Ana de San Agustín
spanische Nonne und Mystikerin (1555-1624)
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Ana de San Agustín (bürgerlicher Name: Ana de Pedruja Rebolledo; * 1555 in Valladolid; † 1624 in Villanueva de la Jara) war eine spanische unbeschuhte Karmelitin, Mystikerin und Klostergründerin, die von Papst Pius VI. zur Ehrwürdigen Dienerin Gottes erklärt wurde.


Leben
Am 3. Mai 1575 trat sie als Novizin in das Kloster der unbeschuhten Karmelitinnen in Malagón ein, wo sie drei Jahre später, am 4. Mai 1578, ihre Profess ablegte. Im Februar 1580 begleitete sie die heilige Teresa von Jesu zur Gründung eines neuen Klosters in Villanueva de la Jara, wo eine Gruppe von neun Frauen ohne Bindung an eine Ordensregel ein eremitisches Leben führte.[1]
1596 wurde Ana de San Agustín zur Priorin des Klosters gewählt und beaufsichtigte den Bau eines neuen Konventsgebäudes samt Kirche. Im Jahr 1600 gründete sie ein weiteres Kloster in Valera de Abajo in der Provinz Cuenca. 1616 kehrte sie in ihr Kloster in Villanueva de la Jara zurück, wo sie starb und begraben liegt.
Vier Jahre nach ihrem Tod wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet; 1776 erklärte Papst Pius VI. sie zur Ehrwürdigen Dienerin Gottes.
Schriften und literarisches Werk
Wie in anderen vergleichbaren Fällen von Mystikerinnen und Visionärinnen verfasste Ana de San Agustín ihre Biographie auf Anordnung zunächst des Provinzials José de Jesús María und später des Generals des Karmeliterordens, Alonso de Jesús María. Sie diktierte diese zwischen 1606 und 1609 ihrer Mitschwester Antonia de Jesús. Sie sagte selbst darüber, dass ihr der Auftrag erteilt worden sei, ihre Visionen der Schwester Antonia de Jesús zu berichten, «para que lo pusiese en metro porque no tenía yo habilidad para hacerlo» (deutsch: „damit sie es in Verse setze, denn ich hatte nicht die Fähigkeit dazu“).[2] Von dieser Biographie kursierten handschriftliche Abschriften mit der eigenhändigen Unterschrift von Antonia de Jesús sowie einer Abschrift des Briefes des Generals.[3]
Dass das Werk zu Lebzeiten der Porträtierten und noch viele Jahre danach nicht gedruckt wurde, könnte – wie im Fall von Hipólita de Jesús – auf die zunehmend misstrauische Haltung gegenüber der Mystik zurückzuführen sein, die sich in kirchlichen Kreisen in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts verbreitet hatte, aus Furcht vor dem Alumbradismo.[4]
Ihr Stil, der der barocken Rhetorik fern- und der mündlichen Sprache nahesteht, ist volkstümlich und direkt. Er stützt sich auf Vergleiche und Beispiele aus der unmittelbaren Wirklichkeit, um das Unsagbare der mystischen Erfahrung zu beschreiben.[5]
Die erste gedruckte Biographie erschien 1668: Alonso de San Jerónimo, Vida, virtudes y milagros de... Ana de San Agustín, carmelita descalza, Madrid, por Francisco Nieto, 1668, mit einem Porträt der Ordensschwester nach einer Vorlage von Abraham van Diepenbeeck, gestochen von Petrus Clouwet.
Literatur
- Parello, Vincent: «Entre el velo y la pluma: el discurso de la vida de la carmelita descalza Ana de San Agustín (1555–1624)», in: Cahiers d'études des cultures ibériques et latino-américaines – CECIL, Nr. 3 (2017).
- Ramos Iglesias, César: «Ana de San Agustín», in: Diccionario biográfico español, Real Academia de la Historia.