertoire trösten, das uns das Amadeus-Quartett in Aufnahmen hinterlassen hat.“
Literatur
- Daniel Snowman: The Amadeus Quartet – The Men and the Music. Robson Books, London 1981, ISBN 0-86051-106-5.