Andheri Hilfe
Organisation der Entwicklungszusamrnenarbeit
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Die Andheri Hilfe (Eigenschreibweise: ANDHERI HILFE; bis Ende 2016 Andheri-Hilfe Bonn e. V.) ist eine deutsche Organisation der Entwicklungszusammenarbeit. Sie ist aus einer Privatinitiative – gegründet von Rosi Gollmann – für notleidende Kinder in Andheri bei Bombay (heute Mumbai) entstanden und arbeitet seit 1967 als gemeinnütziger Verein.[3] Sie fördert etwa 80 Projekte und Programme in den Armutsgebieten in Bangladesch, Indien und Nepal. Dem Verein wurde vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen das Spendensiegel zuerkannt.[4]
| ANDHERI HILFE | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 1967[1] in Bonn |
| Gründerin | Rosi Gollmann |
| Sitz | Bonn 50° 44′ 49,3″ N, 7° 4′ 36,1″ O |
| Vorläufer | Andheri-Hilfe Bonn |
| Motto | Menschen stärken – Chancen schaffen |
| Zweck | Hilfe zur Selbsthilfe in Bangladesch, Indien und Nepal[2] |
| Aktionsraum | Bangladesch, Indien, Nepal |
| Personen | Elvira Greiner (Vorstandsvorsitzende) August Ilg (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) Cornelia Hansen (Vorstandsmitglied) |
| Umsatz | 7.839.336 Euro (2024) |
| Beschäftigte | 20 (2026) |
| Freiwillige | 24 (2026) |
| Mitglieder | 466 (31. Dezember 2025) |
| Website | www.andheri-hilfe.de |
Geschichte
1959 wurde die Bonner Religionslehrerin Rosi Gollmann durch einen Zeitungsartikel auf die Not indischer Findelkinder in einem Waisenhaus in Andheri (heute Mumbai) aufmerksam. Um diese zu lindern, brachte sie mit ihren Schülerinnen und Schülern hunderte von Päckchen mit lebenswichtigen Artikeln auf den Weg. Ziel war zunächst die Sicherung der täglichen Versorgung der etwa 800 Kinder des Waisenhauses St. Catherine’s Home in Andheri.[5] 1967 gründete Rosi Gollmann gemeinsam mit einer kleinen Gruppe den Verein ANDHERI HILFE e.V.[6] In den folgenden Jahren verlagerte sich der Ansatz von unmittelbarer Nothilfe hin zu langfristiger Entwicklungszusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen.
Im Jahr 2002 wurde die Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung gegründet, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen.[7]
Ziele
Der Verein verfolgt das Ziel, zur Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Lage sowie zur Wahrung der Menschenrechte armer Bevölkerungsgruppen in Bangladesch, Indien und Nepal beizutragen. Ein zentrales Prinzip ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Projekte beginnen häufig mit der Bildung von Selbsthilfegruppen, in denen Menschen ihre Lebenssituation analysieren und eigene Lösungsansätze entwickeln. Zielgruppen sind insbesondere Kinder, Frauen, sozial benachteiligte Familien und Dorfgemeinschaften, indigene Gruppen sowie Menschen, die durch eine Behinderung am Rand der Gesellschaft stehen.[8]
Die Wirkung der Projekte wird durch interne und externe Evaluationen überprüft.[9]
Tätigkeitsschwerpunkte
Die ANDHERI HILFE ist in verschiedenen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Dazu zählen insbesondere Bildung, Gesundheitsversorgung, die Stärkung von Rechten, die Förderung von Einkommen sowie Maßnahmen im Bereich Klima und Umwelt.[10]
Die Projekte werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen geplant und umgesetzt.[11]
Das Ineinandergreifen dieser Tätigkeitsschwerpunkte zeigt sich auch in einzelnen Projektansätzen. So wurde in einem Kooperationsprojekt mit dem Energieversorger Naturstrom die Versorgung von über 5.000 Familien mit Solarstrom zur Beleuchtung ermöglicht.[12] Neben der Reduzierung von CO2-Emissionen verbesserten sich dadurch die Bedingungen für einkommenschaffende Tätigkeiten sowie für schulisches Lernen.
Darüber hinaus unterstützt die ANDHERI HILFE die Weiterentwicklung lokaler Ansätze in der Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang wurden unter anderem Konzepte zu einer ertragsreicheren und nachhaltigen Landwirtschaft[13] sowie zur Verbesserung der Ernährungssituation unter Berücksichtigung von Biodiversität und Klimafolgen entwickelt.[14]
Erfolge
Finanzierung und Transparenz
Die ANDHERI HILFE finanziert ihre Arbeit überwiegend durch private Spenden sowie durch öffentliche Fördermittel, unter anderem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.[9.1]
Der Verein veröffentlicht regelmäßig Berichte über seine Arbeit und die Verwendung der Mittel. Seit 1994 trägt er das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen.[4]
Mitgliedschaften
Die ANDHERI HILFE ist Mitglied im Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO)[17] und gehört zu den Erstunterzeichnern der Initiative Transparente Zivilgesellschaft[18]. Zudem ist der Verein Mitglied im Deutschen Fundraising Verband.
Literatur
- Franz Alt, Rosi Gollmann, Rupert Neudeck: Eine bessere Welt ist möglich. Ein Marshallplan für Arbeit, Entwicklung und Freiheit. 2. Aufl., Goldmann, München 2007, ISBN 978-3-442-15452-4.
- Global Marshall Plan Initiative (Hrsg.): Solidarität die ankommt! Ziel-effiziente Mittelverwendung in der Entwicklungszusammenarbeit. ISBN 3-9809723-8-0.
- Tom Amarque, Bernd Markert (Hrsg.): Was ist Liebe? Eine integrale Anthologie über die Facetten der Liebe. Phänomen-Verlag, ISBN 978-3-933321-58-9.
- Rosi Gollmann, Beate Rygiert: Einfach Mensch. Das Unmögliche wagen für unsere Welt. Kailash, München 2012, ISBN 978-3-424-63060-2.